flankieren

GrammatikVerb · flankierte, hat flankiert
Aussprache
Worttrennungflan-kie-ren
Wortbildung mit ›flankieren‹ als Erstglied: ↗Flankierung  ·  mit ›flankieren‹ als Letztglied: ↗herumflankieren
eWDG, 1967

Bedeutung

an einer oder beiden Seiten von etw., jmdm. stehen, gehen
Beispiele:
Offiziere flankieren den Sarg des verstorbenen Generals
der Präsident, flankiert von seinen Ministern, schritt zur Ehrentribüne
Passanten flankierten den Eingang [GrassBlechtrommel158]
zu ebener Erde flankierten je drei schlanke Säulen den überdachten Eingang [HagelstangeSpielball155]
Ein dichter Wald flankierte uns ein Stück [SchomburgkAfrika99]
von jmdm., etw. flankiert werden, sein
Beispiele:
der Sarg wurde auf beiden Seiten von Fackelträgern, einer Ehrenwache flankiert
ein Zug Gefangener wurde rechts und links von Soldaten flankiert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flanke · flanken · flankieren · Flankierung
Flanke f. ‘Seite’, zunächst (2. Hälfte 16. Jh.) vereinzelt für ‘Weiche des Pferdes’ vom frühen 17. Jh. an militärisches Fachwort in Anwendung auf Festungsbau (‘Seitenfront einer Bastion, Seitendeckung’) und Truppenformation (‘Seite der Gefechts-, Marschordnung’) ist entlehnt aus afrz. frz. flanc ‘Weiche, Seite’ (terminologisch seit dem Mfrz.), wobei feminines Genus im Dt. wohl erst (nach dem Muster von ↗Seite, ↗Weiche?, s. d.) aus dem häufig verwendeten Plur. Flanquen, Flanken entsteht. Das Mask. afrz. frz. flanc seinerseits beruht wahrscheinlich auf galloroman. Neubildung zu einem nur noch schwach belegten, aber in Mundarten weiterlebenden Fem. afrz. mfrz. flanche, nordafrz. flanke ‘Seite eines Tieres’, das auf eine westgerm. (anfrk.?) Form zurückgeht, die ahd. (h)lanka, mhd. lanke ‘Hüfte, Lende’ (s. ↗Gelenk und ↗lenken) entspricht. Im 20. Jh. gewinnt Flanke im Sport neue Geläufigkeit (beim Geräteturnen ‘Sprung mit nach einer Seite gestreckten Beinen’, vgl. engl. flank vault, bei Ballspielen ‘Wurf, Schuß von der Seite zur Spielfeldmitte’); dazu flanken Vb. ‘eine Flanke ausführen’ (20. Jh.). flankieren Vb. ‘sich an den Seiten befinden, seitlich begrenzen, von der Seite her schützen, decken oder angreifen’ (17. Jh.), aus gleichbed. mfrz. frz. flanquer; dazu Flankierung f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
begleiten · flankieren
Synonymgruppe
flankieren · schützend begleiten  ●  an die Hand nehmen  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allee Bildnis Bodyguard Büste Einfahrt Eingang Engel Foyer Freitreppe Geldpolitik Glockenturm Löwe Minarett Palme Pavillon Podium Portal Rahmenprogramm Rampe Sphinx Statue Steuersenkung Strukturreform Säule Tarifpolitik Turm Werbekampagne beidseitig links rechts

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flankieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann verlässt er, flankiert von zwei anderen Wagen, das Lager.
Die Zeit, 02.11.2012, Nr. 44
Wenn es aber zu einer politischen Lösung komme, sei die Nato bereit, deren Umsetzung zu flankieren.
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2001
Wir marschierten los, rechts und links von den Amerikanern flankiert.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 1022
G. ist eine unregelmäßige Sechseck-Anlage, die von 4 mächtigen Türmen flankiert wird.
o. A.: Lexikon der Kunst - G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 15986
Die Franzosen hatten angegriffen in bedeutender Anzahl und suchten das X. Korps zu flankieren.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7326
Zitationshilfe
„flankieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flankieren>, abgerufen am 16.10.2019.

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