flaumig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungflau-mig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Flaumhaaren besetzt
Beispiele:
eine flaumige Haut
[er] nahm das feuchte, flaumige Köpfchen zwischen seine Hände [BaumKristall12]
Pfirsiche, flaumig und von elastischer Weichheit [Wasserm.Wahnschaffe1,431]
2.
österreichisch flaumweich
Beispiele:
Butter flaumig rühren
flaumiges Gebäck
flaumige Watte
Er trat ... aus dem Badezimmer, im langen, geblümten, flaumigen Schlafrock [J. RothRadetzkymarsch95]
Das Haar auf seinem Kopf war hellbraun, kurz und flaumig [AichingerHoffnung122]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flaum · flaumig
Flaum m. ‘weicher, zarter Feder-, Haarwuchs, Daune’. Ahd. *phlūma (in phlūmfedara, 10. Jh., phlūmlīh ‘flaumfederartig’, 9. Jh.), mhd. phlūme, mnd. mnl. plūme, nl. pluim, aengl. plūmfeþer, engl. plume beruhen auf gleichbed. lat. plūma. Die Entlehnung erfolgt im Zuge des germanisch-römischen Handels mit Bettfedern (durch Plinius bezeugt). Dabei übernehmen die Germanen für ihr Produkt den lat. Ausdruck. Eine als Vorstufe zu lat. plūma anzusetzende Form *plusmā kann mit lit. plùskos ‘Haarzotte, dicke Haare’, lett. pluska ‘Zotte, Fetzen’, plušḳis ‘ausgerauftes Büschel Wolle’ sowie mit ↗Flaus und ↗Vlies (s. d.) auf ie. *pleus- ‘ausrupfen; gerupfte Wollflocken, Federn oder Haare, Vlies, Zotten’ zurückgeführt werden. Omd. Flūm, Flaum ist bereits seit dem 16. Jh. bezeugt, setzt sich jedoch gegen obd. Pflaum erst im 18. Jh. voll durch. Das zugehörige Adj. pflaumenweich (18. Jh.), später auch flaum(en)weich (19. Jh.) ‘weich wie Daunen’ hält sich (im Sprecherbewußtsein an die Steinfrucht ↗Pflaume, s. d., angelehnt) bis zur Gegenwart und wird ‘weich wie eine Pflaume’ interpretiert, neuerdings auch übertragen ‘kraftlos, charakterlos’. flaumig Adj. älter auch pflaumig, pflaumicht ‘weich, zart (wie Daunen), mit Flaum bedeckt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
flaumig · fuzzy · ↗unscharf · ↗verschwommen · ↗verwaschen  ●  ↗wuschelig  ugs.
Synonymgruppe
fadenförmig · ↗faserig · flaumig · ↗fusselig · ↗strähnig
Synonymgruppe
flaumig · ↗flauschig · flauschweich · ↗samten · ↗samtig · ↗samtweich · ↗sanft · ↗schwammig · ↗soft · ↗weich · ↗wollig  ●  ↗fluffig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Feder Haar Küken Oberlippenbart

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flaumig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor den feinen, flaumigen Wirbeln machte sie die Augen zu.
Lenz, Siegfried: Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 188
Das Haar auf seinem Kopf war hellbraun, kurz und flaumig und verlangte danach, gestreichelt zu werden.
Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 144
Der Kinnriemen seines Helms spannt sich über einen flaumigen Bart.
Die Zeit, 02.07.2013, Nr. 26
Ihre elliptischen, flaumig behaarten Blätter haben an der Spitze gekrümmte Dornen.
Der Tagesspiegel, 10.04.2004
Ihre toten, flaumigen, spitzen Gesichter haben die entsetzliche Ausdruckslosigkeit gestorbener Kinder.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 125
Zitationshilfe
„flaumig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flaumig>, abgerufen am 07.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Flaumhaar
Flaumfeder
Flaumer
Flaumbart
Flaumacher
flaumweich
Flaus
Flausch
flauschig
Flauschjacke