Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

flechten

Grammatik Verb · flicht, flocht, hat geflochten
Aussprache 
Worttrennung flech-ten
Wortbildung  mit ›flechten‹ als Erstglied: Flechtarbeit · Flechter · Flechtware · Flechtweide · Flechtwerk · Flechtzaun
 ·  mit ›flechten‹ als Letztglied: aufflechten · ausflechten · durchflechten · einflechten · entflechten · hineinflechten · ineinanderflechten · umflechten · zusammenflechten
 ·  mit ›flechten‹ als Grundform: Geflecht
eWDG

Bedeutung

mehrere, meist drei geschmeidige Gebilde, besonders Haarsträhnen, Weidenruten, Bänder zu etw. Festem, Einheitlichem ineinanderschlingen
Beispiele:
das Haar (zu Zöpfen, in Zöpfe) flechten
sie flicht sich ein Band ins Haar
historischjmdn. aufs Rad flechten
Strohhalme zu einem dicken Band, Blumen zu einem Kranz flechten
bildlich
Beispiel:
Ehret die Frauen! Sie flechten und weben / Himmlische Rosen ins irdische Leben [ SchillerWürde der Frauen]
etw. Festes, Einheitliches durch Ineinanderschlingen von mehreren, meist drei geschmeidigen Gebilden herstellen
Beispiele:
einen Zopf flechten
einen Korb (aus Weidenruten) flechten
Rohrstühle flechten
Sessel mit geflochtenen Sitzflächen
Untersetzer aus Bast, Stroh flechten
das Mädchen hat sich [Dativ] (aus Blumen) einen Kranz geflochten
bildlich
Beispiel:
Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze [ SchillerWallenst.Prolog]
übertragen
Beispiel:
Doch mit des Geschickes Mächten / Ist kein ew'ger Bund zu flechten [ SchillerGlocke]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flechten · Flechte · Geflecht · verflechten · Verflechtung · entflechten · Entflechtung
flechten Vb. ‘winden, ineinander verschlingen’, ahd. flehtan (9. Jh.), mhd. vlehten, asächs. flehtan, mnd. mnl. nl. vlechten, anord. fletta sind wie lat. plectere, aslaw. plesti, russ. plestí (плести) ‘flechten’ (ursprünglich wohl präsentische?) t-Erweiterungen und führen mit griech. plékein (πλέκειν) ‘flechten’ auf ie. *plek- ‘flechten, zusammenwickeln’ (wozu Flachs, s. d., und mit sk-Suffix germ. *flahskō bzw. *flahskōn, nhd. Flasche, s. d.). Verwandtes aind. prásnaḥ ‘Turban, Kopfbinde’ weist dagegen auf ie. *plek̑-. Beide Formen der Gutturalerweiterung sind wahrscheinlich Weiterbildungen der unter falten (s. d.) behandelten Wurzel ie. *pel-. Flechte f. ‘Zopf, Hautausschlag’, mhd. vlehte ‘Hautausschlag, Flechtwerk, Zopf’; vgl. got. flahta ‘Flechtwerk’; dann auch (an Flechtwerk erinnernde) ‘niedere Pflanze’ (18. Jh., doch bereits bei Bock 1539 Flechtenskraut). Geflecht n. ‘Flechtwerk’, ahd. gifleht (9. Jh.); vgl. auch ahd. giflehtida (9. Jh.). verflechten Vb. ‘ineinanderschlingen, fest verbinden’ (17. Jh.), im 20. Jh. besonders zu wirtschaftlichen Großunternehmen; Verflechtung f. ‘Zusammenhang, Verbindung’ (um 1800), auch in bezug auf Wirtschaftsunternehmen (20. Jh.); Gegensatz entflechten Vb. ‘auflösen, trennen’ (20. Jh.), Entflechtung f.

Thesaurus

Synonymgruppe
binden · flechten · winden
Assoziationen
Synonymgruppe
einflechten (in) · flechten · zusammenweben
Synonymgruppe
aus Flechtwerk herstellen · flechten · zusammenflechten
Synonymgruppe
flechten · knüpfen · spinnen · weben · wirken

Typische Verbindungen zu ›flechten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flechten‹.

Verwendungsbeispiele für ›flechten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor jedem Kampf soll er sich seinen Bart in zwei Zöpfe geflochten haben. [Süddeutsche Zeitung, 03.09.2004]
Immer noch trägt sie die krausen schwarzen Haare zu einem dicken Zopf geflochten. [Süddeutsche Zeitung, 24.12.2003]
Ich sollte ein russisches Mädchen spielen und hab mir schon mal zur Probe Zöpfe geflochten. [Süddeutsche Zeitung, 16.08.2002]
Auch ihre braunen Haare sind zu einem langen Zopf geflochten, eng wie ein Tau. [Süddeutsche Zeitung, 20.05.1999]
Es ist vielleicht mit des Geschickes Mächten doch kein ewiger Bund zu flechten. [Süddeutsche Zeitung, 24.10.1996]
Zitationshilfe
„flechten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flechten>.

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