flegelhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfle-gel-haft (computergeneriert)
WortzerlegungFlegel1-haft
Wortbildung mit ›flegelhaft‹ als Erstglied: ↗Flegelhaftigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend wie ein Flegel, ungezogen
Beispiele:
er benahm sich flegelhaft
ein flegelhafter Junge
flegelhafte Manieren, Äußerungen, Bemerkungen
der Schüler erhielt wegen flegelhaften Benehmens einen Eintrag ins Klassenbuch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flegel · Flegelei · flegelhaft · Flegeljahre · flegeln
Flegel m. ‘Werkzeug zum Dreschen, Mensch ohne Takt und Manieren, Lümmel’, ahd. flegil (10. Jh.), mhd. vlegel, asächs. flegil, mnd. vlēgel, mnl. vlēghel, nl. vlegel, engl. flail haben ihren Ausgangspunkt in lat. flagellum ‘Peitsche, Geißel’ (Deminutivum zu gleichbed. lat. flagrum). Wegen der Ähnlichkeit in der Handhabung wird die Bezeichnung im Spätlat. auf das Dreschinstrument erweitert und dann mit der Sache ins Roman. und Germ. überommen. Die herabsetzende Identifizierung des Bauern mit einem seiner Hauptarbeitsinstrumente führt im 16. Jh. zu der übertragenen Bedeutung ‘Bauer, Grobian’ (vgl. auch Bauernflegel, 16. Jh.). Als eindeutige Bezeichnung für das Instrument entsteht die Zusammensetzung ↗Dreschflegel (s. d.). Flegelei f. ‘grobe Unart’ (17. Jh.). flegelhaft Adj. ‘ungezogen, grob’ (19. Jh.), älter flegelhaftig (17. Jh.). Flegeljahre Plur. ‘Zeit jugendlicher Unreife, Pubertät’ (18. Jh.). flegeln Vb. geläufiger sich flegeln (19. Jh.), sich hinflegeln (18. Jh.) ‘sich unanständig, lümmelhaft hinsetzen, hinlegen’; mhd. vlegelen ‘dreschen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bübisch · flegelhaft · ↗lausbubenhaft · ↗lümmelhaft · ↗unmanierlich  ●  ↗rotzfrech  ugs. · ↗rotzig  ugs. · ↗rotznäsig  ugs. · ↗schnöselig  ugs.
Synonymgruppe
abweisend · ↗barsch · ↗brüsk · ↗derb · flegelhaft · ↗forsch · ↗grob · ↗grobklotzig · ↗grobschlächtig · ↗gröblich · kurz angebunden · ↗rau · ↗raubeinig · ↗rauborstig · ↗ruppig · ↗rüde · ↗rüpelhaft · ↗schroff · uncharmant · ↗unflätig · ↗unfreundlich · ↗ungalant · ↗ungehobelt · ↗ungeschliffen · ↗unhöflich · ↗unsanft · ↗unwirsch · ↗unzivilisiert · wenig galant · ↗wirsch  ●  ↗bärbeißig  fig. · nicht (gerade) die feine englische Art  fig. · ↗hantig  ugs., bair. · ↗harsch  geh. · hau-drauf-mäßig  ugs. · in Wildwest-Manier  ugs. · ↗nassforsch  geh. · ↗pampig  ugs. · raubauzig  ugs. · ↗rotzig  ugs. · ↗rustikal  ugs., scherzhaft-ironisch · wie die Axt im Walde  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Benehmen Verhalten benehmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flegelhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Obwohl ich das klaglos tue, geht Tim manchmal sehr flegelhaft mit mir um.
Die Zeit, 25.06.2008, Nr. 27
Es klingt wie die Klage einer Mutter über ihre flegelhaften Kinder.
Der Tagesspiegel, 10.03.2000
Wütend hat er damals das flegelhafte Verhalten der Berliner beklagt.
Süddeutsche Zeitung, 18.04.1994
Sie liebt es, ihre sandinistischen Widersacher wie flegelhafte Schuljungen zu behandeln.
Der Spiegel, 19.02.1990
Sie sehen uns an als eine Art flegelhafter Brüder, mit denen sie gerne raufen, vorzüglich in Sälen und vor Zuhörern.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 61
Zitationshilfe
„flegelhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flegelhaft>, abgerufen am 24.08.2019.

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