flehen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung fle-hen
Wortbildung  mit ›flehen‹ als Letztglied: ↗anflehen · ↗herabflehen · ↗herbeiflehen
 ·  mit ›flehen‹ als Grundform: ↗Geflehe
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben (jmdn.) inständig und demütig (um etw.) bitten
(jmdn.) um etw. flehen
Beispiele:
jmdn. um Hilfe, Rettung flehen
die Gefangenen flehten um Gnade, um ihr Leben
Sie lagen beide vor ihm auf den Knien und flehten um Erbarmen [ G. KaiserTanakaII]
Ich flehe dich um drei Tage Zeit [ SchillerBürgschaft]
das stumme Flehen in den Augen [ SeghersDie Toten6,483]
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
der flehende Ton ihrer Stimme
er warf ihr einen flehenden Blick zu
er blickte sie flehend an
sie hob flehend ihre Hände
Unter den Wachleuten erhob sich ein ... flehendes Raunen [ AichingerHoffnung145]
zu jmdm., etw. flehen
Beispiele:
zu Gott, zum Himmel flehen
Leise flehen meine Lieder durch die Nacht zu dir [ SchubertStändchen]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flehen · erflehen · flehentlich
flehen Vb. ‘inständig bitten’, ahd. flē̌hōn (8. Jh.), flē̌hen (9. Jh.), mhd. vlēhen, vlēgen, vlēn ‘schmeichelnd, dringlich bitten’, asächs. flēhon, mnd. vlēn, mnl. nl. vleien und mit abweichender Bedeutung (sowie ungeklärter Anlautsvariante, s. auch ↗fliehen) got. gaþlaihan ‘ermahnen, trösten’ sind etymologisch nicht näher zu bestimmen. Verwandtschaft mit anord. flār ‘schlau, hinterlistig’, aengl. flāh ‘trügerisch, listig, feindlich’ ist wahrscheinlich, wenn vermittelnd zwischen den unterschiedlichen Bedeutungen ‘unaufrichtig sein, heucheln’ angenommen wird. erflehen Vb. ‘durch inständiges Bitten zu erlangen suchen, erbitten’, ahd. irflē̌hōn (8. Jh.), mhd. ervlēhen. flehentlich Adj. ‘dringlich bittend, inständig’, mhd. vlēhe(n)lich mit späterer Einfügung eines -t- als Gleitlaut.

Thesaurus

Synonymgruppe
anflehen · ↗appellieren · auf Knien (an)flehen · ↗aufrufen · ↗erflehen · flehen · inständig bitten · unter Tränen (an)flehen · unter Tränen bitten  ●  bitteln und betteln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›flehen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flehen‹.

Verwendungsbeispiele für ›flehen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Mutter fleht darum, das Kind bei sich behalten zu dürfen.
Der Tagesspiegel, 20.05.2001
In seinem eigenen Prozeß fleht der Greis um sein Leben.
Bild, 02.06.1999
Ich verstehe kein Wort, aber ich weiß, er fleht für sein Leben.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 285
Als er eintrat, streckte sie ihm flehend die Hände entgegen.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 290
Die Älteren auf unserem Wagen schrien um Hilfe, flehten zu Gott.
Die Zeit, 03.06.2002, Nr. 22
Zitationshilfe
„flehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flehen>, abgerufen am 25.09.2020.

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