flehentlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfle-hent-lich
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben inständig
Beispiele:
eine flehentliche Bitte
er bat (ihn) flehentlich um Hilfe, Gnade, Rat
sie blickte mich flehentlich an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flehen · erflehen · flehentlich
flehen Vb. ‘inständig bitten’, ahd. flē̌hōn (8. Jh.), flē̌hen (9. Jh.), mhd. vlēhen, vlēgen, vlēn ‘schmeichelnd, dringlich bitten’, asächs. flēhon, mnd. vlēn, mnl. nl. vleien und mit abweichender Bedeutung (sowie ungeklärter Anlautsvariante, s. auch ↗fliehen) got. gaþlaihan ‘ermahnen, trösten’ sind etymologisch nicht näher zu bestimmen. Verwandtschaft mit anord. flār ‘schlau, hinterlistig’, aengl. flāh ‘trügerisch, listig, feindlich’ ist wahrscheinlich, wenn vermittelnd zwischen den unterschiedlichen Bedeutungen ‘unaufrichtig sein, heucheln’ angenommen wird. erflehen Vb. ‘durch inständiges Bitten zu erlangen suchen, erbitten’, ahd. irflē̌hōn (8. Jh.), mhd. ervlēhen. flehentlich Adj. ‘dringlich bittend, inständig’, mhd. vlēhe(n)lich mit späterer Einfügung eines -t- als Gleitlaut.

Thesaurus

Synonymgruppe
bittend · flehend · flehentlich · inständig bittend
Synonymgruppe
aus tiefster Seele · ↗dringend · drängend · ↗eindringlich · flehend · flehentlich · ↗händeringend · in flehendem Tonfall · ↗inständig · inständigst · ↗nachdrücklich · sehnlichst · unter Flehen  ●  beschwörend  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anruf Appell Aufruf Bitte Bitten Blick Brief Gebet Geste Ruf Wunsch appellieren beinahe beschwören bitten fast geradezu klingen rufen werben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flehentlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Keiner ihrer Gäste, die johlend davonrannten, hörte ihre flehentliche Bitte, in Gottes Namen zu bleiben.
Die Zeit, 12.03.1998, Nr. 12
Ich hatte wirklich während meines Gesanges keine Zeit, ihn flehentlich darum zu bitten; aber ich entschuldigte mich, und schließlich lief die Probe weiter.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Wenn sie dann schließlich gehen, wird sie das zwar bedauern, aber nicht flehentlich bitten, noch länger zu verweilen.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 84
Der kann sie nicht vergessen, wälzt sich schlaflos im Bett herum und hat mir schon zweimal flehentlich gefaxt, dass ich es schreiben soll.
Bild, 18.12.2000
Sie erschrak heftig und wollte davon; doch ich sprang auf sie zu, umschlang sie und bat sie flehentlich zu bleiben.
Christ, Lena: Mathias Bichler. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 17124
Zitationshilfe
„flehentlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flehentlich>, abgerufen am 21.11.2019.

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