fleißig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungflei-ßig
Wortbildung mit ›fleißig‹ als Letztglied: ↗bienenfleißig · ↗überfleißig  ·  formal verwandt mit: ↗befleißigen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
beharrlich und zielstrebig tätig, eifrig, arbeitsam
Gegenwort zu faul
Beispiele:
fleißig arbeiten, lernen, studieren, musizieren
fleißig Beeren sammeln
sie rechneten fleißig, wieviel die Ware kosten würde
sie waren heute fleißig wie die Bienen
jetzt wollen wir wieder fleißig sein!
sei nicht gar zu fleißig
ein fleißiger Schüler, Junge, Arbeiter, Mensch
ein fleißiges Volk
fleißige Bienen
sie war das fleißigste Mädchen in der Klasse
es regen sich viele, tausend fleißige Hände (= viele Menschen sind tätig), um den Festplatz zu schmücken
das Fleißige Lieschen (= fortgesetzt reich blühende Zierpflanze mit roten, rosa oder weißen Blüten, besonders die Immerblühende Begonie)
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch, / Was fleißige Hände erwarben [HeineWintermärchen2,432]
2.
Fleiß beweisend
Beispiele:
eine fleißige Arbeit
ein fleißiger Aufsatz, ein fleißiges Sammelergebnis
3.
umgangssprachlich häufig, oft, regelmäßig
Beispiele:
fleißig spazierengehen
er geht fleißig ins Theater, besucht fleißig die Vorlesungen
ich besuche ihn fleißig
wir sind fleißige Leser in der städtischen Bücherei
fleißig (= tüchtig) trinken
wir mussten fleißig bezahlen
Schicken Sie Carl immer noch fleißig Zigarren, meine Liebe? [BredelSöhne197]
Wir wollen weniger erhoben, / Und fleißiger gelesen sein [LessingSinngedichte1,3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fleiß · befleißen · befleißigen · beflissen · geflissentlich · fleißig
Fleiß m. ‘Eifer, Arbeitsamkeit’, ahd. flīʒ ‘Kampf, Streit, körperliche Anstrengung, geistige Anspannung, Übereifer’ (8. Jh.), mhd. vlīʒ, vlieʒ ‘Beflissenheit, Eifer, Sorgfalt’, asächs. flīt, mnd. vlīt, mnl. nl. vlijt, aengl. flīt bleiben ohne sichere Anschlußmöglichkeiten. Während ahd. und mhd. der umfassendere Sinn ‘Eifer, Anstrengung, Sorgfalt’ gilt, überwiegt in neuerer Zeit die Bedeutung ‘Arbeitsamkeit’. Die ursprüngliche Bedeutung hat sich erhalten in der Wendung etw. mit Fleiß (‘mit voller Absicht’) tun sowie in den reflexiven Verben befleißen und befleißigen ‘sich bemühen’ (15. Jh.). Reste eines starken Verbs ahd. flīʒan ‘kämpfen, streiten, sich körperlich und geistig anstrengen’ (8. Jh.), mhd. vlīʒen ‘eifrig sein, sich bemühen’, asächs. -flītan, mnd. mnl. vlīten, aengl. flītan sind erhalten in beflissen Part.adj. ‘eifrig, emsig’ (16. Jh.; älter beflissen sein, Ende 15. Jh.) und geflissentlich Adv. ‘mit Eifer, mit Bedacht’ (18. Jh.), ohne Gleitlaut geflissenlich (16. Jh.). fleißig Adj. ‘arbeitsam’, ahd. flīʒīg ‘körperlich angestrengt, eifrig bemüht’ (9. Jh.), mhd. vlīʒec, vlīʒic ‘eifrig, sorgfältig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
beflissen · ↗dienstbar · ↗dienstbeflissen · ↗dienstfertig · ↗eifrig · ↗emsig · fleißig · ↗geschäftig · ↗pflichteifrig  ●  ↗schaffig  ugs., süddt.
Assoziationen
Synonymgruppe
anpackend · ↗arbeitsam · ↗energisch · ↗engagiert · fleißig · ↗produktiv · ↗strebsam · ↗tatkräftig · ↗tüchtig  ●  mit Schmackes  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
befleißigt · ↗bemüht · ↗besorgt · bestrebt · ↗betriebsam · ↗emsig · fleißig
Synonymgruppe
(sehr) engagiert · aus Passion · ↗enthusiastisch · ↗fanatisch · fleißig · glühend · heiß und innig (lieben) · ↗hingebungsvoll · ↗intensiv · ↗leidenschaftlich · mit (viel) Herzblut · mit Hingabe · mit Leib und Seele (dabei) · mit ganzer Seele · mit großem Einsatz · mit viel Engagement · ↗passioniert · ↗rückhaltlos · ↗vehement · voller Hingabe · voller Leidenschaft  ●  ↗begeistert (leidenschaftlich)  Hauptform · ↗flammend  geh., fig. · mit Lust und Liebe  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ameise Arbeiter Arbeiterin Biene Handwerker Helfer Kirchgänger Liese Punktesammler Schaltarbeit Schalten basteln begabt brav büffeln diszipliniert ehrgeizig ehrlich gewissenhaft intelligent mitschreiben pünktlich sammeln sparsam strebsam trainieren tüchtig zuverlässig üben überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fleißig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der schrieb fleißig wie Papa, jedoch nicht ganz so erfolgreich.
Der Tagesspiegel, 01.06.2000
Auch in der freien Wirtschaft hat die Deutsche Bank einmal versucht, die Einkommen besonders fleißiger Angestellter zu begrenzen, inzwischen werden die Gehälter wieder frei ausgehandelt.
Die Welt, 23.09.1999
Schon der äußere Umfang seines Werkes - die moderne Ausgabe umfaßt 44 große Bände - erweist ihn als ebenso fleißig wie wenig ursprünglich.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 28346
Ich muß abends noch fleißig sein. Was macht ihr denn tagsüber in Frankreich?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.10.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wir werden tags zuvor die Kinder aufmuntern, beim Schmücken ihrer Häuser fleißig mitzuhelfen.
Schulze, Hermann: Frohes Schaffen und Lernen mit Schulanfängern, Langensalza u. a.: Beltz 1939 [1931], S. 71
Zitationshilfe
„fleißig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fleißig>, abgerufen am 26.06.2019.

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