fleischig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungflei-schig
Wortbildung mit ›fleischig‹ als Letztglied: ↗zartfleischig
eWDG, 1967

Bedeutung

mit viel Fleisch, massig
Beispiele:
ein fleischiges Gesicht, Kinn, ein fleischiger Kopf
fleischige Beine, Hände, Lippen
er hatte eine fleischige Nase
Männer mit fleischigen Schultern
fleischige Hühner, Enten
ein fleischiger (= saftiger) Stängel
fleischige Blätter, Wurzeln
die dicken, fleischigen Stauden der Pferdebohne
dicke Gestalten mit fleischigen, bloßen Armen nahmen fast den ganzen freien Raum in den beengten Buden ein [G. HermannGebert134]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fleisch · fleischlich · fleischig · fleischen · zerfleischen · Fleischer · eingefleischt
Fleisch n. ‘Muskelgewebe bei Mensch und Tier’, auch übertragen von Pflanzen und deren Früchten (vgl. Fruchtfleisch), ahd. fleisc (8. Jh.), mhd. vleisch, asächs. flēsk, mnd. vlēsch, mnl. vleesc, vleis(c), vlees, nl. vlees, aengl. flǣsc, engl. flesh und mit engerer Bedeutung anord. flesk, fleski, schwed. fläsk ‘Schweinefleisch, Speck’. Herkunft ungewiß. Zieht man aengl. flicce, anord. flikki ‘Speckseite’ sowie das unter ↗Fleck (s. d.) behandelte Substantiv heran, so ist, ausgehend von ‘abgetrennte Fleischscheibe’, Verwandtschaft mit lit. plė́šti ‘reißen, zerren, abrupfen’ und Anschluß an ie. *plēk̑-, *plək̑- und *plēik̑-, *plīk̑- ‘reißen, abreißen (abschälen)’ bzw. an eine auf -s auslautende Variante denkbar, die als Weiterbildungen der Wurzel ie. *plē-, *plə- ‘abspalten, abreißen’ aufgefaßt werden können. Von Fleisch abgeleitet fleischlich Adj. ‘vergänglich, sterblich’, ahd. fleisclīh (9. Jh.), mhd. vleischlich. fleischig Adj. ‘viel Fleisch enthaltend’, spätmhd. vleischic. fleischen Vb. ‘mit Fleisch versehen, Fleisch ablösen’, ahd. fleisken ‘abreißen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vleischen ‘mit Fleisch überziehen, zerfleischen, das Fleisch von der Haut abschaben’ ist im Nhd. noch fachsprachlich, selten in der Allgemeinsprache üblich, bleibt aber erhalten in der Präfixbildung zerfleischen Vb. ‘heftig verwunden’, besonders von Raubtieren, Raubvögeln ‘zerfetzen’ (16. Jh.), verstärkende Präfixbildung zu mhd. vleischen; vgl. ahd. zifleiscōnto Adv. des Part. Präs. ‘zerfleischend, das Fleisch zerreißend’ (11. Jh.). Fleischer m. ‘wer professionell Tiere schlachtet, Fleischprodukte herstellt’ (15. Jh.), spätmhd. vleischer ‘Henker’. Zu den dt. Berufsbezeichnungen für ‘Fleischer’ vgl. W. Braun in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 2 (1976) 73 ff. eingefleischt Part.adj. ‘in Fleisch und Blut übergegangen, unveränderlich, unverbesserlich’ (16. Jh.; vgl. mhd. īnvleischen von Christus ‘zu Fleisch, zum Menschen werden’).

Typische Verbindungen zu ›fleischig‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fleischig‹.

Verwendungsbeispiele für ›fleischig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Milchiges Geschirr darf auch nicht mit fleischigem Geschirr gewaschen werden.
Bild, 29.10.2003
Der mit der fleischigen Hand neben Ihrem Ohr wird unruhig.
Die Zeit, 22.04.1996, Nr. 17
Er steht sehr aufrecht, den fleischigen Kopf hoch, die grauen Augen geradeaus.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 85
Dann nimmt man es, ohne einen Tropfen herunterfallen zu lassen, in den Mund und zieht den fleischigen kleinen Teil vom Blatt mit den Zähnen ab.
Goetz von Schüching, Ruth: Durch gute Lebensart zum Erfolg, Leipzig: Hesse & Becker 1932 [1925], S. 23
Aber da kommt ihm schon die kurze, fleischige Hand des Arztes entgegen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 316
Zitationshilfe
„fleischig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fleischig>, abgerufen am 04.04.2020.

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