fletschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungflet-schen
Wortbildung mit ›fletschen‹ als Letztglied: ↗anfletschen
eWDG, 1967

Bedeutung

die Zähne, mit den Zähnen fletschendie Zähne zeigen
Beispiele:
der gereizte Hund fletschte die Zähne
Wölfe, die ... mit gefletschten Zähnen gegen sie ansprangen [CramerKonzessionen190]
»Na ...«, sagte Karlchen und fletschte nach alter Gewohnheit das Gebiß [TucholskyGripsholm78]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fletschen Vb. ‘die Zähne zeigen’. Neben mhd. vletzen ‘ebnen, ausbreiten’ steht affektisch verschärftes (mit Übergang von tz in tsch) mhd. vletschen ‘den Mund breit machen und die Zähne entblößen, die Zähne zeigen’, die beide zu ahd. flaʒ Adj. ‘flach’ (um 800), asächs. flat ‘flach, seicht’, anord. flatr, schwed. flat gehören (Substantivbildungen zu diesem Adjektiv s. unter ↗Flöz). Diese germ. Formen führen auf eine Wurzelerweiterung mit auslautender Media (ie. -d-), während verwandtes griech. platýs (πλατύς) ‘weit, breit, flach, eben’ (s. ↗platt), lat. planta ‘Fußsohle’, lit. plóti ‘platt drücken, breit formen’ und wohl auch aruss. plastъ, russ. plast (пласт) ‘Schicht, Lage, Scheibe’ ebenso wie ↗Fladen und ↗Flunder (s. d.) eine Dentalerweiterung mit auslautender Tenuis (ie. -t-) der Wurzel ie. *pel(ə)-, *plā- ‘breit und flach, ausbreiten, breitschlagen, breitklatschen’ (s. ↗Feld) voraussetzen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Lippen zurückziehen · Zähne zeigen · ↗blecken  ●  fletschen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›fletschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fletschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›fletschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es fletscht zwei Akte lang über zwei Stunden hin unablässig die Zähne.
Die Welt, 24.02.2004
Sie bellt wie ein Hund; fletscht die Zähne wie ein Wolf; gackert wie ein Huhn.
Süddeutsche Zeitung, 30.05.2003
Sie fletschte die Zähne und trat ihm wohl fünfmal hintereinander in einem bestimmten, bösartigen Rhythmus auf den Fuß.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 4887
Zu ihrer Beruhigung hätte ich jetzt am liebsten die Zähne gefletscht und die Augen gerollt, ließ es dann aber bleiben.
Sparschuh, Jens: Der Zimmerspringbrunnen, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1995, S. 100
Es hielt die noch rauchende Pistole in der Hand und fletschte vor Wut die herrlichsten Zähne.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 2
Zitationshilfe
„fletschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fletschen>, abgerufen am 29.03.2020.

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