florieren

Grammatik Verb · floriert, florierte, hat floriert
Aussprache 
Worttrennung flo-rie-ren
Herkunft Latein
eWDG, 1967

Bedeutung

gedeihen, sich (im geschäftlichen Bereich) günstig entwickeln, blühen
Beispiele:
das Geschäft, der Handel, die Industrie, der Betrieb, Gasthof, das Hotel, die Tankstelle floriert
das Unternehmen wollte nicht florieren
die Arbeit floriert
er besaß einen (gut) florierenden Gemüseladen
wo er eine von Jahr zu Jahr mehr florierende Anwaltpraxis eröffnete [ JensMann28]
Um die Jahre 1920 bis 1930 florierte der Lauchstädter Brunnen sehr (= hatte der Lauchstädter Brunnen viel Umsatz) in Berlin [ BrugschArzt267]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flor1 · florieren · deflorieren · Defloration
Flor1 m. ‘Blumenfülle, Blütenpracht’. Mhd. flōre, frühnhd. Flore f. ‘Blume, Blüte’ (in metaphorischer Verwendung) ist zunächst Entlehnung aus gleichbed. afrz. flor, flour (frz. fleur), dem es auch im Genus folgt; vgl. daneben mhd. flōrī ‘blühendes Aussehen’ (wohl nach afrz. flori, Part.adj. zum Verb afrz. florir, s. unten), flōrīe ‘Blume, Blütenpracht’ (als Kollektivbildung?). Seit dem 16. Jh. erscheint nhd. Flor(e) häufig in Wendungen wie in aller Flore, in Flor sein, stehen (mehrfach entstellt in Flor und esse kommen, erhalten), nach im Nlat. üblichem in flore esse ‘in Blüte, Ansehen stehen’, nun also im Anschluß an lat. flōs (Genitiv flōris) ‘Blume, Blüte, Periode der höchsten Kraftentfaltung, bester, edelster Teil’ (verwandt mit ↗blühen, s. d.), das der frz. Form ebenfalls zugrunde liegt. Maskulines Genus (nach lat. Vorbild) gilt vom 17. Jh. an. Freier Gebrauch außerhalb der präpositionalen Fügung findet sich erst um 1700, die auf konkrete Sachverhalte bezogene Bedeutung ‘große Zahl von Blüten, Blumenfülle’ nicht vor der 2. Hälfte des 18. Jhs. florieren Vb. ‘blühen, gedeihen, vorankommen’ (Ende 16. Jh.), mhd. flōrieren ‘(mit Blumen) schmücken, stattlich ausrüsten’ (von afrz. florir ‘mit Blumen schmücken, blühen’, spätlat. flōrīre, lat. flōrēre ‘blühen, in Blüte, hohem Ansehen stehen’); vgl. gleichbed. mhd. flōren (abgeleitet von mhd. flōre). deflorieren Vb. ‘entjungfern’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. dēflōrāre ‘Blüten abpflücken, des Ansehens, der Ehre, der Jungfernschaft berauben’. Defloration f. ‘Entjungferung’, teils auch ‘Schändung’ (18. Jh.), aus lat. dēflōrātio (Genitiv dēflōrātiōnis) ‘das Entblüten, Blumenlese, Entjungferung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) gut laufen · ↗blühen · ↗boomen · erfolgreich sein · florieren  ●  ↗brummen  ugs.
Synonymgruppe
(gut) vorankommen · (sich) erfreulich entwickeln · (sich) gut entwickeln · ↗aufwärts · es geht aufwärts (mit) · florieren · ↗gedeihen · ↗gut gehen (Geschäfte) · gut laufen (es) · ↗prosperieren · wachsen, blühen und gedeihen · wächst, blüht und gedeiht
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›florieren‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›florieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›florieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und auch innerhalb der Europäischen Union floriert der schwarze Handel.
Die Zeit, 24.02.2005, Nr. 09
Uns ist mit dem BE ein glänzendes Comeback gelungen, wir florieren auch ökonomisch - das macht uns unangreifbar.
Bild, 07.09.2000
Denn nicht nur der Export floriere wieder, sondern auch der Konsum.
Süddeutsche Zeitung, 23.01.2004
Auch das Wirtshaus, das heute verschwunden ist, hat lange florieren und einen gespornten Stiefel im Schilde führen dürfen.
Bergengruen, Werner: Der letzte Rittmeister, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1956 [1952], S. 70
In solchen kleinen Gemeinden floriert dann auch diese höchste Blüte der eigenen Wichtigkeitsüberzeugung - der Glaube an ein persönliches Fortbestehen.
Heyking, Elisabeth von: Briefe, die ihn nicht erreichten. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5882
Zitationshilfe
„florieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/florieren>, abgerufen am 02.12.2020.

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