flott

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›flott‹ als Erstglied: ↗flottmachen · ↗flottweg  ·  mit ›flott‹ als Letztglied: ↗unflott
Mehrwortausdrücke flotter Dreier · ↗flotter Heinrich · ↗flotter Otto · ↗flottes Mundwerk

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] schnell, zügig
  2. 2. [umgangssprachlich] hübsch und munter, schneidig
    1. a) ...
    2. b) schick, modisch
  3. 3. einsatzbereit, fahrbereit
    1. [umgangssprachlich, übertragen] ...
  4. 4. [umgangssprachlich] lustig und unbeschwert, verschwenderisch
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich schnell, zügig
Beispiele:
ein flottes Tempo
das war ein flottes Fußballspiel
in dieser Gaststätte ist flotte Bedienung
ein flott arbeitender Kellner
etw. geht jmdm. flott von der Hand
die Arbeit geht flott voran
mit flotten Pinselstrichen malte er das Bild
es könnte, müsste flotter gehen!
sie erledigte alles viel flotter als ihr Mann
eine flotte (= flinke) Verkäuferin
flotte (= schwungvolle) Weisen, Klänge
flotte Tanzmusik ertönte in den Festsälen
die Veranstaltung endete mit einem flotten Tanz
die Kapelle spielt recht flott (= ohne große Pausen)
sie hat ein flottes Mundwerk (= spricht schnell und viel)
die Erzählung ist flott (= flüssig, geläufig) geschrieben
ein flott (= gut) gehendes Geschäft
der Absatz der Waren war flott
salopp, verhüllendden flotten Otto (= Durchfall) haben
Das Hamburger Adreßbuch, aber ein bißchen flott, ja? [ FalladaBlechnapf193]
Nach dem kurzen Anfall fühlte ich mich sehr wohl und konnte schon wieder flott gehen [ RennAdel67]
SeemannsspracheWir machten flotte Fahrt und kamen bald in den Passat hinein [ WeitendorfLogbuch21]
Voran die Musik mit Tschindrara / Spielt einen flotten Marsch [ BrechtGedichte77]
da gibt es eine flotte (= lohnende, angenehme) Arbeit in Leuna [ BaierlFlinz3]
würde er das Falliment verhüten ... und sein Geschäft flott erhalten [ Th. MannBuddenbrooks1,222]
2.
umgangssprachlich hübsch und munter, schneidig
a)
Beispiele:
ein flottes Mädchen, ein flotter Bursche, Junge
er hat ein flottes Auftreten
sie macht eine flotte Figur
b)
schick, modisch
Beispiele:
ein flottes Kleid, ein flotter Anzug, Hut
eine flotte Kleidung, Bluse, Mütze, Krawatte
die flotte Machart des Mantels
das Auto hat ein flottes Aussehen
er sieht flott aus mit dem neuen Anzug
3.
einsatzbereit, fahrbereit
Beispiele:
Seemannssprachedas (auf Grund gelaufene, geratene) Schiff ist, wurde wieder flott
Seemannssprachees dauerte lange, bis wir den Kahn wieder flott bekamen
nach dem Sturz bekam der Rennfahrer seine Maschine nicht mehr flott
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
er ist wieder flott (= hat wieder Geld, ist wieder obenauf)
Bloomsbury stellte in Aussicht, die ZEG werde bald wieder flott sein und liefern [ BrechtDreigroschenroman245]
4.
umgangssprachlich lustig und unbeschwert, verschwenderisch
Beispiele:
flott leben
ein flottes Leben führen
flott (= großzügig) mit dem Gelde umgehen
Er war ganz das Gegenteil jener flotten Lebemänner, die er in seinen Operetten schilderte [ WildenhainSchauspieler24]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flott · Flott
flott Adj. ‘munter, flink, schick’ gehört etymologisch zu den Formen von ↗fließen, ↗Floß und ↗Flotte (s. d.) und ist ursprünglich ein Wort der nd.-nl. Seemannssprache, vgl. mnd. an vlot bringen (ein Schiff) ‘fahrtbereit machen’, nd. flot ‘fließend, schwimmend’, nl. (älter) vlot ‘schwimmfähig’. Ausgangsbedeutung ist ‘obenauf schwimmend’, daher auch flott (‘schnell’) vorangehen, nd. dat geid flot ‘fließend, leicht, glatt, schnell’. Das Adjektiv wird im 17. Jh. ins Hd. aufgenommen. Die übertragene Bedeutung ‘lebensfroh, munter’ (aus ‘obenauf schwimmend’) entwickelt sich in der Studentensprache und gewinnt allgemeine Verbreitung (18. Jh.). Dazu im Sinne von ‘obenauf Schwimmendes’ die Substantivierung Flott n. ‘Milchrahm’ (18. Jh.), entsprechend nd. Flot, mnd. vlot, auch ‘Wasserlinsen, Entengrütze’ (19. Jh.), ‘Schwimmer, Pose’ (an der Angelschnur).

Thesaurus

Synonymgruppe
Zeit sparend · ↗behänd(e) · ↗eilig · ↗flink · flott · ↗flugs · ↗hurtig · ↗munter · ↗rapid · ↗rapide · ↗rasch · ↗schleunig · unerwartet schnell · ↗zeitsparend · ↗zügig  ●  ↗geschwind  veraltend · ↗schnell  Hauptform · ↗speditiv  schweiz. · ↗zeitnah  Jargon, floskelhaft · ↗dalli  ugs. · ↗eilends  geh. · ↗fix  ugs. · ↗hopphopp  ugs. · in lebhafter Fortbewegungsweise  ugs., ironisch · mit Karacho  ugs. · mit Schmackes  ugs., regional · mit einem Wuppdich  ugs. · ↗subito  ugs. · ↗umgehend  geh., kaufmännisch, Schriftsprache · ↗zackig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
chic · ↗elegant · ↗fesch · flott · ↗kleidsam · ↗modisch · ↗schick · ↗schmissig · ↗schmuck · ↗schnittig  ●  ↗frech  fig. · ↗cool  ugs., engl. · ↗geil  ugs. · ↗schnatz  ugs., regional · ↗schnieke  ugs., berlinerisch · ↗stylish  fachspr., werbesprachlich · ↗todchic  ugs., Verstärkung · ↗todschick  ugs., Verstärkung
Assoziationen
  • (perfekt) gestylt · durchgestylt · herausgeputzt · ↗piekfein  ●  (schwer) in Schale  ugs. · ↗geschniegelt  ugs. · geschniegelt und gebügelt  ugs. · geschniegelt und gestriegelt  ugs. · in Kluft  ugs.
  • (die) Mode sein · Konjunktur haben(d) · Szene... · ↗aktuell · dem Zeitgeist entsprechend · ↗gefragt · im Trend liegen(d) · ↗stylisch  ●  (...) ist das neue (...; ist der / die neue ...)  Jargon, floskelhaft · zum guten Ton gehören(d)  fig. · (voll) im Trend  ugs. · ↗Kult  ugs. · ↗angesagt  ugs. · ↗en vogue  geh., franz. · ↗hip  ugs. · hoch im Kurs stehen  ugs. · im Schwange (sein)  geh. · ↗in (betont, Emphase)  ugs., engl. · in Mode  ugs., Hauptform · ↗kultig  ugs. · ↗sexy  ugs., fig. · ↗trendig  ugs. · ↗trendy  ugs.
  • ausgehfertig · ↗stadtfein
Synonymgruppe
begeistert · ↗beschwingt · flott · mit Eifer · mit Feuereifer · mit Verve · mit wehenden Fahnen · ↗ungehemmt · voller Begeisterung · voller Elan  ●  mit fliegenden Fahnen  fig. · ↗schmissig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Pep haben(d) · flott · mit Pep · ↗scharf  ●  ↗fetzig  ugs., jugendsprachlich · ↗geil  ugs., jugendsprachlich · ↗peppig  ugs.
Synonymgruppe
aufreizend · flott · ↗frech · ↗herausfordernd · ↗keck · ↗kess · ↗kokett · ↗neckisch  ●  ↗fesch  ugs., süddt.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›flott‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flott‹.

Verwendungsbeispiele für ›flott‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er bewegt den immerhin gut zwei Tonnen schweren Wagen recht flott durch die Stadt.
Bild, 11.11.2002
Aber die Geschichte geht eben bloß in der Theorie so flott.
Der Tagesspiegel, 04.06.2000
Selbstverständlich darf die Einrichtung dieser Räume ein flottes Bedienen nicht behindern.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 28
Da war er im Moment schon in flotteres Tempo gekommen.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 130
Das Schicksal kam mir wie immer entgegen und ich wurde flott.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30293
Zitationshilfe
„flott“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flott>, abgerufen am 18.06.2021.

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