flunkern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung flun-kern
Wortbildung  mit ›flunkern‹ als Erstglied: Flunkerei · Flunkerer  ·  mit ›flunkern‹ als Letztglied: anflunkern · vorflunkern · zusammenflunkern
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich die Unwahrheit sagen, schwindeln
Beispiele:
er hat wohl nur ein bisschen geflunkert
flunkere nicht!
hier ist viel geflunkert worden
weil er vor Leuten flunkert und protzt [ St. ZweigBalzac177]
Mit dem ersten Blick nämlich erkannte sie, daß der hochwürdige Neffe nicht geflunkert hatte [ WerfelVeruntreuter Himmel107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

flunkern Vb. ‘schwindeln, aufschneiden’ dringt aus dem Nd. ins Hd. (18. Jh.). Nd. flunkern, nl. flonkeren ‘glänzen, schimmern’ sind am ehesten als ablautende Iterativbildungen des 17. Jhs. zu mnd. flink ‘glänzend, blinkend’, mnl. vlinken ‘glitzern, flackern, schnell bewegen’ aufzufassen und etymologisch an flink (s. d.) anzuschließen. Die Bedeutung ‘aufschneiden’ entwickelt sich (wohl über ‘glänzen wollen’) bereits im Nd.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) eine wüste Geschichte auftischen · (jemanden) anflunkern · Seemannsgarn spinnen · aufschneiden · es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen · übertreiben  ●  flunkern  Hauptform · (jemandem) einen vom Pferd erzählen  ugs. · Märchen erzählen  ugs. · mit der Wahrheit kreativ umgehen  geh., verhüllend, ironisierend
Oberbegriffe
  • (ein) falsches Spiel spielen · (etwas) wahrheitswidrig behaupten · (etwas) wider besseres Wissen behaupten · betrügen · die Unwahrheit sagen · hochstapeln · schwindeln  ●  (es) mit der Wahrheit nicht so genau nehmen  verhüllend · lügen  Hauptform · mit gespaltener Zunge sprechen  fig. · cheaten  ugs. · es nicht so mit der Wahrheit haben  ugs. · krücken  ugs., regional · mogeln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›flunkern‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›flunkern‹.

Verwendungsbeispiele für ›flunkern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie sich später herausstellen sollte, hatte er natürlich auch in diesem Buch ganz schön geflunkert.
Der Tagesspiegel, 19.11.1999
Alle hatten sie ihm weisgemacht, sie seien sehr erfolgreich; nun merkt er, daß sie da wohl geflunkert haben.
Süddeutsche Zeitung, 21.12.1996
Man kann noch so viel flunkern, die Liebe lässt sich nicht veralbern!
Bild, 21.03.2001
Sie quasselten und wimmerten und flunkerten: die Frau fand sich in das Unvermeidliche und handelte; das pflegte dem Hause gut zu bekommen.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7643
Die Leute wussten schon, dass ich flunkerte, aber sie unterhielten sich dabei.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 316
Zitationshilfe
„flunkern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/flunkern>, abgerufen am 24.01.2022.

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