fluten

GrammatikVerb · flutet, flutete, ist/hat geflutet
Aussprache
Worttrennungflu-ten
Wortbildung mit ›fluten‹ als Erstglied: ↗Flutung  ·  mit ›fluten‹ als Letztglied: ↗abfluten · ↗anfluten · ↗durchfluten · ↗einfluten · ↗entgegenfluten · ↗herabfluten · ↗heranfluten · ↗hereinfluten · ↗hineinfluten · ↗umfluten · ↗zurückfluten · ↗überfluten

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. stark strömen, fließen
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] in starker Bewegung sein
  2. 2. [Seemannssprache] etw. unter Wasser setzen, volllaufen lassen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
stark strömen, fließen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
das Hochwasser war in die Keller geflutet
Und sieh! aus dem finster flutenden Schoß / Da hebet sich's schwanenweiß [SchillerTaucher]
bildlich
Beispiele:
eine Welle von Licht flutet in das Zimmer
Sonnenlicht, Musik flutet in den Raum
übertragen in starker Bewegung sein
Beispiele:
der Verkehr flutet um das Denkmal
zahllose Wagen fluteten über die Autobahn
eine Menschenwelle flutet in das Gebäude
flutende Ähren
Die Straße flutete schon sommerlich bunt [WerfelAbituriententag236]
2.
Seemannssprache etw. unter Wasser setzen, volllaufen lassen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
das Dock wurde geflutet
Die Ventile zur Abteilung 3 wurden aufgemacht und die ganze Station mit Mann und Maus ›geflutet [F. WolfMatrosen1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flut · fluten · Flutlicht
Flut f. ‘Strömung, Überschwemmung’, ahd. fluot (8. Jh.), mhd. vluot ‘fließendes Wasser, überströmende Wassermasse’, asächs. aengl. flōd, mnl. vloet, nl. vloed, engl. flood, anord. flōð, schwed. flod, got. flōdus. Die Abstraktbildung germ. *flōdu- führt mit griech. plṓein (πλώειν) ‘schwimmen’, plōtós (πλωτός) ‘schwimmend’, aslaw. plavati, russ. plávat’ (плавать) ‘schwimmen’ auf ie. *plō(u)-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *pel(ə)-, die, anders als ie. *pleu- (s. ↗fließen), Langdiphthong bzw. Langvokal aufweist. Ein dieser Wurzelerweiterung folgendes Verb ist im Nhd. nicht erhalten, doch vgl. aengl. flōwan, anord. flōa ‘fließen’. Als Gegenwort zu ↗Ebbe (s. d.) begegnet mnd. vlōt im 15. Jh., nhd. Flut gegen Ende des 16. Jhs. fluten Vb. ‘strömen, sich ergießen, unter Wasser setzen’, mhd. vluoten ‘fließen, strömen’. Flutlicht n. ‘große Plätze überflutendes, beleuchtendes künstliches Licht’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fluten · ↗überfluten · ↗überschwemmen · ↗überspülen
Synonymgruppe
fließen · fluten · ↗quellen · ↗rinnen · ↗strömen  ●  ↗rauschen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›fluten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fluten‹.

Verwendungsbeispiele für ›fluten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Norden flutet das Licht in den weiß gekalkten Raum.
Der Tagesspiegel, 22.09.2001
Durch die offenen Fenster flutet Sonnenlicht in den weiten Salon.
Die Zeit, 13.02.1984, Nr. 07
Woher war auf einmal das Meer geflutet über das feste Land?
Wildgans, Anton: Musik der Kindheit, Ein Heimatbuch aus Wien. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 2880
Aber da mit einem Male flutete es wieder hell und warm durch die Fenster.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 464
Ihr Werk flutete und war ein spannendes, erwartungsvolles, aber auch anstrengendes Lied.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 434
Zitationshilfe
„fluten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fluten>, abgerufen am 09.04.2020.

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