folgerichtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfol-ge-rich-tig (computergeneriert)
WortzerlegungFolgerichtig
Wortbildung mit ›folgerichtig‹ als Erstglied: ↗Folgerichtigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

logisch begründet, konsequent
Beispiele:
folgerichtige Gedanken
eine folgerichtige Theorie
folgerichtig denken, arbeiten
etw. (streng) folgerichtig tun
sie haben ihren Plan ganz folgerichtig entwickelt
daß ein Erlebnis seine Bedeutung ... erst durch seine Stellung in einer Kette folgerichtiger Handlungen erhält [MusilMann153]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

folgen · Folge · folglich · folgsam · folgenschwer · folgerecht · folgerichtig · folgern · Folgerung · Gefolge · Gefolgschaft · erfolgen · Erfolg · verfolgen · Verfolger · Verfolgung · verabfolgen
folgen Vb. ‘hinterhergehen, der nächste sein, sich nach etw. richten, sich aus etw. ergeben, gehorchen’, ahd. folgēn ‘folgen, treu dienen, nachjagen’ (8. Jh.), seltener folgōn ‘Folge leisten’ (9. Jh.), mhd. volgen, auch ‘Heerfolge leisten, beipflichten’, asächs. folgon, mnd. volgen, mnl. volghen, nl. volgen, aengl. folgian, engl. to follow, anord. fylgja, schwed. följa ist trotz zahlreicher Deutungsversuche in seiner Etymologie ungeklärt. Außergerm. Verwandte sind fraglich; erwogen wird Verwandtschaft mit kymr. ol ‘Spur’, ar ol ‘nach, hinter’, korn. ol ‘Fußspur’, so daß sich eine Form ie. *pelgh-, *polgh- ergäbe (Kluge ²¹211 f.); andere vermuten einen Zusammenhang mit der Wortfamilie ↗befehlen (s. d.) mit einer Bedeutungsentwicklung ‘bedecken ‒ beschützen ‒ in jmds. Gefolgschaft treten’ (Falk/Torp 1, 291 und 227). Die naheliegende Annahme, das Verb (mit den Endungen ahd. -ōn bzw. -ēn) als Ableitung von einem Nomen aufzufassen, bleibt ebenfalls zweifelhaft, da Folge f. ‘Ergebnis, Wirkung, Reihe’ erst spät im Kompositum ahd. selbfolga ‘Sekte’ (11. Jh.) bezeugt ist, danach mhd. volge ‘Gefolge, Begleitung, Verfolgung, Nachfolge, Beistimmung’. Hier liegt eher eine postverbale Bildung vor. folglich Konj. ‘daher, infolgedessen’ (1. Hälfte 17. Jh.), ohne Tradition zu ahd. folglīhho Adv. ‘in der Folge, hintenan’ (9. Jh.); in älterer Sprache nicht nur kausal (s. oben), sondern auch temporal im Sinne von ‘danach, ferner, weiter’ (bis ins 19. Jh.) verwendet. folgsam Adj. ‘brav, gehorsam’ (17. Jh.); vgl. ahd. gifolgīg ‘gehorsam, gefügig’ (um 1000), mhd. gevolgec, -volgic, nhd. gefolgig (bis ins 18. Jh.). Daneben wird folgsam (wie folglich, s. oben) als kausale (17. Jh.) und temporale (18. Jh.) Konj. benutzt. folgenschwer Adj. ‘von schwerwiegender Wirkung’ (18. Jh.), wohl nach frz. gros de conséquences, entsprechend noch im 19. Jh. auch folgeschwer. folgerecht Adj. (18. Jh.), heute häufiger folgerichtig (19. Jh.) ‘sich aus den Tatsachen logisch ergebend’, für frz. conséquent (s. ↗konsequent). folgern Vb. ‘eine Folge ableiten, einen Schluß ziehen’ (16. Jh.), bei Luther geringschätzig im Sinne von ‘Sophisterei treiben’, seit dem 18. Jh. im Wortschatz der Philosophie üblich ‘einen logischen Schluß ableiten’; dazu Folgerung f. ‘logische Ableitung, Schluß’ (18. Jh.), älteres ↗Konsequenz (s. d.) teilweise ersetzend. Gefolge n. ‘Begleitung’, seit dem 17. Jh. belegt, geläufig seit dem 18. Jh. für ‘Begleitung einer fürstlichen Person, Hofstaat’; im Gefolge ‘zeitlich oder kausal folgend’ (18. Jh.). Gefolgschaft f. ‘Gesamtheit der Gefolgsleute’ (eines germanischen Fürsten), Fachwort der Geschichtswissenschaft; dann auch ‘Anhängerschaft’ (19. Jh.). erfolgen Vb. ‘als Folge eintreten, geschehen’, ahd. irfolgēn ‘verfolgen’ (9. Jh.), mhd. ervolgen ‘zuteil werden, erreichen, erlangen’, reflexiv ‘sich erfüllen, zutragen’; dazu Erfolg m. ‘Wirkung, Erreichen eines Zieles’, Rückbildung zu erfolgen (17. Jh.); erfolglos, erfolgreich Adj. (19. Jh.). verfolgen Vb. ‘(in feindlicher Absicht) hinterhergehen, zu erreichen suchen’, verstärktes ↗folgen (s. d.), mhd. vervolgen ‘Folge leisten, beistimmen, nachfolgen, befolgen’, asächs. farfolgon; dazu Verfolger m. ‘wer jmdn. feindlich verfolgt’ (15. Jh.) und Verfolgung f. ‘feindliches Nachsetzen, Versuch, ein Ziel zu erreichen’ (14. Jh.). verabfolgen Vb. ‘zuteilen, übergeben’ (17. Jh.), neben gleichbed., heute seltenem abfolgen.

Thesaurus

Synonymgruppe
denkrichtig · folgerichtig · ↗kohärent · ↗konsequent · ↗logisch · ↗schlüssig · ↗stichhaltig · ↗stimmig · ↗stringent · ↗triftig · ↗widerspruchsfrei · ↗zwingend · ↗überzeugend  ●  ↗folgerecht  veraltend
Assoziationen
Antonyme
  • folgerichtig
Synonymgruppe
folgerichtig · in der Natur der Sache liegen · ↗konsequenterweise · ↗logischerweise · ↗notwendigerweise · ↗unvermeidlich · ↗unweigerlich · ↗zwangsläufig  ●  muss so kommen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Denken Ergänzung Fortführung Fortsetzung Schritt Weiterentwicklung Weiterführung also beinahe daher denn deshalb durchaus durchgeführt ebenso enden erscheinen fast geradezu insofern irgendwie konsequent kulminieren lauten logisch münden nur resultieren zusammenhängend überfällig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›folgerichtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einen Band herauszugeben, in dem die Szenen schon als fertige Bilder vorliegen, erscheint folgerichtig.
Der Tagesspiegel, 10.03.2000
Da sich daraus bestimmte Normen entwickeln könnten, sei es nur folgerichtig, einen echten Preis anzusteuern.
Die Zeit, 14.04.1978, Nr. 16
Er erst hat sie folgerichtig entwickelt und zu einem System verbunden.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 4110
Ich lehnte das Wort «streng» ab und nannte meine Einstellung nur folgerichtig.
Johst, Hanns: Die Torheit einer Liebe, München: Langen Müller 1942 [1930], S. 111
Sehr folgerichtig führt Lask in die Logik selbst eine vorbildliche und nachbildliche Region ein.
Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 336
Zitationshilfe
„folgerichtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/folgerichtig>, abgerufen am 09.12.2019.

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