forcieren

GrammatikVerb · forciert, forcierte, hat forciert
Aussprache
Worttrennungfor-cie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›forcieren‹ als Erstglied: ↗Forcierung
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. mit Nachdruck betreiben, vorantreiben
Beispiele:
eine Arbeit, einen Plan forcieren
die Produktion forcieren
den Ausbau eines Geschäfts, den Anbau von Mais forcieren
forcieren Sie die Sache nicht!
Sportdas Tempo forcieren (= beschleunigen)
Sportdas Rennen forcieren (= mit höchster Anstrengung zu gewinnen suchen)
Militäreinen Übergang, Fluss forcieren (= erzwingen wollen, überwinden)
Er ... will seinen Laden forcieren [R. BartschGeliebt146]
forciertgezwungen, unnatürlich
Grammatik: oft im Part. Prät.
Beispiele:
ein forciertes Benehmen
eine forcierte Entwicklung
eine forcierte Lebhaftigkeit zur Schau tragen
diese übertrieben freundlichen Worte klingen, scheinen forciert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

forcieren Vb. ‘beschleunigen, vorantreiben’, im 16. Jh. entlehnt aus mfrz. frz. forcer ‘zwingen, Gewalt antun’, aus gleichbed. afrz. forcier, vlat. *fortiāre, abgeleitet von spätlat. fortia ‘Kraft, Macht’, ursprünglich Plural der neutralen Form des Adjektivs lat. fortis ‘stark, kraftvoll, tüchtig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(zu etwas) anhalten · ↗abkommandieren · ↗bestimmen · ↗einfordern · ↗einspannen · ↗erzwingen · forcieren · in die Pflicht nehmen · ↗nötigen · ↗verpflichten · ↗zwingen  ●  (jemanden) verdonnern (zu)  ugs. · (jemanden) vergattern (zu)  ugs.
Synonymgruppe
(eine Sache) vorantreiben · ↗(mit Nachdruck) betreiben · ↗anheizen · ↗ankurbeln · ↗anschieben · ↗befeuern · ↗befördern · forcieren · nach vorne bringen · ↗weitertreiben  ●  ↗pushen  Jargon
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absatz Anstrengung Ausbau Auslandsexpansion Auslandsgeschäft Direktvertrieb Doping Eigenmarke Expansion Export Flügelspiel Industrialisierung Integrationsprozeß Internationalisierung Konzernumbau Nachwuchsarbeit Netzausbau Neuausrichtung Personalabbau Privatisierung Sanierungskurs Schuldenabbau Siedlungsbau Siedlungspolitik Sparkurs Stellenabbau Strukturwandel Tempo Vertrieb Wettrüsten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›forcieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er würde es nicht forcieren, aber wenn er sich vorstellt, mit überlebenden Opfern zusammenzutreffen.
Süddeutsche Zeitung, 19.02.2002
Die gewerblichen Bauten, die unmittelbar aus dem Bedarf der Wirtschaft herauswachsen, lassen sich am schwersten forcieren.
Vossische Zeitung (Sonntags-Ausgabe), 02.03.1930
Auch Bush will den Prozeß nicht forcieren und damit die Entwicklung unnötig gefährden.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 114
Die SED-Führung entschloß sich nun, den Aufbau der N. zu forcieren.
Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen - N. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 4720
Der Heilpädagoge kann das einzelne Kind systematisch forcieren und dämpfen.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 229
Zitationshilfe
„forcieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/forcieren>, abgerufen am 15.12.2019.

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