fordern

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈfɔʁdɐn]
Worttrennung for-dern
Wortbildung  mit ›fordern‹ als Erstglied: ↗Forderung  ·  mit ›fordern‹ als Letztglied: ↗abfordern · ↗anfordern · ↗auffordern · ↗einfordern · ↗erfordern · ↗herausfordern · ↗nachfordern · ↗unterfordern · ↗zurückfordern · ↗überfordern
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. von jmdm. verlangen
Beispiele:
etw. kategorisch, unablässig, stürmisch, mit Recht fordern
Geld, Tribut fordern
der Juwelier forderte von mir einen hohen Preis für den Schmuck
das Volk hat den Kopf des ehemaligen Präsidenten gefordert
Gehorsam, Rechenschaft, Sühne fordern
sie forderten von ihm Genugtuung für die ihnen zugefügten schweren Beleidigungen
der Anwalt forderte Freispruch für den Angeklagten
ich fordere, dass du schweigst
ein fordernder Blick
Einlass fordernd
jmdn. fordernd ansehen
etw. fordert etw.
Beispiele:
das Leben fordert sein Recht
das Gesetz fordert von uns Gehorsam
die Lage hat gebieterisch eine Entscheidung gefordert
die Arbeit fordert, dass wir uns ihr ganz widmen
der Krieg, das Unglück hat viele Opfer gefordert (= zur Folge gehabt)
Die Stunde fordert das Letzte von uns [ G. Hauptm.KramerIV]
2.
jmdn. zum Zweikampf herausfordern
Beispiel:
jmdn. auf Säbel, Pistolen fordern
bildlich
Beispiel:
Arm in Arm mit dir, / So fordr’ ich mein Jahrhundert in die Schranken [ SchillerCarlosI 9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fordern · anfordern · auffordern · herausfordern · Herausforderung · überfordern · Forderung
fordern Vb. ‘verlangen, zum Zweikampf aufrufen’, ahd. ford(a)rōn ‘begehren, verlangen, sich bemühen um, fördern’ (8. Jh.), mhd. vordern, (omd.) vodern, mnd. vȫrderen (schwed. fordra, nl. vorderen aus dem Dt. entlehnt) ist eine Ableitung von ahd. ford(a)ro, s. ↗vorder (ähnlich ändern zu ander), und bedeutet ursprünglich ‘verlangen, daß etw. hervorkommt’. Bereits in mhd. Zeit wird das Verb im Sinne von ‘auffordern, vor Gericht stellen, vorladen’ ein geläufiger Ausdruck der Rechtssprache und gewinnt danach an Verbreitung. anfordern Vb. wie verstärktes fordern, mhd. anvo(r)dern; vgl. ahd. anaford(a)rōn ‘anklagen, auffordern’ (um 1000). auffordern Vb. ‘ermahnen, befehlen, einladen’, mhd. ūfvo(r)dern. herausfordern Vb. ‘zu etw. reizen’ (wohl 17. Jh.); Herausforderung f. (17. Jh.). überfordern Vb. ‘zuviel verlangen’ (18. Jh.). Forderung f. ‘ausdrückliches Verlangen’, ahd. ford(a)runga ‘Vorrecht, Beförderung’ (9. Jh.), mhd. vo(r)derunge ‘Verlangen, (rechtliche) Forderung, Klage’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf etwas) bestehen · ↗(auf etwas) dringen · ↗(auf etwas) drängen · ↗(auf etwas) insistieren · ↗(etwas) reklamieren · ↗(jemandem etwas) abverlangen · ↗(kategorisch) verlangen · ↗(sich auf etwas) kaprizieren · ↗(sich auf etwas) versteifen · ↗(sich etwas) ausbedingen · bei der Forderung bleiben · fordern  ●  ↗(auf etwas) beharren  Hauptform · ↗(etwas) einfordern  Hauptform · ↗(auf etwas) pochen  ugs. · ↗postulieren  geh., bildungssprachlich
Assoziationen
  • Anspruch · ↗Erwartung · ↗Forderung
  • (sich) halten (an) · bleiben bei · festhalten an · nicht abgehen von · nicht aufgeben  ●  (sich) leiten lassen von  geh.
  • (sich) festlegen · (sich) zu etwas bekennen · (sich) zu etwas verpflichten
Synonymgruppe
Anspruch erheben (auf) · ↗abfordern · ↗abverlangen · ↗anfordern · ↗anmahnen · ↗beanspruchen · ↗einfordern · fordern · ↗verlangen  ●  ↗postulieren  geh. · ↗prätendieren  geh., franz., bildungssprachlich
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) erfragen · ↗(um etwas) ansuchen · ↗betteln (um) · ↗erbetteln · fordern · ↗fragen (nach)  ●  ↗bitten (um)  Hauptform · ↗heischen  veraltet · ↗(jemanden um / wegen etwas) anhauen  ugs., salopp · ↗(jemanden um etwas) angehen  geh. · (jemanden) ersuchen (zu)  geh. · ↗(sich etwas) erbitten  geh. · ↗einkommen (um)  geh., altertümelnd
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) ausbitten · ↗erbitten · fordern · ↗verlangen
Unterbegriffe
  • ein Anliegen haben · einen Wunsch haben  ●  etwas auf dem Herzen haben  ugs.
Assoziationen
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ↗ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · ↗(einen) Gieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (jemanden) gelüsten nach  geh. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · (sich die) Finger lecken nach  ugs., fig. · (sich) alle zehn Finger lecken (nach)  ugs., fig. · (sich) verzehren nach  geh. · begehren nach  geh. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs. · ↗verschmachten (nach)  geh.
  • mögen (fälschlich "möchten") · ↗wollen · ↗wünschen
  • (es gibt) (viel) Beifall für · (gut) angenommen werden · Anklang finden (bei) · Beifall finden · Zuspruch erfahren · Zuspruch finden · Zustimmung finden · akzeptiert werden · auf Gegenliebe stoßen · auf Resonanz stoßen (bei) · auf Sympathie stoßen · auf Zustimmung treffen · begrüßt werden · freundlich aufgenommen werden · positiv aufgenommen werden  ●  auf fruchtbaren Boden fallen (Vorschlag, Idee)  fig. · gut ankommen (bei)  ugs.
Synonymgruppe
anfordern · ↗beantragen · fordern · ↗verlangen
Synonymgruppe
(für sich) fordern · für sich in Anspruch nehmen · für sich reklamieren
Synonymgruppe
(etwas von jemandem) verlangen · (etwas) fordern · ↗(jemandem etwas) abfordern · ↗(jemandem etwas) abverlangen · (jemanden) fordern

Typische Verbindungen zu ›fordern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fordern‹.

Verwendungsbeispiele für ›fordern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Mehrheit toleriert nicht nur die restriktive Politik, sie fordert sie.
Die Zeit, 18.10.2013, Nr. 43
Die Worte forderten weit mehr Kraft von ihm, als er erwartet hatte.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 341
Doch forderte man für die meisten auch eine subjektive Disposition des Empfängers.
Schweizer, E. u. a.: Abendmahl. In: Galling, Kurt (Hg.), Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 180
Es muß daher möglich sein, die Arbeit dort zu fordern, wo sie allein ausgeführt werden kann und wo sie nötig ist.
o. A.: Einhunderteinundachtzigster Tag. Donnerstag, 18. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 14006
Der Fall selbst lag formell rechtlich einfach: beide Artisten forderten je 150 Mark Gage, obwohl sie Arbeit hierfür nicht geleistet hatten.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 06.03.1929
Zitationshilfe
„fordern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fordern>, abgerufen am 18.01.2021.

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