fordern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfor-dern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›fordern‹ als Erstglied: ↗Forderung  ·  mit ›fordern‹ als Letztglied: ↗abfordern · ↗anfordern · ↗auffordern · ↗einfordern · ↗herausfordern · ↗nachfordern · ↗unterfordern · ↗zurückfordern · ↗überfordern
 ·  mit ›fordern‹ als Grundform: ↗erfordern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. von jmdm. verlangen
Beispiele:
etw. kategorisch, unablässig, stürmisch, mit Recht fordern
Geld, Tribut fordern
der Juwelier forderte von mir einen hohen Preis für den Schmuck
das Volk hat den Kopf des ehemaligen Präsidenten gefordert
Gehorsam, Rechenschaft, Sühne fordern
sie forderten von ihm Genugtuung für die ihnen zugefügten schweren Beleidigungen
der Anwalt forderte Freispruch für den Angeklagten
ich fordere, dass du schweigst
ein fordernder Blick
Einlass fordernd
jmdn. fordernd ansehen
etw. fordert etw.
Beispiele:
das Leben fordert sein Recht
das Gesetz fordert von uns Gehorsam
die Lage hat gebieterisch eine Entscheidung gefordert
die Arbeit fordert, dass wir uns ihr ganz widmen
der Krieg, das Unglück hat viele Opfer gefordert (= zur Folge gehabt)
Die Stunde fordert das Letzte von uns [G. Hauptm.KramerIV]
2.
jmdn. zum Zweikampf herausfordern
Beispiel:
jmdn. auf Säbel, Pistolen fordern
bildlich
Beispiel:
Arm in Arm mit dir, / So fordrʼ ich mein Jahrhundert in die Schranken [SchillerCarlosI 9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fordern · anfordern · auffordern · herausfordern · Herausforderung · überfordern · Forderung
fordern Vb. ‘verlangen, zum Zweikampf aufrufen’, ahd. ford(a)rōn ‘begehren, verlangen, sich bemühen um, fördern’ (8. Jh.), mhd. vordern, (omd.) vodern, mnd. vȫrderen (schwed. fordra, nl. vorderen aus dem Dt. entlehnt) ist eine Ableitung von ahd. ford(a)ro, s. ↗vorder (ähnlich ändern zu ander), und bedeutet ursprünglich ‘verlangen, daß etw. hervorkommt’. Bereits in mhd. Zeit wird das Verb im Sinne von ‘auffordern, vor Gericht stellen, vorladen’ ein geläufiger Ausdruck der Rechtssprache und gewinnt danach an Verbreitung. anfordern Vb. wie verstärktes fordern, mhd. anvo(r)dern; vgl. ahd. anaford(a)rōn ‘anklagen, auffordern’ (um 1000). auffordern Vb. ‘ermahnen, befehlen, einladen’, mhd. ūfvo(r)dern. herausfordern Vb. ‘zu etw. reizen’ (wohl 17. Jh.); Herausforderung f. (17. Jh.). überfordern Vb. ‘zuviel verlangen’ (18. Jh.). Forderung f. ‘ausdrückliches Verlangen’, ahd. ford(a)runga ‘Vorrecht, Beförderung’ (9. Jh.), mhd. vo(r)derunge ‘Verlangen, (rechtliche) Forderung, Klage’.

Thesaurus

Assoziationen
  • Anspruch · ↗Erwartung · ↗Forderung
  • (sich) halten (an) · bleiben bei · festhalten an · nicht abgehen von · nicht aufgeben  ●  (sich) leiten lassen von  geh.
Synonymgruppe
Anspruch erheben (auf) · ↗abfordern · ↗abverlangen · ↗anfordern · ↗anmahnen · ↗beanspruchen · ↗einfordern · fordern · ↗verlangen  ●  ↗postulieren  geh.
Assoziationen
  • Fordern und Fördern · Fördern und Fordern  ●  (mit) Zuckerbrot und Peitsche  negativ, fig.
Synonymgruppe
(jemanden) ersuchen (zu) · ↗(um etwas) ansuchen · ↗betteln (um) · ↗erbetteln · ↗erfragen · fordern · ↗fragen (nach)  ●  ↗bitten (um)  Hauptform · ↗heischen  veraltet · ↗(jemanden um / wegen etwas) anhauen  ugs., salopp · ↗(um etwas) angehen  geh.
Synonymgruppe
(sich) ausbitten · ↗erbitten · fordern · ↗verlangen
Unterbegriffe
  • ein Anliegen haben · einen Wunsch haben  ●  etwas auf dem Herzen haben  ugs.
Assoziationen
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · (sich) verzehren nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ↗ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · ↗verschmachten (nach) · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · (sich die) Finger lecken nach  fig. · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · ↗(einen) Gieper (haben) auf  ugs. · ↗(einen) Jieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · gelüsten nach  geh. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs.
  • mögen (fälschlich "möchten") · ↗wollen · ↗wünschen
  • (es gibt) (viel) Beifall für · (gut) angenommen werden · (jemandem) angenehm (sein) · ↗(jemandem) behagen · ↗(jemandem) gefallen · ↗(jemandem) passen · (jemandem) sympathisch sein · Anklang finden (bei) · Gefallen finden (an) · Zuspruch erfahren · Zuspruch finden · akzeptiert werden · auf Gegenliebe stoßen · auf Resonanz stoßen (bei) · auf Sympathie stoßen · auf Zustimmung treffen · begrüßt werden · freundlich aufgenommen werden · nach jemandes Geschmack sein · positiv aufgenommen werden · ↗zusagen  ●  auf fruchtbaren Boden fallen (Vorschlag, Idee)  fig. · ↗(jemandem) konvenieren  geh. · gut ankommen (bei)  ugs.
Synonymgruppe
anfordern · ↗beantragen · fordern · ↗verlangen
Synonymgruppe
(für sich) fordern · für sich in Anspruch nehmen · für sich reklamieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschaffung Aufklärung Freilassung Geld Gewerkschaft Grüne Konsequenz Opfer Opposition Politiker Präsident Reform Rücktritt Staatsanwaltschaft Todesopfer Vorsitzende anfordern auch auf auffordern außerdem deshalb einfordern er erneut herausfordern jetzt nun sie zurückfordern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fordern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum einen scheint es eine gewisse Richtung zu geben, die von den Mäzenen gefördert wird.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 326
Die Mehrheit toleriert nicht nur die restriktive Politik, sie fordert sie.
Die Zeit, 18.10.2013, Nr. 43
Die Worte forderten weit mehr Kraft von ihm, als er erwartet hatte.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 341
Und was du von anderen verlangst, fordere ich erst recht von dir.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 675
Doch forderte man für die meisten auch eine subjektive Disposition des Empfängers.
Schweizer, E. u. a.: Abendmahl. In: Galling, Kurt (Hg.), Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 180
Zitationshilfe
„fordern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fordern>, abgerufen am 24.10.2019.

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