formal

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfor-mal
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›formal‹ als Erstglied: ↗formalisieren · ↗formaljuristisch · ↗formalrechtlich · ↗formalästhetisch
eWDG, 1967

Bedeutung

auf die äußere Form bezüglich
Beispiele:
die formale Anlage, Struktur des Romans
formale Ausdrucksmittel
der Redner ging an die formale Fassung seiner Ansprache
der Künstler hatte viele formale Schwierigkeiten zu bewältigen
der Aufsatz ist in formaler Hinsicht gut
Der eine Lehrer hatte ihm gleich geraten, sich aufs Formale der Kunst ... zu verlegen [FedererPapst379]
nur die Form, nicht den Inhalt berücksichtigend
Beispiele:
die formale Bildung, Methodik
das formale (= sich streng nach den gültigen Paragraphen richtende) Recht, Gesetz
er hat den Kopf bloß mit formalem Wissen vollgestopft
rein äußerlich, nur der bloßen Form nach
Beispiele:
ein formales Verhalten, eine formale Demokratie
die formale Anwendung der Vorschriften
formal arbeiten, administrieren
einen Plan formal aufstellen, erfüllen
jmdm. nur formal (= scheinbar) gewisse Rechte einräumen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

formal · formell · Formalie · formalisieren · Formalismus · formalistisch · Formalität
formal Adj. ‘die Form betreffend’, im 16. Jh. aus lat. formālis ‘äußerlich, zur Form gehörig, an eine bestimmte Form gebunden’ (zu lat. forma, s. ↗Form) entlehnt. formell Adj. ‘die äußere Form genau beachtend, konventionell, steif’ (s. auch ↗förmlich), Übernahme (18. Jh.) von (gleichfalls auf lat. formālis beruhendem) frz. formel, zunächst in dessen Bedeutung ‘in aller Form ausgesprochen, ausdrücklich, unmißverständlich’, in heutiger Verwendung seit dem 19. Jh. Formalie f. ‘Äußerliches, Vorschrift der Form’ (16. Jh.), meist im Plural gebraucht, aus lat. formālia, dem substantivierten neutralen Plural des Adjektivs formālis. formalisieren Vb. ‘in eine strenge, eine bestimmte Form bringen’. Dieser moderne Gebrauch (19. Jh.) entwickelt sich aus dem Adjektiv formal (s. oben). Älteres (bis ins 19. Jh. geltendes) sich formalisieren ‘Anstoß nehmen, sich über etw. aufhalten’ ist Entlehnung (17. Jh.) aus frz. se formaliser ‘sich ärgerlich über etw. aussprechen’, eigentlich ‘schockiert sein über das Fehlen jeder Form’, vgl. mfrz. formaliser ‘formgerecht abfassen, formulieren’. Formalismus m. Kunstrichtung, die die Form des Kunstwerks überbewertet und den Inhalt vernachlässigt, allgemein ‘nur auf Äußeres gerichtete Betrachtungsweise’, gelehrte nlat. Bildung des 19. Jhs. zu lat. formālis; dazu formalistisch Adj. (19. Jh.). Formalität f. ‘Äußerlichkeit, Vorschrift der Form’ (16. Jh.), mlat. formalitas (Genitiv formalitatis).

Thesaurus

Synonymgruppe
der Form halber · der Form wegen · die Form betreffend · formal · ↗nominell · um der Form zu genügen · um einer Vorschrift zu genügen · zum Schein · ↗äußerlich  ●  ↗pro forma  lat.
Assoziationen
  • für den Fall der Fälle · ↗sicherheitshalber · ↗vorsichtshalber · zur Vorsicht
  • (den normalen) Anstandsregeln entsprechen · (den) bürgerlichen Gepflogenheiten entsprechen · ↗(sich) gehören · ↗(sich) schicken · Pflicht sein · angemessen sein · vom Anstand geboten sein  ●  ↗(sich) ziemen  veraltet · (den) Anstandsregeln Genüge tun  geh. · (etwas) bringen können  ugs. · (etwas) gebietet (schon allein) der Anstand  geh. · ↗(sich) geziemen  geh., veraltet · ↗(sich) passen  geh., veraltend · schicklich sein  geh.
  • (nur eine) Formalität · ↗(reine) Formsache · ↗Formalie
  • (eine) reine Formsache · (nur) eine Formalität · nichts Besonderes · reine Routine  ●  machen wir immer so  ugs., variabel
  • aus (reiner) Höflichkeit · höflicherweise · ↗pro forma · weil es sich so gehört · weil es so üblich ist  ●  ↗artig  geh., ironisierend, fig. · artigerweise  geh., ironisierend, fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akt Analogie Aspekt Entsprechung Experiment Fehler Geschlossenheit Gesichtspunkt Gestaltung Gleichheit Grund Hinsicht Kriterium Logik Qualifikation Rationalität Reduktion Spielerei Strenge Voraussetzung bloß farblich inhaltlich material rein stilistisch thematisch zumindest Ähnlichkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›formal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Differenzierendes Sehen kommt auf diese Weise ebenso ins Spiel wie die Wirkung von formaler Begrenzung auf Farbe.
Süddeutsche Zeitung, 03.04.1998
Doch insgesamt wirkt das Werk formal unausgewogen, in der harmonischen Anlage kitschig, rhythmisch regelrecht primitiv.
Der Tagesspiegel, 24.03.1998
Auch formal ist ihm das Recht dazu nicht zu bestreiten.
Kupisch, K.: Agendenstreit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 1014
Die formalen Mängel wirken nur beim Lesen, nicht beim Hören störend.
Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 108
Die Folgen dieser allgemeinen Tendenzen zeigen sich in den formalen Qualitäten des geschaffenen Rechts.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 613
Zitationshilfe
„formal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/formal>, abgerufen am 20.08.2019.

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