formalisieren

GrammatikVerb · formalisierte, hat formalisiert
Worttrennungfor-ma-li-sie-ren
Wortzerlegungformal-isieren
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
(einen Zusammenhang) mithilfe von Formeln u. grafischen Zeichen allgemein formulieren, formal darstellen
2.
in eine strenge Form bringen, systematisieren; durchgehend an gegebenen Formen, Regeln orientieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

formal · formell · Formalie · formalisieren · Formalismus · formalistisch · Formalität
formal Adj. ‘die Form betreffend’, im 16. Jh. aus lat. formālis ‘äußerlich, zur Form gehörig, an eine bestimmte Form gebunden’ (zu lat. forma, s. ↗Form) entlehnt. formell Adj. ‘die äußere Form genau beachtend, konventionell, steif’ (s. auch ↗förmlich), Übernahme (18. Jh.) von (gleichfalls auf lat. formālis beruhendem) frz. formel, zunächst in dessen Bedeutung ‘in aller Form ausgesprochen, ausdrücklich, unmißverständlich’, in heutiger Verwendung seit dem 19. Jh. Formalie f. ‘Äußerliches, Vorschrift der Form’ (16. Jh.), meist im Plural gebraucht, aus lat. formālia, dem substantivierten neutralen Plural des Adjektivs formālis. formalisieren Vb. ‘in eine strenge, eine bestimmte Form bringen’. Dieser moderne Gebrauch (19. Jh.) entwickelt sich aus dem Adjektiv formal (s. oben). Älteres (bis ins 19. Jh. geltendes) sich formalisieren ‘Anstoß nehmen, sich über etw. aufhalten’ ist Entlehnung (17. Jh.) aus frz. se formaliser ‘sich ärgerlich über etw. aussprechen’, eigentlich ‘schockiert sein über das Fehlen jeder Form’, vgl. mfrz. formaliser ‘formgerecht abfassen, formulieren’. Formalismus m. Kunstrichtung, die die Form des Kunstwerks überbewertet und den Inhalt vernachlässigt, allgemein ‘nur auf Äußeres gerichtete Betrachtungsweise’, gelehrte nlat. Bildung des 19. Jhs. zu lat. formālis; dazu formalistisch Adj. (19. Jh.). Formalität f. ‘Äußerlichkeit, Vorschrift der Form’ (16. Jh.), mlat. formalitas (Genitiv formalitatis).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beziehung

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich muss Momente formalisieren, sonst bleibe ich ratlos gegenüber der Geschichte.
Der Tagesspiegel, 29.10.2004
Verbinden und Trennen lassen sich dann weiter formalisieren zu einem »Beziehen«.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 151
Sie war in der höfischen Kultur als eigenständige Kunst formalisiert worden und hatte zuletzt einen hohen Rang eingenommen.
Die Zeit, 07.08.1992, Nr. 33
Das konstruierende und verlagernde Denken, an beliebigen, aber gleichbleibenden Inhalten formalisiert, ergibt übrigens die Mathematik.
Gehlen, Arnold: Urmensch und Spätkultur, Bonn: Athenäum 1956, S. 98
Geschichtliche Ereignisse und Zusammenhänge zutreffend zu erkennen, ist eine Aufgabe, die nicht annähernd in der Weise formalisiert werden kann wie mathematische und naturwissenschaftliche Forschung.
Schott, E.: Gewißheit. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 16166
Zitationshilfe
„formalisieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/formalisieren>, abgerufen am 23.10.2019.

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