formen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfor-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›formen‹ als Erstglied: ↗Formerei · ↗Formfleisch · ↗Formling · ↗formbar
 ·  mit ›formen‹ als Letztglied: ↗abformen · ↗ausformen · ↗durchformen · ↗einformen · ↗nachformen · ↗umformen · ↗vorformen · ↗überformen
 ·  mit ›formen‹ als Grundform: ↗verformen  ·  formal verwandt mit: ↗handgeformt · ↗ovalgeformt · ↗reichgeformt · ↗wohlgeformt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
einer Sache, (jmdm.) die äußere Gestaltung, Erscheinungsweise geben, etw., (jmdn.) gestalten
Beispiele:
etw. handwerksmäßig, kunstgemäß formen
der Töpfer formt die Gefäße
ein Modell in Ton, Gips formen
die Vase ist mit der Hand geformt
den Ton zu Figuren formen
fachsprachlich Teig, Hüte formen
fachsprachlich Strümpfe, Strickwaren formen (= dämpfen und trocknen)
Laute, Silben formen (= artikulieren)
Worte zu einem Gedicht formen
etw. nach einem Muster, Abbild formen
formende Hände, Kräfte
Hier sitz ich, forme Menschen / Nach meinem Bilde [GoethePrometheus]
oft im Part. Prät.
geformtgestaltet
Beispiele:
gut, schön geformte Hände, Vasen
ein edel geformtes Antlitz
ein wohl geformter Körper
erlesen geformte Möbel
die durch die Technik geformte Umwelt
vor uns ragten bizarr geformte Felsen auf
er schrieb in fein geformten Sätzen
2.
jmdm., einer Sache eine bestimmte, ihnen eigene Gestaltung geben, jmdn., etw. bilden
Beispiele:
einen Menschen, jmds. Wesen, Leben formen
unser Lehrer, die Umwelt hat uns geformt
sein Charakter wurde durch die Erfahrungen, Lehren vieler Jahrzehnte geformt
das Leben formte ihn zu einer Persönlichkeit
denn was man [im Leben] erreicht, formt die Seele [MusilMann32]
Glauben wir aber, daß der Geist sich seinen Körper formt [RathenauKommende Dinge52]
sich formensich bilden, Gestalt bekommen
Beispiele:
neue Pläne, Ideen formen sich
Verse, Gestalten formten sich in dem Künstler
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Form · formen · Formung · -förmig · förmlich · formlos · Umgangsformen
Form f. ‘(innere und äußere) Gestalt, Art und Weise, Gehäuse (für plastische Gestaltung)’. Mhd. form(e) ‘Gestalt, Vorbild, Muster, Art und Weise’ wird um die Mitte des 13. Jhs. aus lat. forma ‘Gestalt, Figur, Äußeres’ (wozu lat. formāre ‘formen, gestalten’) entlehnt und anfangs nur auf die menschliche Gestalt bezogen. formen Vb. ‘gestalten, in eine bestimmte Form bringen’, mhd. formen, Ableitung vom Substantiv. Formung f. ‘Gestaltung’, mhd. formunge ‘Gestalt, Gestaltung’. -förmig ‘mit einer bestimmten Gestalt versehen, ihr entsprechend’, bereits im 14. Jh. als zweites Glied von Adjektivkomposita belegt, vgl. gotformec ‘wie Gott gestaltet’, gelīchformec ‘übereinstimmend’, nhd. gleichförmig, auch (18. Jh.) ‘eintönig’; Belege für das Simplex förmig nur selten im 16. Jh., während sich das Antonym unförmig (ebenfalls 16. Jh.) durchzusetzen vermag. förmlich Adj. ‘konventionell, steif’, als Adv. ‘nahezu, fast’, mhd. form(e)lich ‘so gestaltet wie, herkömmlich, schicklich’. formlos Adj. ‘keine feste Form besitzend, auf eine bestimmte Form verzichtend, zwanglos, ungeschliffen’, mhd. formelōs ‘gestaltlos’. Umgangsformen Plur. ‘gutes, ansprechendes Benehmen, das der Sitte und dem Herkommen entspricht’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) ausprägen · ↗(sich) erweisen · (sich) formen · (sich) niederschlagen (in) · (sich) zeigen (in) · Ausdruck finden (in) · an den Tag legen  ●  ↗rüberkommen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
abhalten · ↗arrangieren · ↗aufziehen · formen · ↗gestalten
Synonymgruppe
ausbilden · ↗ausprägen · ↗bilden · formen · ↗gestalten · ↗prägen  ●  ↗fassonieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
formen · ↗gießen
Chemie
Synonymgruppe
bewirken · ↗erschaffen · ↗erzeugen · ↗fabrizieren · formen · ↗herstellen · ↗hervorbringen · ↗synthetisieren
Synonymgruppe
anfertigen · ↗entwerfen · ↗entwickeln · ↗erschaffen · ↗erstellen · ↗erzeugen · ↗gestalten · ↗hervorbringen · ↗kreieren · ↗produzieren · ↗realisieren · ↗schaffen · ↗schöpfen  ●  formen  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Charakter Ensemble Figur Gebilde Gips Haufen Individualist Kloß Knödel Kollektiv Kugel Körper Lehm Lippe Mannschaft Mund Skulptur Spitzenmannschaft Spitzenteam Team Teig Weltbild ausformen daraus durchformen herausformen kneten mitformen nachformen umformen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›formen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vermutlich tendiert jede Kultur, jede Religion dazu, das Leben ihrer Anhänger bis in die Details hinein formen zu wollen.
Die Welt, 12.01.2005
Und wir wollten alleine aus den besten Kernen eine Struktur formen, die für sich stehen kann.
Der Tagesspiegel, 12.07.2002
Sie hinterlassen Spuren im Charakter des Kindes, sie formen ihn.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 22
Dann muß es Zeit haben, sich körperlich für das Leben zu formen.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18649
Einst, als das Meer zurücktrat, da begann es sich zu formen.
Rilke, Rainer Maria: Worpswede. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1902], S. 9784
Zitationshilfe
„formen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/formen>, abgerufen am 22.02.2019.

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