fortleben

GrammatikVerb
Worttrennungfort-le-ben
Wortzerlegungfort-leben
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
über den Tod hinaus weiterleben, im Gedächtnis bewahrt bleiben
Beispiele:
in seinen Kindern, im Herzen des Volkes fortleben
jmds. Name, Werk lebt fort
ihre Liebe lebt unsterblich fort
doch lebt sein Geist / In einem tapfern Heldenpaare fort [SchillerBraut v. MessinaI 1]
das Fortlebendie weitere Existenz
Beispiele:
das Fortleben seines Namens
der Glaube an das Fortleben der Seele im Jenseits
Goethe, naturwissenschaftlich gebildet, wie auch Voltaire es gewesen war, wünschte sein individuelles Fortleben nach dem Tode [H. MannZeitalter217]
2.
veraltend sein Leben weiterführen
Beispiele:
so konnten wir nicht fortleben
Wir ... wünschen dem Paare, daß es so glücklich fortlebe, wie ihre Ehe glücklich begonnen [Stifter1,285]

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) behaupten · (sich) gewachsen zeigen · ↗(sich) halten · ↗bleiben · ↗durchhalten · erhalten bleiben · ↗fortbestehen · ↗fortdauern · fortleben · gewachsen sein · seinen Mann stehen · ↗standhalten · weiter bestehen · ↗weiterbestehen · ↗überdauern · ↗überleben  ●  dicke Bretter bohren  ugs., fig.
Assoziationen
  • (sich) halten (an) · bleiben bei · festhalten an · nicht abgehen von · nicht aufgeben  ●  (sich) leiten lassen von  geh.
  • (eine) schwere Aufgabe  ●  hartes Brot  fig.
  • (etwas) unbeirrt fortsetzen · (jemanden) nicht anfechten · (sich) nicht abbringen lassen (von) · (sich) nicht beirren lassen · (unbeirrt) weitermachen wie bisher · ↗aufrechterhalten · bleiben bei · dabei bleiben · fest im Blick behalten · festhalten an · nicht abgehen von · nicht ablassen von · nicht aus den Augen verlieren · standhaft bleiben  ●  (sich) nicht aus dem Konzept bringen lassen  fig. · Kurs halten  fig.
  • (sich) behaupten · (sich) nicht unterkriegen lassen · nicht klein beigeben  ●  (sich) nicht die Butter vom Brot nehmen lassen  fig. · (sich) nicht unterbuttern lassen  fig. · (sich) nicht alles gefallen lassen  ugs.
  • (etwas) unbeirrt fortsetzen  ●  Kurs halten  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andenken Bewußtsein Brauch Erbe Erinnerung Gedächtnis Geist Ideal Klischee Kult Kürzel Legende Mentalität Mythos Mythus Redensart Ruhm Sage Sehnsucht Tradition Trauma hartnäckig hauptsächlich heute leben munter ungebrochen untergründig unvermindert Überlieferung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fortleben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man sagt ja gemeinhin, Dichter lebten in ihren Werken fort.
Die Welt, 10.09.2005
So ist sie doch nicht gestorben, sondern lebt fort in diesem Kind.
Süddeutsche Zeitung, 09.01.1999
Die Melodien ihrer Lieder lebten in der syrischen Kirche fort.
Kretschmar, G.: Bardesanes. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 24759
Am längsten hat das tautologische Erklären in der psychologischen Theorie der "Vermögen" fortgelebt.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 76
In seinem Herzen lebte das fort, von dem er sich hatte trennen müssen.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 31107
Zitationshilfe
„fortleben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fortleben>, abgerufen am 16.09.2019.

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