fragen

GrammatikVerb · fragt, fragte, hat gefragt
Nebenform landschaftlich fragen · Verb · frägt, frug, hat gefragt
Aussprache
Worttrennungfra-gen
Wortbildung mit ›fragen‹ als Erstglied: ↗Fragerei  ·  mit ›fragen‹ als Letztglied: ↗abfragen · ↗anfragen · ↗ausfragen · ↗dazwischenfragen · ↗durchfragen · ↗gegenfragen · ↗herausfragen · ↗herumfragen · ↗hinterfragen · ↗nachfragen · ↗rückfragen · ↗umfragen · ↗weiterfragen · ↗zurückfragen · ↗überfragen
 ·  mit ›fragen‹ als Grundform: ↗befragen · ↗erfragen · ↗gefragt
 ·  formal verwandt mit: ↗Gefrage
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich an jmdn. mündlich oder auch schriftlich wenden, um etw. von ihm zu erfahren
a)
jmdn. etw. fragen
Beispiele:
er fragte (mich): »Warum kommst du nicht mit?«
wo warst du, wenn ich fragen darf?
er fragte (mich), warum ich nicht mitkomme
er fragte, wo die Haltestelle sei, ist
Kinder fragen viel
darf ich dich etwas fragen?
was hat er gefragt?
was mach ich jetzt? frägst du [M. WalserHalbzeit583]
bildlich
Beispiele:
salopp jmdm. ein Loch in den Bauch (= jmdn. lästig viel) fragen
sprichwörtlich ein Narr fragt mehr, als zehn Weise beantworten können
sprichwörtlich wer viel fragt, geht viel irr(e)
sprichwörtlich wer viel fragt, kriegt viel Antwort
jmdn. nach etw., jmdm. fragen
Beispiele:
jmdn. nach der Zeit, dem Preis, dem Weg, seinem Namen, seinem Befinden, seiner Vergangenheit, seinen Erlebnissen, seiner Meinung fragen
er fragte nach dem Grund
sie fragte (= erkundigte sich) nach dir
der Verfasser fragt mit Recht nach der Ursache dieses Vorgangs (= wirft mit Recht das Problem der Ursache dieses Vorgangs auf)
jmdn. neugierig, verwundert, interessiert, unvermittelt, frech, dreist, scharf, spitz, bescheiden, höflich, freundlich, teilnahmsvoll, besorgt, ängstlich, schüchtern, furchtlos, ernst, (ein)dringlich, bestimmt, beiläufig, ahnungslos, arglos, offen fragen
frag nicht so naiv
umgangssprachlich frag nicht so dumm
salopp, abwertend frag nicht so dämlich
Er fragte mich nach tausend Dingen [Feuchtw.Füchse731]
Warum frug er sie immerzu danach? [MusilMann487]
jmdn. wegen etw. fragen
Beispiel:
er fragte mich wegen seines Urlaubs, wegen der Miete (= er wollte Näheres über seinen Urlaub, über die Miete wissen)
bildlich
Beispiele:
jmdn. mit fragenden Blicken ansehen
er machte ein fragendes Gesicht
jmdn. fragend ansehen
er tat es, ohne mich vorher zu fragen (= ohne vorher meine Erlaubnis eingeholt zu haben)
wir sind gar nicht gefragt worden (= man hat unsere Meinung nicht wissen wollen)
umgangssprachlich da fragst du mich zu viel (= das weiß ich auch nicht)
umgangssprachlich das frag ich dich (= das müsstest du eigentlich wissen)
umgangssprachlich »darf ich mitkommen?« »Da fragst du noch? (= Das versteht sich doch von selbst!)«
umgangssprachlich »wie warʼs?« »Frag lieber nicht (= Daran möchte ich nicht erinnert werden)«
umgangssprachlich du bist nicht gefragt (= sei still, deine Meinung interessiert mich nicht)
Aber was weiter? fragten ihre Augen [Hausm.Überfall54]
Wenn sie fragend den Kopf hob, sooft er vom Arbeitsamt heimkam [SeghersDie Toten6,127]
b)
jmdn. um etw. fragensich an jmdn. mündlich oder auch schriftlich wenden, um etw. von ihm zu erhalten, jmdn. um etw. bitten
Beispiele:
den Arzt um Rat fragen
das Lexikon, Wörterbuch um Rat fragen (= befragen)
jmdn. um Erlaubnis fragen
ich dachte, daß ich sie hätte um Geld fragen können [BöllWort17]
die Pflicht, vorher um Urlaub vom Staat zu fragen [FrischStiller202]
c)
in verneinten Sätzen und in Sätzen verneinenden Inhalts
nach etw., jmdm. nicht fragensich um etw., jmdn. nicht kümmern
Beispiele:
er fragt nicht danach, ob das erlaubt ist
niemand fragt nach mir
in ein paar Jahren fragt kein Mensch mehr danach
das Leben fragt nicht danach, ob du willst oder nicht
salopp ich frage den Teufel danach (= es ist mir ganz gleichgültig), ob dir das recht ist oder nicht
Meine Mutter fragte überhaupt nicht nach mir; die hatte anderes zu tun [SteinbergUhren178]
Was frag' ich viel nach Geld und Gut, / wenn ich zufrieden bin [Volkslied]
2.
sich etw. fragenetw. überlegen, sich über etw. nicht im Klaren sein
Beispiele:
ich frage mich nur, ob das Zweck hat
das frag ich mich auch
ich frage mich nach dem Grund seiner Absage
was aus Deutschland selber werden soll, wenn der Krieg noch drei ... Jahre dauert, das fragen wir alle uns hier [Th. Mann12,610]
umgangssprachlich das fragt sichdas ist nicht sicher, bleibt zu entscheiden, abzuwarten
Beispiele:
behaupten kann er viel, es fragt sich nur, ob er recht hat
»das Haus wird bestimmt in diesem Jahr fertig.« »Das fragt sich (noch)
ich komme gern, fragt sich bloß, wann
3.
etw. ist, wird gefragtetw. wird viel verlangt, nach etw. besteht Nachfrage
Beispiele:
diese Ware, dieses Modell ist sehr, stark, wenig, immer gefragt
die gefragten Größen müssen ausreichend vorhanden sein
Reisen nach Ungarn sind in diesem Jahr sehr gefragt
Tatsächlich wurden die Aktien in Netzig stark gefragt [H. MannUntertan4,403]
Der Stoff [des Buches] ist nicht mehr gefragt [KlepperSchatten222]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frage · fragen · fraglich · Fragezeichen · fragwürdig
Frage f. ‘eine Antwort verlangende sprachliche Äußerung’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Subst. ahd. frāga (9. Jh.; daneben ein selteneres, grammatischen Wechsel aufweisendes frā̌ha, um 800), mhd. mnd. vrāge, mnl. vrāghe, nl. vraag entstammt (dehnstufig) einem germ., im Dt. untergegangenen Verb, das in aengl. frignan, anord. fregna ‘fragen’ erhalten ist. Es gehört mit ↗forschen (s. d.) und den außergerm. Verwandten lat. precārī ‘bitten’, aind. pṛṣṭhám n. ‘Rätselfrage’, awest. paršta- ‘Gerichtsfrage’ zu ie. *perk̑-, *prek̑-, *pṛk̑- ‘fragen, bitten’. Das zugehörige Verb fragen ‘eine Antwort erbitten, sich erkundigen’, ahd. frāgēn (8. Jh.), -frāgōn (um 800), mhd. vrāgen, asächs. frāgon, mnd. vrāgen ist eine Ableitung vom Substantiv. fraglich Adj. ‘unsicher, zweifelhaft’ (Anfang 17. Jh., üblich erst im 19. Jh.); unabhängig davon ahd. frāgalīhho Adv. ‘fragend’ (11. Jh.). Fragezeichen n. ‘eine Frage kennzeichnendes Satzzeichen’ (16. Jh.), für lat. sīgnum interrogātiōnis. fragwürdig Adj. ‘zweifelhaft’, eigentlich ‘des Fragens wert’ (18. Jh.), von A. W. Schlegel als Übersetzung von engl. questionable ‘fraglich, zweifelhaft’ in Shakespeares „Hamlet“ gebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) wissen wollen · eine Frage stellen · fragen
Synonymgruppe
(sich) fragen · ↗(sich) wundern · gern wissen wollen · ↗hinterfragen
Synonymgruppe
(jemanden) ersuchen (zu) · ↗(um etwas) ansuchen · ↗betteln (um) · ↗erbetteln · ↗erfragen · ↗fordern · fragen (nach)  ●  ↗bitten (um)  Hauptform · ↗heischen  veraltet · ↗(jemanden um / wegen etwas) anhauen  ugs., salopp · ↗(um etwas) angehen  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Frau Herr Journalist Leser Leut Rat abfragen anfragen anrufen besorgt da danach dann doch du einmal er ich jetzt mal man manchmal nachfragen natürlich nun nur sie so wir zurückfragen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fragen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon fragt sich manch ein Politiker, ob er solch eine mediale Überwachung über sich ergehen lassen soll.
Die Zeit, 01.10.1998, Nr. 41
Was an diesen Thesen neu sei, haben einige gefragt, und andere hielten sie sogar für selbstverständlich.
konkret, 1997
Du hast mich doch gefragt, ob ich Dir so etwas überhaupt zutrauen kann.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 02.02.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Meine Schuld ist es eben, den Vater nicht gefragt zu haben.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 02.12.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Gestern fragte ich noch im Brief, ob Du wieder mal anrufen würdest.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 31.10.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„fragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fragen>, abgerufen am 22.10.2019.

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