Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

frank

Grammatik Adverb
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich frank und freiganz offen, geradeheraus
Beispiele:
sie erklärte ihm frank und frei, dass sie damit nicht einverstanden sei
etw. frank und frei bekennen
sie bietet ihm frank (= ganz ohne Scheu) und frei die Hand [ FalladaBlechnapf224]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

frank Adj. ‘offen, frei’, spätmhd. franc ‘frei’ ist wie mnd. frank, mnl. vranck, nl. vrank, frank, engl. schwed. frank eine Entlehnung von afrz. franc ‘frei’ (als Gegensatz zu ‘hörig, untergeben’), ‘von Lasten befreit, geistig frei, kühn, edel von Geburt’ (frz. franc ‘frei, freimütig, offenherzig’), das selbst germ. Herkunft ist (vgl. auch ital. span. port. franco). Das vorauszusetzende germ. Adjektiv bildet die Grundlage für den Volksnamen der Franken (spätlat. Francī). Nimmt man Verwandtschaft des Wortes mit frech (s. d.) an, so verstehen sich die Franken als die ‘Mutigen, Kühnen’; sie gelten als Oberschicht im fränkischen Reich, als die ‘Freien’ im Gegensatz zur hörigen (leibeigenen) galloromanischen Bevölkerung. Die Bezeichnung afrz. franc mit der Bedeutung ‘frei’ hat sich unter diesen Verhältnissen entwickelt. Andere wollen die Grundlage des Volksnamens in Wörtern wie aengl. franca, anord. frakka ‘Wurfspieß’ sehen und die Franken als ‘die mit einem typischen Spieß Bewaffneten’ auffassen (im Hinblick auf den Namen der Sachsen, der als ‘die mit dem *sahs-, dem Steinschwert Bewaffneten’ gedeutet wird; s. Messer). Nhd. frank lebt heute nur noch in der tautologischen Formel frank und frei (18. Jh.); vgl. mnd. vrī und vrank.

Typische Verbindungen zu ›frank‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›frank‹.

Verwendungsbeispiele für ›frank‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist da, gestand er frank und frei, sehr optimistisch. [Die Zeit, 07.10.1983, Nr. 41]
Die anderen sprachen frei und ziemlich frank, wenn auch nicht völlig unbefangen. [Die Zeit, 03.04.1981, Nr. 15]
Nur sagen sie das natürlich nicht so frank und frei wie wir. [Süddeutsche Zeitung, 16.08.1994]
Und frank und frei zuzugeben, daß er mit der atonalen Musik nach 1911 nichts mehr anfangen könne. [Süddeutsche Zeitung, 16.06.1999]
Auch welche Mieten zu zahlen sind, will niemand frank und frei bekennen. [Die Zeit, 30.11.1973, Nr. 49]
Zitationshilfe
„frank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/frank>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
franchement
fraktionsübergreifend
fraktionslos
fraktioniert
fraktionieren
frankieren
franko
franko-
frankofon
frankoman