frauenhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfrau-en-haft
WortzerlegungFrau-haft
eWDG, 1967

Bedeutung

in der Art einer Frau
entsprechend der Bedeutung von Frau (1)
Beispiele:
trug sie das schöne Haar frauenhaft aufgesteckt [MusilMann700]
Ein schweres Leiden schien dem ganzen Gesichte etwas Frühreifes und Frauenhaftes zu verleihen [G. KellerGr. Heinrich4,39]
Bei all ihrer frauenhaften (= fraulichen) Anmut hatte sie etwas Burschikoses [Bergengr.Rittmeisterin87]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frau · Hausfrau2 · Fräulein · fraulich · frauenhaft · Frauentag · Frauenzimmer
Frau f. ‘erwachsener weiblicher Mensch, Ehefrau’, auch in der Anrede (dabei erst neuerdings nicht mehr auf Verheiratete beschränkt), ahd. frouwa ‘Herrin’ (9. Jh.), mhd. mnd. vrouwe, asächs. frūa (aus dem Dt. entlehnt mnl. vrouwe, nl. vrouw?) sowie der Name der Göttin anord. Freyja sind movierte Feminina zu ahd. frō ‘Herr’ und seinen Entsprechungen (s. ↗Frone). In der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung ist ahd. frouwa, mhd. vrouwe Standesbezeichnung und Anrede für die verheiratete Edeldame als Vorsteherin des Hauswesens. Demgegenüber steht mhd. wīp (s. ↗Weib) als Geschlechtsbezeichnung, wird aber mit dem Aufkommen der bürgerlichen Literatur von Frau allmählich verdrängt. Jedoch erst im 18. Jh. wird durch die Emanzipation des Bürgertums Frau allgemein und beginnt zu Anfang des 19. Jhs. Madame in der Anrede für Bürgerfrauen abzulösen. Hausfrau2 f. ‘Hausherrin’, mhd. hūsvrouwe ‘Herrin im Hause, Gattin’. Fräulein n. ‘erwachsene weibliche unverheiratete Person’, mhd. vrouwelīn ‘Herrin, Gebieterin, junge unverheiratete Edeldame’ (vgl. ahd. jungfrouwilīn, Hs. 12. Jh.) bleibt wie Frau ursprünglich als Standesbezeichnung und Anrede dem Adel vorbehalten. Im 18. Jh. wird Fräulein allgemeine Bezeichnung für junge unverheiratete Mädchen und verdrängt zu Beginn des 19. Jhs. die Anrede Jungfer, Mademoiselle, Mamsell für Bürgermädchen. fraulich Adj. ‘weiblich, mütterlich’, mhd. vrouwelich ‘weiblich, einer Herrin entsprechend’. frauenhaft Adj. ‘einer Frau entsprechend’ (18. Jh.). Frauentag m. am 8. März begangener internationaler Gedenktag für die Rechte der Frauen (um 1910; ohne Zusammenhang mit spätmhd. vrouwentag ‘kirchlicher Festtag zu Ehren Marias’). Frauenzimmer n. ‘Frau’, ursprünglich (15. Jh.) ‘Gemach der Herrin, Aufenthaltsraum der Frauen’; seit dem 16. Jh. übertragen auf die sich dort aufhaltenden Frauen, das weibliche Hofgefolge, die weibliche Dienerschaft, seit dem 17. Jh. auch Bezeichnung für die ‘Frau’ als Einzelwesen. Noch im 18. Jh. in neutraler Verwendung üblich, später (19. Jh.) meist scherzhaft oder geringschätzig; vgl. Seebold Etymologie (1981) 15 ff.

Verwendungsbeispiele für ›frauenhaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine Helden sind sehr menschliche Menschen, sehr männliche Männer, sehr frauenhafte Frauen.
Die Zeit, 02.10.1970, Nr. 40
Sie lächelte wie über Bergesgipfel dahin, die Haut ihres Gesichtes erschien wie ein Gewebe aus duftendem Höhenlicht, sie lächelte mit einer frauenhaften Beseligtheit.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 08.03.1921
Daß Zeitgenossen Hegemanns ihren "echten frauenhaften Sinn für das Anmutige und Gefällige" lobten, verwundert kaum.
Der Tagesspiegel, 30.09.1998
Die Rhododendren haben nichts von der farbenglutenden Jungfräulichkeit der Tulpen, vom frauenhaften Glanz der Rosen oder der ruhelosen Koketterie der Dahlien.
Die Zeit, 07.05.1953, Nr. 19
Zitationshilfe
„frauenhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/frauenhaft>, abgerufen am 09.04.2020.

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