Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

fraulich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung frau-lich
Wortbildung  mit ›fraulich‹ als Erstglied: Fraulichkeit
eWDG

Bedeutung

in der Art einer (gereiften) Frau, einer (gereiften) Frau entsprechend
entsprechend der Bedeutung von Frau (1)
Beispiele:
ein frauliches Kleid
Ein klein wenig voller war sie, aber schmal noch immer, mädchenhaft und fraulich zugleich [ Feuchtw.Oppermann288]
warnt sie mit echt fraulicher Besorgnis [ F. WolfGrenze5,366]
gereift (und mütterlich)
Beispiel:
sie ist ein ausgesprochen fraulicher Typ
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frau · Hausfrau2 · Fräulein · fraulich · frauenhaft · Frauentag · Frauenzimmer
Frau f. ‘erwachsener weiblicher Mensch, Ehefrau’, auch in der Anrede (dabei erst neuerdings nicht mehr auf Verheiratete beschränkt), ahd. frouwa ‘Herrin’ (9. Jh.), mhd. mnd. vrouwe, asächs. frūa (aus dem Dt. entlehnt mnl. vrouwe, nl. vrouw?) sowie der Name der Göttin anord. Freyja sind movierte Feminina zu ahd. frō ‘Herr’ und seinen Entsprechungen (s. Frone). In der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung ist ahd. frouwa, mhd. vrouwe Standesbezeichnung und Anrede für die verheiratete Edeldame als Vorsteherin des Hauswesens. Demgegenüber steht mhd. wīp (s. Weib) als Geschlechtsbezeichnung, wird aber mit dem Aufkommen der bürgerlichen Literatur von Frau allmählich verdrängt. Jedoch erst im 18. Jh. wird durch die Emanzipation des Bürgertums Frau allgemein und beginnt zu Anfang des 19. Jhs. Madame in der Anrede für Bürgerfrauen abzulösen. Hausfrau2 f. ‘Hausherrin’, mhd. hūsvrouwe ‘Herrin im Hause, Gattin’. Fräulein n. ‘erwachsene weibliche unverheiratete Person’, mhd. vrouwelīn ‘Herrin, Gebieterin, junge unverheiratete Edeldame’ (vgl. ahd. jungfrouwilīn, Hs. 12. Jh.) bleibt wie Frau ursprünglich als Standesbezeichnung und Anrede dem Adel vorbehalten. Im 18. Jh. wird Fräulein allgemeine Bezeichnung für junge unverheiratete Mädchen und verdrängt zu Beginn des 19. Jhs. die Anrede Jungfer, Mademoiselle, Mamsell für Bürgermädchen. fraulich Adj. ‘weiblich, mütterlich’, mhd. vrouwelich ‘weiblich, einer Herrin entsprechend’. frauenhaft Adj. ‘einer Frau entsprechend’ (18. Jh.). Frauentag m. am 8. März begangener internationaler Gedenktag für die Rechte der Frauen (um 1910; ohne Zusammenhang mit spätmhd. vrouwentag ‘kirchlicher Festtag zu Ehren Marias’). Frauenzimmer n. ‘Frau’, ursprünglich (15. Jh.) ‘Gemach der Herrin, Aufenthaltsraum der Frauen’; seit dem 16. Jh. übertragen auf die sich dort aufhaltenden Frauen, das weibliche Hofgefolge, die weibliche Dienerschaft, seit dem 17. Jh. auch Bezeichnung für die ‘Frau’ als Einzelwesen. Noch im 18. Jh. in neutraler Verwendung üblich, später (19. Jh.) meist scherzhaft oder geringschätzig; vgl. Seebold Etymologie (1981) 15 ff.

Thesaurus

Synonymgruppe
feminin · fraulich · weiblich
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›fraulich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fraulich‹.

Verwendungsbeispiele für ›fraulich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anders hätten es die Männer auch nicht gern, so sei alles mehr „fraulicher Art“. [Die Zeit, 29.03.1968, Nr. 13]
In manchen meiner Filme komme ich ziemlich eckig neurotisch herüber, in anderen eher fraulich rund. [Die Welt, 26.02.2004]
Seit ihrer örtlichen Trennung war sie weicher geworden, fraulicher, milder, duldsamer und verinnerlichter. [Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 195]
Aber ich liebe Röcke und hohe Schuhe, ziehe mich privat sehr fraulich an. [Bild, 20.09.2005]
Angeblich werden "frauliche Formen" sogar von den meisten Männer insgeheim gewünscht. [Die Welt, 23.04.2004]
Zitationshilfe
„fraulich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fraulich>.

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