freien

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung frei-en
Wortbildung  mit ›freien‹ als Letztglied: ↗einfreien

Bedeutungsübersicht+

  1. [veraltend] ⟨jmdn. freien⟩ jmdn. heiraten
  2. [veraltet] ⟨um ein Mädchen freien⟩ um ein Mädchen werben
eWDG, 1967

Bedeutungen

veraltend jmdn. freienjmdn. heiraten
Beispiele:
sprichwörtlichjung gefreit, (hat) nie gereut
daß der Vater doppelt so alt war als die Mutter, da er sie freite [Th. MannLotte7,667]
veraltet um ein Mädchen freienum ein Mädchen werben
Beispiel:
der junge Herr freite damals um seine jetzige Frau [Storm1,211]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

freien · Freier · Freite
freien Vb. ‘ehelichen, heiraten wollen, werben’, mhd. (md.) mnd. mnl. vrīen, nl. vrijen ‘werben, zur Frau nehmen, heiraten’ sind verwandt mit ↗frei (s. d.) in seiner ursprünglichen Bedeutung ‘lieb’. Die Verben sind entweder direkte Entsprechungen von got. frijōn, asächs. friohon, aengl. frēogan, anord. frjā ‘lieben’ oder Ableitungen von einem Substantiv, das in asächs. frī, aengl. frēo ‘Weib, Frau’ bezeugt ist. Über Luthers Bibelübersetzung gelangt freien ins Hd. Freier m. ‘Eheanwärter’, mhd. vrīer (auch ‘Freiwerber im Auftrag eines anderen’); geläufig ist die Wendung auf Freiersfüßen (umhergehen) ‘sich nach einer Braut umsehen’ (18. Jh.). Dazu das Abstraktum Freite f. ‘Brautwerbung’, mhd. vrīāt(e).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) hofieren · (sich) bemühen um (jemanden) · (sich) heranmachen an · ↗nachlaufen · ↗nachrennen · ↗nachstellen · ↗umschmeicheln · ↗umwerben · ↗werben (um)  ●  (eine) Charmeoffensive (starten)  fig., variabel · (jemandem) den Hof machen  fig. · ↗(sich) ranschmeißen  ugs., salopp · (ständig) herumschleichen (um)  ugs., salopp · ↗buhlen (um)  geh., veraltet · freien (um)  geh., veraltet · hinter jemandem her sein  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(den) Bund der Ehe eingehen · (den) Bund fürs Leben schließen · (die) Ehe mit jemandem eingehen · (eine) Familie gründen · (jemandem) die Hand fürs Leben reichen · (sich) trauen lassen · ↗(sich) vermählen · Hochzeit feiern · Hochzeit halten · Mann und Frau werden · in den (heiligen) Stand der Ehe (ein)treten · kirchlich heiraten · standesamtlich heiraten · zum Altar führen · zum Mann nehmen · zur Frau nehmen  ●  ↗(jemanden) ehelichen  Amtsdeutsch · ↗heiraten  Hauptform · in den Hafen der Ehe einlaufen  fig. · (den) Bund der Ehe schließen  geh. · (jemandem) das Ja-Wort geben  ugs. · (jemandem) das Jawort geben  ugs. · (jemanden) freien  geh., veraltet · ↗(sich) (mit jemandem) verehelichen  geh. · (sich) das Ja-Wort geben  ugs. · (sich) das Jawort geben  ugs. · Hochzeit machen  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›freien‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hans-Otto, obschon nicht mehr jung an Jahren, freit die Tochter seines Chefs.
Die Zeit, 15.04.1988, Nr. 16
Einen Bürgersmann hat sie gefreit, einem fernen Seemann gehören ihre Sehnsüchte.
Die Zeit, 24.12.1993, Nr. 52
Er hatte reiche Partien ausgeschlagen und stattdessen eine Pastorentochter gefreit.
Süddeutsche Zeitung, 24.08.1999
Bereits vor zwei Jahren hatte der US-Haushaltswarenriese Wella geschluckt, aber vergeblich um Beiersdorf gefreit.
Die Welt, 29.10.2005
Der junge, schöne Sängerheld freit für den älteren, ruhmbedeckten Fürsten und gewinnt das Herz der Jungfrau für sich.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 18.02.1902
Zitationshilfe
„freien“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/freien>, abgerufen am 09.08.2020.

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