freudig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfreu-dig
WortzerlegungFreude-ig
Wortbildung mit ›freudig‹ als Erstglied: ↗Freudigkeit  ·  mit ›freudig‹ als Letztglied: ↗überfreudig  ·  mit ›freudig‹ als Grundform: ↗-freudig
eWDG, 1967

Bedeutung

voll Freude
a)
von Freude erfüllt, frohgestimmt
Beispiele:
eine freudige Aufwallung, Erregung, Hast, Miene
ein freudiges Gefühl, Erschrecken, ein freudiger Sinn
die freudige Erwartung steigerte sich
man hörte freudige Zurufe
in dem freudigen Bewusstsein erfüllter Pflicht
in freudigem Erstaunen aufspringen
mit freudigem Gesicht, Herzen
jmdn. mit freudigem Gruß empfangen
der Hund begrüßte seinen Herrn mit freudigem Gebell
sein Herz klopft vor freudiger Aufregung
zu meiner freudigen Überraschung
freudig bewegt, erregt, gestimmt, überrascht sein
ihre Augen leuchteten freudig auf
jmdm. freudig die Hand schütteln
[der Meister] eilte freudig dem Besuch entgegen [WeismantelRiemenschneider137]
mit Freude, Eifer
Beispiele:
freudig arbeiten, lernen
etw. freudig anerkennen, tun
jmdm. freudig folgen
freudig an die Arbeit gehen
b)
Freude bringend, beglückend
Beispiele:
ein freudiges Erlebnis
eine freudige Nachricht
das war eine unverhoffte freudige Begegnung
ein in freudigen (= heiteren) Farben gemaltes Bild
verhüllendwir gratulieren zum freudigen Ereignis (= zur Geburt eines Kindes)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Freude · freudig · Freudenhaus · Freudenmädchen
Freude f. ‘Hochstimmung, Glücksgefühl’, ahd. frewida (8./9. Jh.), frouwida (9. Jh.), mhd. vröude, vreude ist mit dem Abstraktsuffix ahd. -ida (germ. -iþō) zu dem unter ↗froh (s. d.) behandelten Adjektiv gebildet. freudig Adj. ‘erfreulich, glücklich’ (16. Jh.). Freudenhaus n. ‘Bordell’ (18. Jh.); im 16./17. Jh. und vereinzelt bereits mhd. vröudenhūs allgemeiner ‘Haus, in dem Freude herrscht’. Freudenmädchen n. ‘Prostituierte, Dirne’ (18. Jh.) nach gleichbed. frz. fille de joie; hieraus erklärt sich die Bedeutungsverengung von Freudenhaus. Doch vgl. schon frühnhd. freudenweib (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anstandslos · ↗freilich · freudig · ↗gern · ↗gerne · ↗gewiss · ↗selbstredend · ↗selbstverständlich · ↗sicher · ↗sicherlich  ●  ↗bereitwillig  Hauptform · ↗natürlich  ugs. · no na  ugs., österr. · selbstverfreilich  ugs.
Assoziationen
  • Aber bitte gerne! · Aber gerne (doch)! · Aber nicht doch! (höflich) · Bitte sehr · Das war (doch) (ganz) selbstverständlich. · Gern geschehen · Gerne wieder · Jederzeit! · Nichts zu danken · bitte schön · immer wieder gerne! · keine Ursache  ●  bitte! (Reaktion auf 'danke!')  Hauptform · (Das) geht (schon) in Ordnung.  ugs. · (Ist) nicht der Rede wert  ugs. · Da nich(t) für.  ugs., norddeutsch · Es war mir ein Vergnügen!  geh. · Gerne!  ugs., Hauptform · Ist okay  ugs. · Komm schon  ugs. · Lass (mal) gut sein  ugs. · Lass stecken  ugs. · Passt schon  ugs., süddt. · Schon gut  ugs. · Schon okay  ugs. · Wofür hat man (denn) Freunde!  ugs., Spruch, variabel · Wofür?  ugs. · kein Ding  ugs. · kein Problem  ugs. · kein Thema  ugs.
  • bedenkenlos · einfach so · kurz entschlossen · kurz und schmerzlos · ↗kurzentschlossen · ↗kurzerhand · ↗kurzweg · ohne (lange) zu fragen · ohne Umschweife · ohne Weiteres · ohne Wenn und Aber · ohne Zögern · ohne lange zu überlegen · ohne langes Überlegen · ohne viel Aufhebens · ohne zu zögern · ↗spontan · ↗umstandslos · ↗unbesehen · vom Fleck weg  ●  ohne weiteres  Hauptform · ↗ohneweiters  österr. · ↗(ganz) ungeniert  ugs. · a limine  geh., lat. · brevi manu  geh., lat. · mir nichts, dir nichts  ugs. · ohne lange zu fackeln  ugs. · ohne viel Federlesens  ugs. · ↗schlankweg  ugs.
Synonymgruppe
freudig · mit Freude · mit Leib und Seele · mit ganzem Herzen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anteilnahme Ausruf Begrüßung Bejahung Ereignis Erregung Erstaunen Erwartung Genugtuung Hingabe Nachricht Pflichterfüllung Schreck Staunen Stolz Wiedererkennen Wiedersehen Zuversicht begrüßen begrüßt bejahen bewegt entgegensehen erregt gestimmt wedeln willig Überraschung Überschwang überrascht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›freudig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schon den ganzen Tag wirkte sie hektisch, gewiss auch freudig erregt.
Der Tagesspiegel, 09.03.2001
Findet man dagegen, was man sucht, so nimmt man auch das ohne freudige Bewegung zur Kenntnis.
Die Zeit, 16.05.1986, Nr. 21
Im Tempel Amors klingt das Werk in freudigen Gesängen aus.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 23
So freudig begrüßte er mich nicht, wie ich wohl von ihm erwartet hatte.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 30169
Die junge Dame war vor freudiger Überraschung sehr rot geworden.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 226
Zitationshilfe
„freudig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/freudig>, abgerufen am 21.11.2019.

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