Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

friedfertig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung fried-fer-tig
Wortzerlegung Frieden -fertig
Wortbildung  mit ›friedfertig‹ als Erstglied: Friedfertigkeit
eWDG

Bedeutung

immer bereit, Frieden zu halten, friedliebend, friedlich
Beispiele:
ein friedfertiger Mensch
einen friedfertigen Charakter, friedfertige Absichten haben
biblischselig sind die Friedfertigen
Michael … kaute friedfertig seinen Tabak [ WaggerlTagebuch18]
Unruhe um einen Friedfertigen [ O. M. GrafUnruheTitel]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Friede · Frieden · befrieden · befriedigen · umfrieden · einfriedigen · friedlich · friedfertig · zufrieden · Zufriedenheit · Unzufriedenheit · unzufrieden
Friede, Frieden m. ‘Zustand der Ruhe, Harmonie, Beilegung einer (kriegerischen) Auseinandersetzung’, älter auch ‘geschütztes, umzäuntes Gebiet’. Ahd. fridu (8. Jh.), mhd. vride, vrit, asächs. friðu, mnd. mnl. vrēde, nl. vrede, aengl. friþu, friþ, anord. friðr, schwed. frid (germ. *friþu-) ist ein mit ie. tu-Suffix gebildetes Verbalabstraktum im Sinne von ‘Zustand der Schonung, des Wohlwollens’ zu der unter frei (s. d.) angegebenen Wurzel. Der ehemalige stark flektierende u-Stamm tritt im Mhd. teilweise zur konsonantischen Flexion über, so daß Doppelformen entstehen, z. B. Genitiv Friedes und Friedens (noch bei Adelung), Dativ und Akkusativ Friede und Frieden (bis heute); auslautendes -n der schwachen obliquen Kasus dringt seit dem 18. Jh. in den Nominativ und ergibt auch hier die Doppelform Friede und Frieden. befrieden Vb. ‘beruhigen, friedlich stimmen, den Friedenszustand herbeiführen’, mhd. bevriden ‘Friede, Schutz verschaffen, einzäunen’; vgl. ahd. fridōn ‘schützen, schonen’ (9. Jh.), gifridōn (um 1000), mhd. vriden ‘Frieden bringen, friedlich beilegen, schützen, erhalten, einen Zaun machen’. befriedigen Vb. ‘beschützen’ (15. Jh.), ‘versöhnen, begütigen, zufriedenstellen’ (16. Jh.). umfrieden Vb. ‘umgeben, einzäunen’, mhd. umbevriden; dann umfriedigen (16. Jh.). einfriedigen Vb. (17. Jh.). friedlich Adj. ‘ruhig, um Frieden bemüht’, mhd. vridelich, auch ‘Schutz gewährend’; vgl. ahd. fridulīhho Adv. (11. Jh.). friedfertig Adj. ‘friedliebend, friedlich’ (16. Jh.). zufrieden Adj. ‘mit sich und der Welt in Einklang, einverstanden’, zusammengezogen aus der präpositionalen Fügung zu Frieden, zunächst in Verbindung mit Verben der Richtung (z. B. setzen, stellen, kommen), seit dem 16. Jh. als Adverb (vgl. noch zufriedengeben, zufriedenlassen), seit dem 17. Jh. auch als Adjektiv gebraucht und flektiert. Zufriedenheit f. Unzufriedenheit f. (17. Jh.), unzufrieden Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
  • (sich gegenseitig) nicht weh tun (wollen) · harmoniebedürftig · harmonieorientiert · konfliktscheu · mag keinen Streit  ●  harmoniesüchtig  abwertend
Synonymgruppe
amikal · friedfertig · friedlich · friedliebend · geruhsam · gewaltfrei · gewaltlos · gütig · gütlich · herzensgut · ohne Gewalt · sanft · verträglich

Typische Verbindungen zu ›friedfertig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›friedfertig‹.

Verwendungsbeispiele für ›friedfertig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das wirkt nie, und besonders friedfertig ist es auch nicht. [Die Zeit, 13.11.1995, Nr. 46]
Aber auch bei einer friedfertigen Demonstration darf niemand vermummt sein. [Die Zeit, 11.12.1987, Nr. 51]
Die Generäle haben es gelegentlich mit scharfen Tönen ausgesprochen; die demokratische Regierung gibt sich demonstrativ friedfertig. [Die Zeit, 28.11.1986, Nr. 49]
Und er tut sogar gut daran, seine Entwicklung, friedfertig, voranzutreiben. [Die Zeit, 28.10.1977, Nr. 44]
Ein Patient, der vorher friedfertig gewesen sei, werde plötzlich aggressiv und greife die Schwestern an. [Wolf, Christa: Störfall: Berlin u. Weimar: Aufbau-Verlag 1987, S. 19]
Zitationshilfe
„friedfertig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/friedfertig>.

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