frieren

GrammatikVerb · fror, hat/ist gefroren
Aussprache
Worttrennungfrie-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›frieren‹ als Letztglied: ↗abfrieren · ↗anfrieren · ↗auffrieren · ↗ausfrieren · ↗blaufrieren · ↗durchfrieren · ↗einfrieren · ↗festfrieren · ↗steiffrieren · ↗zufrieren · ↗zusammenfrieren · ↗überfrieren
 ·  mit ›frieren‹ als Grundform: ↗erfrieren · ↗gefrieren  ·  formal verwandt mit: ↗tiefgefroren · ↗verfroren
eWDG, 1967

Bedeutung

siehe auch Gefrorene
1.
mit Hilfsverb ›hat‹
Kälte empfinden
a)
Beispiele:
beständig, sehr, stark, gewaltig frieren
umgangssprachlich schrecklich frieren
umgangssprachlich wir haben bei der Kälte tüchtig gefroren
er fror, dass er mit den Zähnen klapperte
ich friere an den Händen, an den Füßen
landschaftlich ich friere an die Hände
sie froren bis ins Mark
umgangssprachlich sich zu Tode frieren
salopp wie ein Schneider, ein junger Hund frieren (= sehr frieren)
das frierende Kind
übertragen
Beispiel:
Dabei fror mein Herz [RennKindheit194]
b)
jmdn. friert (es), es friert jmdn.jmdm. ist kalt, Kälte steigt in jmdm. hoch
Beispiele:
mich friert (es) entsetzlich, jämmerlich
mich hat am ganzen Körper gefroren
es friert ihn an den Fingerspitzen
Es friert ihn erbärmlich an den Zehen [WaggerlJahr263]
übertragen
Beispiel:
ihn fror bis ins innerste Herz
2.
vor Kälte erstarren, gefrieren
a)
mit Hilfsverb ›ist‹
Beispiele:
im Winter friert der See
das Wasser in der Leitung, die Fensterscheibe ist gefroren
der Boden ist hart gefroren
ich bin ganz steif gefroren
der gefrorene Bach
ein blau gefrorenes Gesicht
übertragen
Beispiele:
das Blut friert in den Adern
ein gefrorenes Lächeln
als wenn das Hirn ihm friere [Storm6,295]
veraltet Er ist / Gefroren (= durch Zauberei fest gegen Hieb und Schuss, unverwundbar) [SchillerWallenst. TodV 2]
b)
mit Hilfsverb ›hat‹
es friertes gefriert, Frost tritt ein
Beispiele:
es friert anhaltend, stark
umgangssprachlich es friert tüchtig
umgangssprachlich draußen fror es Stein und Bein (= sehr)
Im Winter friert es häufig im Hochfeld nachts [PassargeSüdafrika118]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

frieren Vb. ‘Kälte empfinden, zu Eis erstarren’. Ahd. friosan (8. Jh.), mhd. vriesen, mnd. vrēsen, mnl. vriesen, nl. vriezen, aengl. frēosan, engl. to freeze, anord. frjōsa (vgl. got. frius ‘Frost’) und die Verwandten aind. pruṣvā́, lat. pruīna (aus *prusu̯īnā) ‘Reif’ führen auf ie. *preus- ‘frieren’ (s. auch ↗Frost). Im Sinne von ‘ein stechendes Gefühl hervorrufen’ läßt sich die Wurzel auch als ‘brennen’ auffassen und mit lat. prūna ‘glühende Kohle’, prūrīre ‘jucken’, aind. plōṣati ‘brennt, versengt’ verbinden (Schulze Kl. Schr. 479). Der in den Formen des Verbs auftretende grammatische Wechsel zwischen s und r (vgl. mhd. vriesen, Prät. Plur. vrurn, Part. Prät. gevrorn) wird im Nhd. zugunsten dieser Präteritalformen ausgeglichen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Gänsehaut bekommen · (jemandem) kalt sein · (jemandem) kalt werden · ↗(vor Kälte) schlottern · frieren · ↗frösteln · mit den Zähnen klappern · vor Kälte zittern  ●  ↗bibbern  ugs. · frieren wie ein Schneider  ugs. · ↗schnattern  ugs. · schuckern  ugs., regional
Assoziationen
  • (eine) Gänsehaut bekommen · (jemandem) schlottern die Knie · ↗(vor Kälte) bibbern · am ganzen Körper zittern · ↗erbeben · ↗erschaudern · ↗erschauern · ↗erzittern · ↗schaudern · ↗schauern · weiche Knie haben · ↗zittern  ●  schuckern  regional · ↗(vor Angst) schlottern  ugs. · gebeutelt werden  ugs. · zittern wie Espenlaub (Verstärkung)  ugs.
  • blau gefroren sein · durchgefroren sein · sehr frieren · unterkühlt sein  ●  (sich) (den) Arsch abfrieren  derb · zum Eiszapfen werden  ugs., fig.
  • frisch · ↗frostig · ↗kalt · ↗kühl
  • Frostgefühl · Frösteln · ↗Kältegefühl
  • (sich) nicht aufwärmen können · im Kalten (arbeiten / bleiben / abwarten ... müssen) · in der Kälte (herumstehen / sich aufhalten ...)  ●  (sich) den Arsch abfrieren  derb · (sich) einen abfrieren  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Boden Eis Kälte Schneider Winter abfrieren anfrieren auftauen ausfrieren bibbern darben draußen durchfrieren ein einfrieren entsetzlich erbärmlich festfrieren frösteln heizen hungern jämmerlich minus nachts schneien schwitzen tauen zittern zufrieren zusammenfrieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›frieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Trotz der frühlingshaften Temperaturen ließ sie der Wind schon nach zwei Stunden frieren.
Die Welt, 06.02.2004
Wir froren, vor allem an den Händen, und wir hatten immer Hunger.
Der Tagesspiegel, 18.10.1999
Sie schien zu frieren, sie ließ sich seufzend wärmer zudecken.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 171
Hier ist es doch wärmer und ich friere furchtbar heute.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 14.04.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber wir mußten im Winter doch zu sehr frieren dabei.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8093
Zitationshilfe
„frieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/frieren>, abgerufen am 23.08.2019.

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