frikassieren

GrammatikVerb · frikassiert, frikassierte, hat frikassiert
Aussprache
Worttrennungfri-kas-sie-ren
HerkunftFranzösisch
WortzerlegungFrikassee-ieren

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Kochkunst] ⟨jmd. frikassiert etw.⟩ zu Frikassee verarbeiten
  2. 2. [salopp, scherzhaft] ⟨jmd. frikassiert jmdn.⟩ verprügeln; übel zurichten
  3. 3. [salopp] ⟨jmd. frikassiert etw.⟩ bis zur Unkenntlichkeit verändern, zurichten
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
Kochkunst jmd. frikassiert etw.zu Frikassee verarbeiten
Beispiele:
[…] die alten Mönche, von denen etliche gastronomische Tricks überliefert sind: Sie frikassierten Rindfleisch und ließen es in Form eines Fisches auftragen. [Welt am Sonntag, 16.02.1997]
Der Zeichentrickfilm »Chicken Run« […] zeigt die Tiere intelligent, gewitzt und sehr gefühlvoll. Die britische Henne Ginger und der amerikanische Hahn Rocky versuchen, ihre Artgenossen vor einem grausamen Schicksal zu bewahren: fritiert, frikassiert oder filetiert zu werden. [Die Welt, 30.09.2000]
[…] Krebssuppe und Krebsschwänze, auch Froschschenkel in Mehlteig gebacken oder frikassiert, werden offen auf den Speisekarten der besseren Gaststätten angepriesen und finden auch ihre Liebhaber. [Berliner Zeitung, 17.08.1947]
2.
salopp, scherzhaft jmd. frikassiert jmdn.verprügeln; übel zurichten
Beispiele:
Ich schlag dir alle Knochen zusammen, frikassier dich, hast du mich verstanden? [Osterman Weekend, 1983 (Filmuntertitel)]
Wirklich gefährlich wird die Bemerkung »Dir soll der Deibel frikassieren«. Das droht nämlich Prügel bis zur blutigen Nase an. [Die Welt, 20.07.2002]
3.
salopp jmd. frikassiert etw.bis zur Unkenntlichkeit verändern, zurichtenQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
Der umsichtig gebaute Text wird ziemlich frikassiert, wobei besonders unangenehm die Hinzufügungen aufstoßen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2001]
Den Volltreffer im Sloganversenken aber, den landete in der vergangenen Woche das Essener Spardosen-Terzett. Liebvoll und mit leichtem Strich frikassieren die drei Musiker und ihr Texter Wiglaf Droste in einem Internetvideo die »Hoffnung« einer »Düsseldorfer Werbeagentur«. [Welt am Sonntag, 04.05.2008, Nr. 18]
Diese Wölbung im Bühnenboden wird so zum eigentlichen Zentrum des Geschehens, was das dankbare Publikum an jene Zeiten erinnern dürfte, als sich [der Opernsäger Hermann] Prey selbst vor der Fernsehkamera aufbaute und Opern zu Wunschkonzert-Nummern frikassierte. [Der Spiegel, 25.01.1988, Nr. 4]
Sie spielte grauenhafte Stücke: eine fürchterlich zugerichtete Maria Stuart, eine zu rührseligen Bildern zerhackte Marie Antoinette und eine Elisabetta regina dʼInghilterra, in der die gekrönte Meisterin der Liebe und des Hasses für den krassesten Vorstadtgeschmack frikassiert war. [Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004[1911], S. 25472]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frikassee · frikassieren
Frikassee n. ‘in einer Tunke angerichtetes Schnittfleisch’, Entlehnung (16. Jh.) von frz. fricassée, das aus dem Verb frz. fricasser ‘kleingeschnittenes Fleisch in einer Tunke dünsten’ abgeleitet ist, aus frz. frire (lat. frīgere) ‘braten, rösten’ und casser (lat. quassāre) ‘zerbrechen, zerkleinern’ (vgl. Bloch/W. ⁶277). Dazu frikassieren Vb. ‘Frikassee bereiten’, älter ‘rösten, braten’ (16. Jh.). Übertragen jmdn. frikassieren seit dem 18. Jh. als derb-scherzhafte Drohung. S. ↗Frikadelle.
Zitationshilfe
„frikassieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/frikassieren>, abgerufen am 29.03.2020.

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