fristen

GrammatikVerb · fristete, hat gefristet
Aussprache
Worttrennungfris-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›fristen‹ als Erstglied: ↗Fristung  ·  mit ›fristen‹ als Letztglied: ↗fortfristen · ↗hinfristen
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. unter Schwierigkeiten so lange wie möglich zu erhalten suchen
Beispiele:
sein Leben, Dasein mühsam, kümmerlich fristen
von Tag zu Tag fristete er nur kärglich seine bescheidene Existenz
[Lügen] mit denen ich unsere Liebe fristen würde [H. Mann8,313]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frist · fristen · befristen · fristlos
Frist f. ‘festgesetzte Zeitspanne, für begrenzte Zeit gewährter Aufschub’, ahd. frist (um 800), mhd. vrist, anord. frest, schwed. frist und (teilweise mit Metathese) mnd. verst, verste, vrist, mnl. verst(e), veerste, aengl. first. Herkunft ungewiß. Geht man von einer Bedeutung ‘Bevorstehendes’ aus und vergleicht aind. puraḥstātár- ‘an der Spitze stehend, führend’ und vielleicht air. ars(a)id ‘alt, im Alter an der Spitze stehend’, so kann man mit diesen die germ. Formen von Frist (wie ähnlich ↗First, s. d.) als Zusammensetzungen ansehen aus einem Präfix ie. *pres- ‘vor’, Kompositionsform von ie. *per ‘das Hinausführen über’ (s. ↗für, ↗vor, ↗ver-), mit einer Ablautform der Wurzel ie. *stā-, *stə- ‘stehen, stellen’ (s. ↗stehen) bei einer Ausgangsbedeutung ‘das Bevorstehende, Zeit, die in der Zukunft begrenzt ist’. Vielleicht aber ist Frist besser als Bildung mit st-Suffix zur Wurzel ie. *prāi-, *pri̯- ‘gern haben, schonen’ (s. ↗frei, ↗Freund, ↗Friede) aufzufassen, wobei eine ursprüngliche Bedeutung ‘Schonung’ anzusetzen wäre. fristen Vb. ‘mühsam hinbringen, über die Zeit retten’, meist in der Wendung sein Leben, sein Dasein fristen, ahd. fristen (um 1000), mhd. vristen ‘hinhalten, aufschieben, bewahren’. befristen Vb. ‘eine Frist stellen, einen Zeitraum festlegen’, mhd. bevristen ‘erhalten’. fristlos Adj. ‘ohne Aufschub, unverzüglich’ (1. Hälfte 20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armutsgrenze Aschenputteldasein Außenseiter-Dasein Außenseiterdasein Dasein Existenz Existenzminimum Exotendasein Gnadenbrot Inseldasein Kümmerdasein Leben Lebensabend Lebensunterhalt Mauerblümchen-Dasein Mauerblümchendasein Nischendasein Nischenexistenz Randdasein Randexistenz Rentnerdasein Reservisten-Dasein Reservistendasein Schattendasein Schattenexistenz Tagelöhner fortan kümmerlich unbeachtet weiterfristen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fristen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt fristet er bei den Löwen ein bitteres Dasein auf der Bank.
Bild, 19.10.2000
Er fristet, seit er vierzehn ist, das Leben im Kohlenstaub.
Die Zeit, 26.04.1996 (online)
Die meisten von ihnen waren nicht vollbeschäftigt, konnten kaum ihr nacktes Leben fristen und verhungerten oft genug buchstäblich.
Roots, Ivan: Die englische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1797
Wie sollte auch der Mensch, so wie er heute beschaffen ist, zu jenen Zeiten sein Dasein fristen?
Petersen, Jes: Erde und Mensch, Berlin: Columbus-Verl. [1935] [1925], S. 83
Es wird einem nun in jenem von der Natur so begünstigten Land nicht schwer gemacht, sein Leben zu fristen.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 52
Zitationshilfe
„fristen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fristen>, abgerufen am 15.12.2018.

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