frivol

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung fri-vol
Herkunft Französisch
eWDG, 1967

Bedeutung

das Maß des Erlaubten überschreitend
a)
Vernunft und Gewissen verletzend, leichtfertig
Beispiele:
frivoler Leichtsinn, frivole Sorglosigkeit
sich [Dativ] frivol eine gute Chance verscherzen
Wir ... scherzten frivol die schönsten Stunden der Jugend hinweg [ RaabeII 1,232]
bedenkenlos, gewissenlos
Beispiele:
ein frivoler Mensch, frivoles Verhalten
ein frivoles Spiel mit jmdm. treiben
er handelte sehr frivol gegenüber seinen Mitmenschen
warum waren wir so zynisch. Ich meine, so frivol [ ZuckmayerTeufels GeneralII]
b)
Sitte und Moral verletzend
Beispiele:
ein frivoler Ton, Witz
eine frivole Bemerkung, Lektüre
[eine Stimme,] die gut zu ihrer halb melancholischen, halb frivolen (= verführerischen) Erscheinung ... paßte [ WeiskopfAbschied v. Frieden1,41]
Gleich wurde uns das viel lustigere Lied als frivol verboten [ RennKindheit125]
ausschweifend
Beispiele:
ein frivoler Lebemann, Abenteurer
in das frivole Treiben der Emigrierten bedenklich verflochten [ FrançoisLetzte Reckenburgerin146]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

frivol · Frivolität
frivol Adj. ‘zweideutig, gewagt, schamlos’ kommt im 18. Jh. aus dem inhaltlich harmloseren frz. frivole ‘unbedeutend, oberflächlich, leichtfertig’ ins Dt. (doch vgl. vereinzelt lexikalisch ‘leichtfertig’, 2. Hälfte 17. Jh.) und geht zurück auf lat. frīvolus ‘zerbrechlich, wertlos, abgeschmackt’ (meist substantiviert frīvolum ‘Bagatelle’, Plur. frīvola ‘nichtssagende Worte’), zum Verb lat. friāre ‘zerreiben, zerbröckeln’. Auf unmittelbarer Entlehnung aus dem Lat. beruht das frühere Vorkommen des Wortes in der dt. Rechtssprache im Sinne von ‘nichtig, unerheblich’ (17. Jh.), wo in der Regel lat. Flexion bewahrt ist. Frivolität f. ‘Schamlosigkeit, gewagte, geschmacklose Äußerung’ (18. Jh.), frz. frivolité ‘Leichtfertigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
anzüglich · eindeutig-zweideutig · frivol · nicht (ganz) stubenrein · ↗pikant · ↗schlüpfrig · ↗schmierig · ↗unanständig · ↗zweideutig
Assoziationen
Synonymgruppe
Einblicke gewährend · ↗freizügig · frivol · ↗gewagt · ↗offenherzig
Assoziationen
  • (auch) in Nacktszenen · mit viel nackter Haut · mit vollem Körpereinsatz (verhüllend) · nicht prüde  ●  (es gibt) ordentlich was zu sehen  ugs.
  • exhibitionistisch · ↗zeigefreudig

Typische Verbindungen zu ›frivol‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›frivol‹.

Verwendungsbeispiele für ›frivol‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anne (20) wirkt schüchtern, aber ihre Geschichte ist ganz schön frivol.
Bild, 11.07.2003
Es wäre frivol gegenüber diesem Haus, es nicht haben zu wollen.
Der Tagesspiegel, 09.08.1999
Mit einem frivolen Schnipsen beschrieb sie den Flug durch die Luft.
Der Spiegel, 04.07.1988
Auch er meinte nicht das frivole und galante Spiel; die Frau wurde ihm zum Symbol aller hohen Ideale.
Borst, Arno: Religiöse und geistige Bewegungen im Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7705
Sie weiß auf eine amüsante, bisweilen frivole Art zu plaudern.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 286
Zitationshilfe
„frivol“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/frivol>, abgerufen am 25.11.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Fritze
Fritz-Walter-Wetter
Fritz
Frittüre
Frittung
Frivolität
Frivolitäten
Frl.
froh
froh gelaunt