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fromm

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GrammatikAdjektiv · Komparativ: frömmer · Superlativ: am frömmsten
Adjektiv · Komparativ: frommer · Superlativ: am frommsten
Aussprache  [fʀɔm]
Wortbildung  mit ›fromm‹ als Erstglied: Frömmigkeit · frömmeln · frömmlich
 ·  mit ›fromm‹ als Letztglied: geflügelfromm · lammfromm · scheinfromm · unfromm · überfromm
 ·  mit ›fromm‹ als Grundform: Fromme2
Mehrwortausdrücke  fromme Täuschung · frommer Betrug · frommer Wunsch
eWDG

Bedeutungen

1.
Gott ganz ergeben, gottesfürchtig
Beispiele:
ein frommer Mensch, Christ, Pilger
ein frommer Bruder (= Mönch)
fromm werden, leben
eine fromme Einfalt
ein frommes Lied, ein frommer Spruch
einen frommen Lebenswandel, fromme Reden führen
mit frommer Gebärde
es lösen / Sich alle Bande frommer Scheu [ SchillerGlocke]
[ein Mädchen] das / Ihn wieder mit der frömmsten Liebe liebe [ LessingNathanIV 2]
übertrieben gläubig, bigott
Beispiele:
ein frommer Eifer, Trotz
Diesen frommen Starrsinn finden wir nicht selten [ CarossaKindheit256]
scheinheilig
Beispiel:
ein frommes Getue
2.
gutherzig
Beispiele:
ein frommes Bedauern
fromme Augen machen
das Herz voll großen und frommen Gelächters [ Th. MannJoseph3,155]
von Tieren   treuherzig, gutmütig
Beispiele:
ein frommer Hund
der Rappe ist fromm
der Bulle ist fromm wie ein Lamm
der Gaul … stand friedlich und fromm daneben [ RaabeII 1,61]
in guter Absicht gewollt
Beispiele:
ein frommer Betrug
eine fromme Täuschung
das waren nur fromme Wünsche
Eine fromme Lüge hätte vielleicht für den Augenblick Erleichterung geschafft [ WerfelMusa Dagh616]
in gärend Drachengift hast du / Die Milch der frommen Denkart (= die friedliche Gesinnung) mir verwandelt [ SchillerTellIV 3]
3.
veraltet rechtschaffen, tüchtig
Beispiele:
ein frommer Bürger, Bergmann
Religionder fromme (= gerechte) Gott
historischein frommer (= tapferer) Landsknecht
Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, / Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt [ SchillerTellIV 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
fromm · frommen · Frömmigkeit
fromm Adj. ‘von einer religiösen Überzeugung durchdrungen, gottergeben, sanftmütig’ (vgl. lammfromm). Das Adjektiv entsteht in mhd. Zeit, ausgehend vom prädikativen Gebrauch eines Substantivs ahd. fruma ‘Nutzen, Wohl, Hilfsmittel’ (8. Jh.), mhd. vrum(e), vrome (heute nur noch in der als altertümlich empfundenen Formel zu Nutz und Frommen). Wie die verwandten, aber anders gebildeten Adjektive mnd. vrōme, vrāme, vrō̌m, vrām, mnl. vroom, vrōme (nl. vroom ‘fromm’), aengl. fram, anord. framr hat mhd. vrum, vrom die Bedeutung ‘tüchtig, tapfer, rechtschaffen’ (so noch bei Luther; eigentlich ‘nützlich’) und nimmt allmählich (ab 15. Jh.) den spezifisch religiösen Inhalt an; heute auch mit einer pejorativen Tendenz, besonders in den Ableitungen frömmeln, Frömmler, Frömmelei (18. Jh.), die auf übertriebene, zur Schau getragene Frömmigkeit abzielen. Mit griech. prómos (πρόμος) ‘Vorkämpfer, Führer’, umbr. promom ‘zuerst’, lit. pìrmas ‘der erste’ stellen sich die germ. Formen mit mo-Suffix zu ie. *prō̌ (bzw. seiner schwundstufigen Form *pṛ-) ‘vorwärts, vorn, voran’, zu ie. *per ‘das Hinausführen über’ (s. für, vor). – frommen Vb. ‘nützen’, heute nur noch unpersönlich es frommt ‘nutzt, kommt zugute’, ahd. frummen ‘ausüben, vollbringen’ (8. Jh.), mhd. vrumen, vromen ‘vorwärtskommen, nützen’. Frömmigkeit f. ‘Gottergebenheit’, mhd. vrümecheit, vrümekeit ‘Bravheit, Tapferkeit’, abgeleitet von mhd. vrümec ‘gut, brav, tüchtig’.

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

fromm · gottergeben · gottesfürchtig · gottgefällig  ●  frömmlerisch abwertend
Assoziationen

gläubig · religiös · religiös orientiert · spirituell  ●  fromm abwertend · vom Glauben erfüllt geh.
Assoziationen
  • (Person) christlichen Glaubens · Anhänger des Christentums · Christ · Christenmensch · Kind Gottes · in der Nachfolge Jesu Lebender
  • orthodox · rechtgläubig · streng religiös · strenggläubig  ●  allein im Besitz der wahren Lehre variabel
  • Religiot · religiöser Idiot

arglos · fromm (Wunsch) · gutgläubig · harmlos · im guten Glauben, dass · in gutem Glauben · kindsköpfig · leichtgläubig · naiv · nimmt alles für bare Münze · treuherzig · undistanziert · vertrauensselig  ●  treudoof ironisierend
Assoziationen

brav · friedlich · gutmütig (z.B. Pferd) · sanft · seelenruhig · zahm  ●  fromm (Pferd) veraltend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›fromm‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fromm‹.

Verwendungsbeispiel für ›fromm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch das war bestenfalls eine fromme Lüge und nicht einmal besonders überzeugend. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 287]
Trotzdem wirkt der Bär auf seine Art jetzt sehr fromm. [Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 19]
Oft haben fromme Männer um sich eine eigene Scheu verbreitet. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 410]
Da die ganze Praxis auf diese Handlung konzentriert war, verödete das fromme Leben. [Stupperich, R.: Russische Sekten. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 27839]
Die Ägypter waren locker‑orthodox, kosmopolitisch auf alexandrinische Weise, aber doch fromm. [konkret, 1998]
Zitationshilfe
„fromm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fromm>.

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Worthäufigkeit

selten häufig

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Wortverlaufskurve 1600−1999
Wortverlaufskurve ab 1946

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