frommen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfrom-men
eWDG, 1967

Bedeutung

veraltend etw. frommt jmdm., einer Sacheetw. nützt jmdm., einer Sache
Beispiele:
dieser Gedanke frommte ihm (nicht)
was hat nun meine Arbeit gefrommt?
es frommt wenig, nur zu klagen
diese Belehrung diente zu Nutz und Frommen aller Bürger
daß mein Segen dir fromme [Th. MannJoseph3,271]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fromm · frommen · Frömmigkeit
fromm Adj. ‘von einer religiösen Überzeugung durchdrungen, gottergeben, sanftmütig’ (vgl. ↗lammfromm). Das Adjektiv entsteht in mhd. Zeit, ausgehend vom prädikativen Gebrauch eines Substantivs ahd. fruma ‘Nutzen, Wohl, Hilfsmittel’ (8. Jh.), mhd. vrum(e), vrome (heute nur noch in der als altertümlich empfundenen Formel zu Nutz und Frommen). Wie die verwandten, aber anders gebildeten Adjektive mnd. vrōme, vrāme, vrō̌m, vrām, mnl. vroom, vrōme (nl. vroom ‘fromm’), aengl. fram, anord. framr hat mhd. vrum, vrom die Bedeutung ‘tüchtig, tapfer, rechtschaffen’ (so noch bei Luther; eigentlich ‘nützlich’) und nimmt allmählich (ab 15. Jh.) den spezifisch religiösen Inhalt an; heute auch mit einer pejorativen Tendenz, besonders in den Ableitungen frömmeln, Frömmler, Frömmelei (18. Jh.), die auf übertriebene, zur Schau getragene Frömmigkeit abzielen. Mit griech. prómos (πρόμος) ‘Vorkämpfer, Führer’, umbr. promom ‘zuerst’, lit. pìrmas ‘der erste’ stellen sich die germ. Formen mit mo-Suffix zu ie. *prō̌ (bzw. seiner schwundstufigen Form *pṛ-) ‘vorwärts, vorn, voran’, zu ie. *per ‘das Hinausführen über’ (s. ↗für, ↗vor). frommen Vb. ‘nützen’, heute nur noch unpersönlich es frommt ‘nutzt, kommt zugute’, ahd. frummen ‘ausüben, vollbringen’ (8. Jh.), mhd. vrumen, vromen ‘vorwärtskommen, nützen’. Frömmigkeit f. ‘Gottergebenheit’, mhd. vrümecheit, vrümekeit ‘Bravheit, Tapferkeit’, abgeleitet von mhd. vrümec ‘gut, brav, tüchtig’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Andacht Augenaufschlag Beter Brauch Buddhist Christ Denkart Denkungsart Eiferer Einfalt Einsiedler Gemüt Gesang Hindu Jude Katholik Katholikin Legende Lüge Moslem Muslim Muslime Mönch Pilger Scheu Selbstbetrug Spruch Wunsch Wunschdenken gottesfürchtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›frommen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sie sind doch fromm, da muss es ja gutgehen.
Der Tagesspiegel, 23.09.1999
Auch hatten sie ihn so fromm eigentlich gar nicht eingeschätzt.
Süddeutsche Zeitung, 05.09.1997
Auch das war bestenfalls eine fromme Lüge und nicht einmal besonders überzeugend.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 287
Es gehörte beinahe zur Religion und wir waren sehr fromm.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 56
Zwar die Masse war fromm genug; aber es ging ihr gar zu schlecht, und schließlich mußte sie doch zunächst leben.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 18707
Zitationshilfe
„frommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/frommen>, abgerufen am 18.02.2019.

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