fruchtig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungfruch-tig
Wortbildung mit ›fruchtig‹ als Letztglied: ↗herbfruchtig · ↗vollfruchtig
eWDG, 1967

Bedeutung

fachsprachlich vom Wein   aromatisch
Beispiele:
der fruchtige Geruch, die fruchtige Herbe des Weines
der kühle fruchtige Geschmack des Elsässers [einer Weinsorte] [HesseSteppenw.4,353]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Frucht · fruchten · befruchten · Befruchtung · fruchtbar · fruchtig
Frucht f. ‘der Fortpflanzung der eigenen Art dienendes Produkt einer Pflanze’, auch ‘ungeborenes Lebewesen’, übertragen ‘Ertrag’, ahd. fruht (9. Jh.), mhd. vruht, asächs. fruht, mnd. mnl. nl. vrucht beruhen auf einer frühen Entlehnung von gleichbed. lat. frūctus, abgeleitet vom Verb lat. fruī (frūctus sum) ‘genießen, Nutzen ziehen’ (verwandt mit ↗brauchen, s. d.). Das Deminutiv Früchtchen hat die spezielle Bedeutung ‘mißratenes Kind, Taugenichts’ (18. Jh.), älter Früchtlein (16. Jh.); vgl. bereits mhd. vruht für das ungeborene wie das geborene Kind. fruchten Vb. ‘nützen, zu einem Ertrag, einem Ergebnis führen’, mhd. vrühten, vruhten. befruchten Vb. ‘besamen, die (biologische) Voraussetzung zur Fruchtbildung schaffen’, auch ‘mit Früchten versehen’ (16. Jh.), neben befrüchten, älter befruchtigen, befrüchtigen, mhd. bevrühtigen. Befruchtung f. (18. Jh.), älter Befrüchtigung f. (16. Jh.). fruchtbar Adj. ‘fortpflanzungsfähig, ertragreich’, mhd. vruhtbære; vgl. mhd. vruhtbærec, -ic ‘reichlich’ (13. Jh.); s. ↗-bar. fruchtig Adj. ‘würzig, nach Frucht schmeckend’, als Geschmacksprädikat des Weins wohl junge Ableitung vom Substantiv und nicht unmittelbare Fortsetzung von mhd. vrühtec, vrühtic ‘fruchtbringend, nutzbringend, ergiebig’, das noch im 17. Jh. als früchtig bezeugt ist und in Mundarten fortbesteht.

Typische Verbindungen zu ›fruchtig‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fruchtig‹.

Verwendungsbeispiele für ›fruchtig‹

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Am Ende bringt die fruchtige Säure das Glas fast zum Splittern.
Die Zeit, 11.06.2012, Nr. 24
Für einen mitteleuropäischen Gaumen waren sie teilweise recht exotisch, doch konnte man sich an ihren fruchtigen Geschmack gewöhnen.
Süddeutsche Zeitung, 15.07.1995
Ein fruchtiger Geruch lag in der Luft, süß und spitz.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 53
Er hat eine hellgrüne bis gelbliche Farbe, ist kräftig, fruchtig und gilt als voller Wein.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 144
Die Riesling-Weine bevorzugter Lagen und guter Jahrgänge sind besonders feinblumig und fruchtig.
o. A.: Die grosse Welt der Getränke, Hamburg: Tschibo Frisch-Röst-Kaffee Max Herz 1977, S. 160
Zitationshilfe
„fruchtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fruchtig>, abgerufen am 29.03.2020.

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