fußen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfu-ßen
Wortbildung mit ›fußen‹ als Letztglied: ↗auffußen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich auf etw. gründen, stützen
Beispiele:
dieses Gesetz fußt auf den allgemeinen Prinzipien des Völkerrechts
die Leistung des Kollektivs fußt auf der Leistung des einzelnen
er fußte bei seiner Entscheidung auf umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen
auf dieser Erkenntnis fußend, schlägt er vor ...
diese Textausgabe fußt auf der kritischen Gesamtausgabe
diese Kunstrichtung fußt auf der Tradition
die Theorie muss auf der Praxis fußen
2.
Jägersprache von großen Vögeln   auf etw. sitzen
Beispiel:
der Adler, Bussard fußt auf einem Ast
sich auf etw. setzen
Beispiel:
der Birkhahn fußt auf einen Baum
3.
veraltet die Füße aufsetzen, (um Halt zu haben), stehen
Beispiele:
Jefta sah nichts, wo er [der Bock] hätte fußen können [Feuchtw.Jefta119]
ein heiliger Steinkreis ... kennzeichnete den Ort als Freistatt, und dem hier Fußenden hätte Jung-Eliphas, der Straßenräuber, nichts anzuhaben vermocht [Th. MannJoseph3,137]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fuß · fußen · Fußangel · Fußball · Fußgänger · Fußstapfe · Fußvolk
Fuß m. ‘unterer Teil des Beines’, vielfach übertragen auf andere einen Körper (Gefäß, Möbelstück, Bauteil u. a.) tragende Elemente, älter auch Längenmaß, ahd. fuoʒ (8. Jh.), mhd. vuoʒ, asächs. fōt, mnd. vōt, mnl. nl. voet, aengl. fōt, engl. foot, anord. fōtr (germ. *fōt-) und got. fōtus (germ. *fōtu-) sowie aind. pā́t (Akkusativ pā́dam), griech. pū́s, dor. pṓs, pós, Genitiv podós (πούς, πώς, πός, ποδός), lat. pēs (Genitiv pedis) ‘Fuß’ führen auf die Wurzel ie. *pē̌d-, *pō̌d- ‘Fuß’. fußen Vb. ‘sich stützen, sich gründen’, mhd. vuoʒen. Fußangel f. ‘Falle, Hindernis’ (15. Jh.). Fußball m. (17. Jh.), nach engl. football. Fußgänger m. ‘wer sich zu Fuß fortbewegt’, mhd. vuoʒgenger ‘Fußsoldat’. Fußstapfe f. ‘Fußabdruck, Fußspur’, gebildet mit ↗Stapfe (s. d.), durch falsche Abtrennung öfter auch Fußtapfe; ahd. fuoʒstapho (Hs. 12. Jh.), mhd. vuoʒstaphe. Fußvolk n. ‘Truppe zu Fuß’, mhd. vuoʒvolc; heute auch scherzhaft ‘einflußlose Menge’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anklage Annahme Argumentation Befragung Begebenheit Beobachtung Berechnung Erkenntnis Expertise Fundament Grundannahme Gutteil Hypothese Prinzip Prämisse Recherche Säule Theorie Thesis Tradition Unkenntnis Vorarbeit Weltbild Wesentliche darauf hauptsächlich ihrerseits letztlich teils Überlegung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fußen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum einen fußt sie im Kern auf einer in so ausführlicher Form erstmaligen systematischen Auswertung der einschlägigen deutschen amtlichen Akten.
Die Welt, 17.04.1999
Worauf diese Leistung fußt, kann der Leser allerdings nur erahnen.
Der Tagesspiegel, 14.10.1997
Und auf jenen, nicht auf diesen fußt die Kritik der Ideen.
Natorp, Paul: Platons Ideenlehre. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1903], S. 6067
Sie fußt auf genauen quantitativen Berechnungen, doch ist immer der erfahrene Blick, das »serologische Fühlen« viel wichtiger als das Berechnen.
Fleck, Ludwik: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1935], S. 65
Auch der kleine Mann fußt letzten Endes auf den Brüsten der Wissenschaft.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 34
Zitationshilfe
„fußen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fußen>, abgerufen am 22.10.2019.

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