fuchsteufelswild

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung fuchs-teu-fels-wild
Wortzerlegung Fuchs1 Teufel wild
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, übertrieben sehr aufgeregt und zornig
Beispiel:
wenn er merkt, dass bei der Arbeit geschludert wird, kann er fuchsteufelswild werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fuchs1 · Fähe · Fehe · Füchsin · Fuchsschwanz · fuchsschwänzen · fuchsteufelswild
Fuchs1 m. hundeähnliches, als schlau und listig geltendes Raubtier mit rötlich-braunem Fell, ahd. fuhs (um 1000), mhd. vuhs, vuohs, mnd. mnl. nl. vos, aengl. engl. fox sind mit s-Suffix erweiterte Maskulina (germ. *fuhsa-; s. auch Luchs) neben den femininen Formen ahd. fō̌ha (8. Jh.), mhd. vohe, frühnhd. vöhin (15. Jh.), nhd. (entrundet jägersprachlich) Fähe, Fehe f. ‘weibliches Tier’ bei Fuchs, Dachs, Marder (18. Jh.), mnd. , anord. fōa, got. faúhō (germ. *fuhōn). Sie gehen mit aind. púcchaḥ m. ‘Schwanz, Hinterteil’ und lit. paustìs ‘Tierhaar’ zurück auf ie. *pū̌k-, *peuk- ‘dicht behaart, buschig (buschiger Schwanz), dichtwollig’. Verwandtschaft mit russ. puch (пух) ‘Daune, Flaum’ ist möglich, wird jedoch von Vasmer 2, 469 f. abgelehnt. Die nach dem buschigen Schwanz erfolgte Benennung ist als tabuierende Umschreibung anzusehen. Neben Fähe (s. oben) die feminine Ableitung Füchsin f. ahd. fuhsin (Hs. 13. Jh.), mhd. vühsinne. Fuchsschwanz m. ‘Schwanz des Fuchses’, mhd. vuhsswanz, mnd. vosswanz; ‘Schmeichelei’ (16. Jh.); Name mehrerer Pflanzen mit fuchsschwanzähnlichen Blütenständen (17. Jh.); ‘kleine Handsäge’, nach der Ähnlichkeit in der Form (18. Jh.). fuchsschwänzen Vb. ‘schmeicheln, nach dem Munde reden’, d. h. mit einem weichen Fuchsschwanz streichelnd ein angenehmes Gefühl geben (16. Jh.). fuchsteufelswild Adj. ‘sehr wütend’ (18. Jh.); fuchs- hat wie in älterem fuchswild (16. Jh.) verstärkende Funktion.

Thesaurus

Synonymgruppe
außer sich (vor Wut) · bitterböse · blindwütig · fuchsteufelswild · in blinder Wut · in maßloser Wut · rasend · tobsüchtig · vor Wut schäumen(d) · wie eine Furie · wutentbrannt · wutschnaubend  ●  auf 180  ugs. · auf hundertachtzig  ugs. · kurz vorm Explodieren (sein)  ugs. · mordssauer  ugs. · stinksauer  ugs. · stinkwütend  ugs. · stocksauer  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aggressiv · aufbrausend · cholerisch · genervt · hitzköpfig · impulsiv · jähzornig · leicht erregbar · rasend · reizbar · tobsüchtig · unbeherrscht · ungeduldig · ungezügelt · unkontrolliert · wutentbrannt · wütend · zornig · zügellos  ●  exzitabel  fachspr., medizinisch, lat. · fuchsteufelswild  ugs. · furibund  fachspr., veraltet, lat. · grantig  ugs. · ungehalten  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›fuchsteufelswild‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich weiß gar nicht, was er enthielt und weshalb die anderen Gäste so fuchsteufelswild wurden. [Die Zeit, 23.03.2006, Nr. 13]
Die Erinnerung wird nicht nur individuell, sie wird kollektiv abgesessen; zuletzt macht sie einen fuchsteufelswild wie stinkendes Aas, und man entledigt sich ihrer. [Die Zeit, 15.11.1996, Nr. 47]
Wenn einer ihn nicht mit »Heil Hitler« grüßte, wurde er fuchsteufelswild. [konkret, 1989]
Da sah ich: Hätte ich ’s ernst gemeint, so wäre er fuchsteufelswild geworden. [Die Zeit, 06.02.1967, Nr. 06]
Wir haben den Sieg nicht verdient ", war der Hansa‑Coach fuchsteufelswild. [Süddeutsche Zeitung, 10.02.2000]
Zitationshilfe
„fuchsteufelswild“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fuchsteufelswild>.

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