fuchsteufelswild

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungfuchs-teu-fels-wild (computergeneriert)
WortzerlegungFuchs1Teufelwild
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, übertrieben sehr aufgeregt und zornig
Beispiel:
wenn er merkt, dass bei der Arbeit geschludert wird, kann er fuchsteufelswild werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fuchs1 · Fähe · Fehe · Füchsin · Fuchsschwanz · fuchsschwänzen · fuchsteufelswild
Fuchs1 m. hundeähnliches, als schlau und listig geltendes Raubtier mit rötlich-braunem Fell, ahd. fuhs (um 1000), mhd. vuhs, vuohs, mnd. mnl. nl. vos, aengl. engl. fox sind mit s-Suffix erweiterte Maskulina (germ. *fuhsa-; s. auch ↗Luchs) neben den femininen Formen ahd. fō̌ha (8. Jh.), mhd. vohe, frühnhd. vöhin (15. Jh.), nhd. (entrundet jägersprachlich) Fähe, Fehe f. ‘weibliches Tier’ bei Fuchs, Dachs, Marder (18. Jh.), mnd. , anord. fōa, got. faúhō (germ. *fuhōn). Sie gehen mit aind. púcchaḥ m. ‘Schwanz, Hinterteil’ und lit. paustìs ‘Tierhaar’ zurück auf ie. *pū̌k-, *peuk- ‘dicht behaart, buschig (buschiger Schwanz), dichtwollig’. Verwandtschaft mit russ. puch (пух) ‘Daune, Flaum’ ist möglich, wird jedoch von Vasmer 2, 469 f. abgelehnt. Die nach dem buschigen Schwanz erfolgte Benennung ist als tabuierende Umschreibung anzusehen. Neben Fähe (s. oben) die feminine Ableitung Füchsin f. ahd. fuhsin (Hs. 13. Jh.), mhd. vühsinne. Fuchsschwanz m. ‘Schwanz des Fuchses’, mhd. vuhsswanz, mnd. vosswanz; ‘Schmeichelei’ (16. Jh.); Name mehrerer Pflanzen mit fuchsschwanzähnlichen Blütenständen (17. Jh.); ‘kleine Handsäge’, nach der Ähnlichkeit in der Form (18. Jh.). fuchsschwänzen Vb. ‘schmeicheln, nach dem Munde reden’, d. h. mit einem weichen Fuchsschwanz streichelnd ein angenehmes Gefühl geben (16. Jh.). fuchsteufelswild Adj. ‘sehr wütend’ (18. Jh.); fuchs- hat wie in älterem fuchswild (16. Jh.) verstärkende Funktion.

Thesaurus

Synonymgruppe
außer sich (vor Wut) · ↗bitterböse · ↗blindwütig · fuchsteufelswild · in blinder Wut · in maßloser Wut · ↗rasend · ↗tobsüchtig · vor Wut schäumen(d) · wie eine Furie · ↗wutentbrannt · ↗wutschnaubend  ●  auf 180  ugs. · auf hundertachtzig  ugs. · kurz vorm Explodieren (sein)  ugs. · mordssauer  ugs. · ↗stinksauer  ugs. · ↗stinkwütend  ugs. · ↗stocksauer  ugs.
Assoziationen
  • Randale machen · ↗herumtoben · herumwüten · ↗randalieren · ↗toben · ↗wüten  ●  Amok laufen  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · ↗berserkern  geh., selten · ↗rumtoben  ugs. · rumwüten  ugs. · verrückt spielen  ugs.
  • (einen) Wutanfall kriegen · ↗(sich) vergessen · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · herumwüten · verrückt werden  ●  ↗explodieren  fig. · (beinahe) platzen (vor Wut)  ugs. · (quasi) Schaum vorm Mund haben  ugs. · Gift und Galle spucken  ugs. · ↗abgehen  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ↗ausflippen  ugs. · ↗ausklinken  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · ↗durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig. · ↗überschnappen  ugs.
  • bitterböse (Blick) · ↗giftig · strafend (Blick)  ●  Wenn Blicke töten könnten ...  ugs., Spruch
  • (einen) Hass haben auf · ↗aggressiv · ↗aufgebracht · empört · erbost · in Rage · ↗wütend · ↗zornig  ●  (jemandem) gram sein  veraltet · ↗böse  Kindersprache · angepisst  derb · einen Hals haben  ugs. · eingeschnappt  ugs. · erzürnt  geh. · ↗fuchtig  ugs. · ↗geladen  ugs. · in Brast  ugs., regional · in heiligem Zorn  ugs. · ↗indigniert  geh. · ↗pissig  derb · sickig  ugs. · so eine Krawatte haben (+ Geste)  ugs. · so einen Hals haben (+ Geste)  ugs. · ↗stinkig  ugs.
Synonymgruppe
aggressiv · aufbrausend · ↗cholerisch · ↗genervt · ↗hitzköpfig · ↗impulsiv · ↗jähzornig · leicht erregbar · ↗rasend · ↗reizbar · ↗tobsüchtig · ↗unbeherrscht · ↗ungeduldig · ↗ungezügelt · ↗unkontrolliert · ↗wutentbrannt · ↗wütend · ↗zornig · ↗zügellos  ●  ↗exzitabel  fachspr., medizinisch, lat. · fuchsteufelswild  ugs. · ↗furibund  fachspr., veraltet, lat. · ↗grantig  ugs. · ↗ungehalten  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich weiß gar nicht, was er enthielt und weshalb die anderen Gäste so fuchsteufelswild wurden.
Die Zeit, 23.03.2006, Nr. 13
Dessen ungeachtet soll er manchmal, wenn die Buben sich allzu widerborstig zeigten, von heiligem Zorn erfaßt worden alias fuchsteufelswild geworden sein.
Süddeutsche Zeitung, 19.04.1994
Sie vertraute ihre Befürchtungen Gabriele an, und die wurde fuchsteufelswild.
Nöstlinger, Christine: Gretchen Sackmeier, Hamburg: Oetinger 1988 [1981], S. 30
Der Mann wird fuchsteufelswild, ballert mit einem Luftgewehr auf Purzel, trifft ihn am Kopf.
Bild, 15.06.2002
Im selben Augenblick kommt die alt Weberin fuchsteufelswild zur Stubentür herein und schnappt nach Luft.
Christ, Lena: Die blaue Krugel. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1919], S. 10271
Zitationshilfe
„fuchsteufelswild“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fuchsteufelswild>, abgerufen am 16.12.2018.

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