fummeln

GrammatikVerb · fummelt, fummelte, hat gefummelt
Aussprache
Worttrennungfum-meln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›fummeln‹ als Letztglied: ↗Gefummel · ↗herausfummeln · ↗herumfummeln · ↗rumfummeln · ↗zurechtfummeln · ↗zusammenfummeln
 ·  mit ›fummeln‹ als Grundform: ↗Fummelei
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp sich an etw. zu schaffen machen, an etw. herumbasteln
Beispiele:
er fummelte an dem Türschloss
obwohl er so lange an dem Radioapparat gefummelt hat, hat er ihn doch nicht repariert
in etw. herumkramen
Beispiele:
er konnte den Nagel nicht finden und fummelte ewig in der Tasche
das Geld aus der Tasche fummeln (= umständlich herausholen)
zögern, trödeln
Beispiel:
der Mittelstürmer fummelte zu lange, ehe er den Ball losschoss
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fummeln · Fummel
fummeln Vb. ‘hin und her rennen, reiben, durch Reiben reinigen, befühlen, sich zu schaffen machen’. Mnd. fummelen ‘fuchteln, planlos hin und her fahren’, nd. fummeln ‘suchend herumtasten, müßig umherstreichen, bald dahin, bald dorthin gehen’ tritt seit dem 18. Jh. in hd. Texten auf. Der Ursprung des Wortes ist unklar. Ähnliche Bildungen liegen vor in mnd. fimmelen ‘suchend herumtasten’, nhd. (mundartlich) fimmeln ‘suchend herumtasten, mühsam sich zu schaffen machen’ (s. ↗Fimmel), nl. fommelen, (mit emphatischem -r-) frommelen ‘(zer)knittern, betasten’, schwed. fumla ‘sich ungeschickt anstellen, umhertappen’ und (Entlehnung aus dem Nd.) engl. to fumble ‘umhertappen, sich zu schaffen machen’. Vielleicht suchen alle diese Formen eine lässige, flüchtige, unstete Bewegung lautmalend zu charakterisieren. An die Vorstellung der Flüchtigkeit knüpft an das Substantiv Fummel f. ‘leichtlebige, nachlässige, unordentliche Frau, Flittchen’ (18. Jh.), sowie m. (berlin.) ‘billiges, unvorteilhaftes Kleid, Fähnchen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fingern · fummeln · ↗knispeln · ↗nesteln · ↗werkeln  ●  ↗basteln  ugs. · ↗bosseln  ugs. · ↗fieseln  ugs. · ↗friemeln  ugs. · ↗pfriemeln  ugs. · ↗wurschteln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
herumprobieren · ↗tüfteln  ●  ↗bosseln (an)  ugs. · ↗frickeln  ugs. · ↗friemeln  ugs. · fummeln  ugs.
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finger Haar Handy Knopf Schalter daran fummeln herausfummeln herum herumfummeln hervor hin knutschen lange nervös rumfummeln ständig umständlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›fummeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gefummelt wird darum lieber an anderer Stelle, auf unappetitliche Weise.
Die Zeit, 27.09.2006, Nr. 44
Heute, erzählt sie mir, an ihrer Ausrüstung fummelnd, haben wir in Deutsch eine Ballade gelesen.
Die Welt, 14.02.2004
Wie der Vater besitzergreifend an ihrer Schürze fummelte, das gefiel ihr nicht.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 108
Ich fummelte eine Rheinische Post aus der Verpackung und suchte nach dem Sportteil.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 263
Er schlug das Klassenbuch auf und fummelte seine Brille raus.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 91
Zitationshilfe
„fummeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/fummeln>, abgerufen am 20.11.2019.

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