funken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfun-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›funken‹ als Erstglied: ↗Funker · ↗Funkerei  ·  mit ›funken‹ als Letztglied: ↗anfunken · ↗befunken · ↗dazwischenfunken · ↗herüberfunken · ↗hinüberfunken · ↗zurückfunken
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
eine Information durch Funk übermitteln
Beispiele:
verschlüsselten Text funken
das sinkende Schiff funkte pausenlos SOS
die Positionsmeldung zur Bodenstation funken
die Warnmeldungen für die Schiffahrt werden mehrmals täglich gefunkt
eine Nachricht in den Äther funken
wer kann funken? (= morsen?)
2.
übertragen
a)
salopp
Beispiel:
es hat bei ihm gefunkt (= er hat es verstanden, begriffen)
b)
landschaftlich, umgangssprachlich funktionieren
Beispiele:
das Schloss, Bügeleisen funkt nicht
die Sache funkt (= etw. verläuft wunschgemäß, ordnungsgemäß)
salopp der Laden funkt (= etw. verläuft wunschgemäß, ordnungsgemäß)
c)
landschaftlich, salopp
Beispiele:
es hat gefunkt (= es hat eine Auseinandersetzung gegeben)
wenn du nicht gehorchst, wird es gleich funken (= bekommst du gleich Prügel)
3.
Soldatensprache schießen
Beispiel:
Unsere Artillerie funkt [RemarqueIm Westen115]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Funke · Funken · funken · Funkentelegrafie · Funkspruch · Rundfunk · Funk · Funker · funkeln · funkelnagelneu
Funke m. auch (mit Übernahme von -n aus den obliquen Kasus) Funken m. ‘kleine, kurze Feuererscheinung, glühendes Körperchen’, ahd. funko (um 1000), mhd. mnd. vunke, mnl. vonke, nl. vonk, mengl. fonke (westgerm. *funkōn-) gehen zurück auf -n- enthaltende Formen des unter ↗Feuer (s. d.) behandelten heteroklitischen ie. r/n-Stammes *peu̯ōr, *pū̌r (Genitiv *punés). funken Vb. ‘Funken geben’, mhd. vunken. Die Bedeutung ‘durch elektromagnetische Wellen übermitteln, drahtlos telegrafieren’ entsteht im Anschluß an Funkentelegrafie f. so benannt (um 1890), da die ersten Übertragungsversuche mit Hilfe von Funkenentladung an Hochspannungserzeugern gemacht wurden. Funkspruch m. ‘durch Funk übermittelte Nachricht’. Rundfunk m. ‘Radio’ (Bredow 1921), danach unterscheidend Hör-, Bild-, Fernseh-, Mobilfunk, verkürzt Funk m. (20er Jahre des 20. Jh.). Funker m. ‘Übermittler von Nachrichten durch Funk’ (um 1914). funkeln Vb. ‘wiederholt funkenähnlich aufleuchten, glitzern, glänzend schimmern’ (15. Jh.), Iterativbildung zu funken (s. oben). funkelnagelneu Adj. ‘völlig neu’ (18. Jh.), verstärkende Zusammenziehung von nagelneu (s. ↗Nagel) und funkelneu (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Basisstation Bluetooth Bodenstation Box E-Netz Erde Frequenz GSM-Netz Kontrollzentrum Kurzwelle Leitstelle Megahertz Messdaten Meßwert Notruf Notsignal Orbit Raumsonde Renningenieur SOS Satellit Sonde Tower Wellenlänge anfunken dazwischen dazwischenfunken hineinfunken zufunken zurückfunken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›funken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als wir uns dort das erste Mal sahen, hat es sofort gefunkt.
Bild, 07.01.2003
Er funkt also nur dann, wenn er darum gebeten wird.
Die Zeit, 10.06.1999, Nr. 24
Nach ein paar Minuten funkt es wieder herüber, näher als vorher.
Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 57
Um sie wieder herabzudrücken, funkte der Engländer unseren Untergang durch die Welt.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 167
Aber es hat nicht gefunkt, bei keiner von beiden, und auch bei Liechti nicht.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 13
Zitationshilfe
„funken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/funken>, abgerufen am 26.06.2019.

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