furchen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungfur-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›furchen‹ als Erstglied: ↗Furchung  ·  mit ›furchen‹ als Letztglied: ↗durchfurchen · ↗einfurchen
 ·  Ableitungen von ›furchen‹: ↗verfurchen · ↗zerfurchen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
gehoben in der Erde, auf Wegen große tiefe Rillen ziehen
Beispiele:
Lastkraftwagen furchen den Lehm, die Sandwege der Baustelle
Die Trambahnen voller Leute furchten den erweichten Asphalt [A. ZweigJunge Frau105]
die Rillen, die andere, schwerere Wagen gefurcht hatten [SchomburgkAfrika99]
2.
übertragen vertiefte Linien bilden
a)
die Gesichtshaut so zusammenziehen, dass Rillen, Falten entstehen
Beispiele:
er furchte die Stirn (vor Ärger, Zorn, Sorgen)
Schon viele Tage seh' ich's schweigend an, / Wie finstrer Trübsinn deine Stirne furcht [SchillerTellI 2]
oft im Part. Prät.
Beispiele:
er betrachtete das Bild mit gefurchter Stirn, gefurchten Brauen
die Tränen liefen über ihre gefurchten Wangen
sich furchen gehoben
Beispiele:
sein Gesicht furchte sich drohend
Tiefe Falten furchten (= durchzogen) Vaters Stirn [BecherAbschied4,284]
b)
etw. rillenförmig vertiefen
sich furchen
Beispiel:
die befruchtete Eizelle furcht sich bei der Zellteilung
im Part. Prät.
Beispiele:
die Hirnrinde ist gefurcht
die Stängel, Stiele der Pflanze sind gefurcht
3.
das Schiff furcht das Wasser gehoben durchschneidet das Wasser und hinterlässt dabei die Spur des Kielwassers
Beispiele:
nur die Schwäne furchen die Wasser dieses ruhigen Sees
als ich, auf dem Heck meines Leitschiffes, die mir folgende Flotte mit geblähten Segeln die tänzelnde Flut furchen sah [HagelstangeSpielball194]
Wirbel sprangen in ihr [der Flut] auf; Strömungen furchten sie [GaiserNascondo207]
Drei Tage furchte (= fuhr) unser Schiff durch die blaue See nach Süden [TurekWende296]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Furche · furchen
Furche f. ‘langgezogene Bodenvertiefung, Rinne’, meist die beim Pflügen entstehende ‘Bodenfalte’, ahd. furh (um 800), mhd. vurch, mnd. mnl. vōre, nl. voor, aengl. furh, engl. furrow, anord. for (germ. *furh-) sind verwandt mit aind. párśānaḥ ‘Abgrund, Kluft, Senke’, lat. porca ‘Ackerstreifen zwischen zwei Furchen’, porculētum ‘Ackerbeet’, lit. peršė́ti ‘brennend schmerzen’, eigentlich ‘rissig sein’, (älter) praparšas ‘Graben’ und mit diesen auf ie. *perk̑- ‘aufreißen, aufwühlen’ zurückzuführen (s. ↗Ferkel). furchen Vb. ‘den Boden streifenweise umwerfen, pflügen’, ahd. furhen (8./9. Jh.), mhd. vurhen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Falten Gesicht Sorgen Stirn durchfurcht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›furchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie könnte helfen, manch übertriebene Furcht vor einem Verlust der einbezahlten Beiträge abzubauen.
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2002
Tiefe Falten furchen um den Mund, der immer leicht geöffnet ist; die Augen sind gallertartig.
Die Zeit, 18.05.1973, Nr. 21
Die Oberfläche ihrer Großhirnrinde ist deutlich stärker gefurcht und gefaltet.
Die Welt, 05.07.2004
Der Stengel ist krautig, verästelt, hohl, gefurcht und mit steifen Haaren bedeckt.
Jahrbuch des Vereins für wissenschaftliche Pädagogik, 1900, Bd. 32
Bleib uns mit deinem Willem beiseite, sagt Karle Rakel und furcht seine Stirn.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 46
Zitationshilfe
„furchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/furchen>, abgerufen am 27.04.2018.

Weitere Informationen …