Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

furchen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung fur-chen
Wortbildung  mit ›furchen‹ als Erstglied: Furchung  ·  mit ›furchen‹ als Letztglied: durchfurchen · einfurchen  ·  mit ›furchen‹ als Grundform: gefurcht · verfurchen · zerfurchen
eWDG

Bedeutungen

1.
gehoben in der Erde, auf Wegen große tiefe Rillen ziehen
Beispiele:
Lastkraftwagen furchen den Lehm, die Sandwege der Baustelle
Die Trambahnen voller Leute furchten den erweichten Asphalt [ A. ZweigJunge Frau105]
die Rillen, die andere, schwerere Wagen gefurcht hatten [ SchomburgkAfrika99]
2.
übertragen vertiefte Linien bilden
a)
die Gesichtshaut so zusammenziehen, dass Rillen, Falten entstehen
Beispiele:
er furchte die Stirn (vor Ärger, Zorn, Sorgen)
Schon viele Tage seh' ich's schweigend an, / Wie finstrer Trübsinn deine Stirne furcht [ SchillerTellI 2]
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
er betrachtete das Bild mit gefurchter Stirn, gefurchten Brauen
die Tränen liefen über ihre gefurchten Wangen
gehoben sich furchen
Beispiele:
sein Gesicht furchte sich drohend
Tiefe Falten furchten (= durchzogen) Vaters Stirn [ BecherAbschied4,284]
b)
etw. rillenförmig vertiefen
sich furchen
Beispiel:
die befruchtete Eizelle furcht sich bei der Zellteilung
Grammatik: im Partizip II
Beispiele:
die Hirnrinde ist gefurcht
die Stängel, Stiele der Pflanze sind gefurcht
3.
gehoben das Schiff furcht das Wasserdurchschneidet das Wasser und hinterlässt dabei die Spur des Kielwassers
Beispiele:
nur die Schwäne furchen die Wasser dieses ruhigen Sees
als ich, auf dem Heck meines Leitschiffes, die mir folgende Flotte mit geblähten Segeln die tänzelnde Flut furchen sah [ HagelstangeSpielball194]
Wirbel sprangen in ihr [der Flut] auf; Strömungen furchten sie [ GaiserNascondo207]
Drei Tage furchte (= fuhr) unser Schiff durch die blaue See nach Süden [ TurekWende296]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Furche · furchen
Furche f. ‘langgezogene Bodenvertiefung, Rinne’, meist die beim Pflügen entstehende ‘Bodenfalte’, ahd. furh (um 800), mhd. vurch, mnd. mnl. vōre, nl. voor, aengl. furh, engl. furrow, anord. for (germ. *furh-) sind verwandt mit aind. párśānaḥ ‘Abgrund, Kluft, Senke’, lat. porca ‘Ackerstreifen zwischen zwei Furchen’, porculētum ‘Ackerbeet’, lit. peršė́ti ‘brennend schmerzen’, eigentlich ‘rissig sein’, (älter) praparšas ‘Graben’ und mit diesen auf ie. *perk̑- ‘aufreißen, aufwühlen’ zurückzuführen (s. Ferkel). – furchen Vb. ‘den Boden streifenweise umwerfen, pflügen’, ahd. furhen (8./9. Jh.), mhd. vurhen.

Typische Verbindungen zu ›furchen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›furchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›furchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tiefe Falten furchen um den Mund, der immer leicht geöffnet ist; die Augen sind gallertartig. [Die Zeit, 18.05.1973, Nr. 21]
Sie könnte helfen, manch übertriebene Furcht vor einem Verlust der einbezahlten Beiträge abzubauen. [Süddeutsche Zeitung, 12.10.2002]
Er war kleiner als ich, wohl auch schwerer, sein Haar kurz und weiß, das Gesicht kaum gefurcht. [Die Zeit, 17.10.2008, Nr. 43]
Seine Linien wurden aus dem Isarkies gefurcht und zu rund vier Meter hohen Wällen aufgeschüttet. [Süddeutsche Zeitung, 19.05.1995]
Die Oberfläche ihrer Großhirnrinde ist deutlich stärker gefurcht und gefaltet. [Die Welt, 05.07.2004]
Zitationshilfe
„furchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/furchen>.

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