göttlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung gött-lich
Wortbildung  mit ›göttlich‹ als Erstglied: ↗Göttlichkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. von Gott kommend
  2. 2. [übertragen] ...
    1. [gehoben] herrlich, wunderbar
    2. [scherzhaft] köstlich
    3. [salopp] groß
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
von Gott kommend
Beispiele:
gehobeneine göttliche Eingebung, Erleuchtung
gehobender göttliche Funke
Religiondie göttliche Gnade, Güte, Weisheit, Gerechtigkeit, Allmacht, Ordnung, Vorsehung
Religiondie göttliche Botschaft (= Evangelium)
Religiondas göttliche Wort (= Bibel)
Religionnach göttlichem Ratschluss
2.
übertragen
gehoben herrlich, wunderbar
Beispiele:
eine göttliche Stimme, Musik
sein göttliches Spiel begeisterte alle
ein göttliches Wesen, Weib
sie spielte, sang göttlich
gaff' ihn selbst an, deinen schönen ... göttlichen Karl [SchillerRäuberI 3]
vorbei an den göttlichsten Landschaften Europas [St. ZweigBalzac355]
In Paris war es göttlich [Wasserm.Wahnschaffe2,227]
scherzhaft köstlich
Beispiel:
ein göttliches Mahl, göttlicher Trank
salopp groß
Beispiele:
ein göttlicher Leichtsinn
mit göttlicher Ruhe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gott · Göttin · vergöttern · Gottheit · göttlich · Gottesdienst · Gottesfurcht · gottesfürchtig · Gotteshaus · gottlob · gottlos · Gottlosigkeit
Gott m. (in polytheistischen Religionen) übermenschliches, (in monotheistischen Religionen) höchstes, übernatürliches Wesen, von dem sich der religiöse Mensch seinem Glauben gemäß abhängig fühlt, ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. got, asächs. aengl. engl. mnl. nl. god, anord. goð, guð, schwed. gud, got. guþ weisen auf germ. *guða- ‘Gott, Gottheit’, im Plur. ‘Schicksalsmächte’, das als Neutr. für männliche und weibliche Gottheiten gilt. Unter christlichem Einfluß wird das Genus mask., und das Substantiv bezeichnet im gesamten germ. Sprachbereich den ‘Christengott’. Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Allgemein führt man germ. *guða- auf ein mit -to- gebildetes Part. Perf. ie. *g̑hū̌to- ‘angerufen’, zur Wurzel ie. *g̑hau-, *g̑hau̯ə- ‘rufen, anrufen’, zurück, so daß die substantivierte Form ie. *g̑hū̌tom als ‘das (durch Zauberwort) angerufene oder berufene Wesen’ zu deuten wäre; vgl. dazu aind. hávatē ‘ruft (an, herbei)’, hūtá- ‘angerufen, herbeigerufen’, puruhūtá- ‘von vielen angerufen’ (als Beiname Indras in den Veden), griech. kauchā́sthai (καυχᾶσθαι) ‘sich rühmen, prahlen’, air. guth ‘Stimme’, gall.-lat. gutuater ‘gallischer Priester’, wohl aus *g̑hutupətēr ‘Vater (d. h. Meister) des Anrufs (an Gott)’, lit. žavė́ti, lett. zavēt ‘zaubern’, aslaw. zъvati, russ. zvat’ (звать) ‘rufen’. Eine andere Deutung knüpft germ. *guða- als ‘das (Wesen), dem geopfert wird’ an die Wurzel ie. *g̑heu- (s. ↗gießen) an, mit einem im Germ. allerdings nicht belegten Bezug auf das Trankopfer. Göttin f. ‘weibliche Gottheit’, ahd. gutin, gutinna (um 1000), mhd. gotinne, gotin, gotīn, seit dem 14. Jh. umgelautet göt(t)in. vergöttern Vb. ‘zu einem Gott, göttlich machen, wie einen Gott behandeln, hoch verehren’ (17. Jh.), Präfixbildung zu frühnhd. göttern, gottern ‘Gott weihen’ (16. Jh., Luther ‘göttlich machen, göttliche Art verleihen’); daneben frühnhd. gotten, götten ‘vergöttlichen, ein Gott werden, zu einem Gott erklären’, mhd. goten und frühnhd. vergotten ‘zu einem Gott machen, göttliche Verehrung erweisen’, mhd. vergoten ‘göttlich machen, in Gott verwandeln’; Ableitungen vom Substantiv. Gottheit f. ‘als Gott verehrtes Wesen, Göttlichkeit, Gott’, ahd. got(a)heit (um 1000), mhd. got(e)heit, mnd. gothēt, mnl. godheit, nl. godheid, aengl. godhād, engl. godhead. göttlich Adj. ‘Gott betreffend, von Gott kommend, einem Gott ähnlich, herrlich, wunderbar’, ahd. got(a)līh (8. Jh.), mhd. got(e)lich, göt(e)lich, göttelich, mnd. gȫdelīk, mnl. god(d)elijc, nl. goddelijk, aengl. godlic, engl. godly, anord. guðligr. Gottesdienst m. ‘gemeinsame Verehrung Gottes durch die Gemeinde, Anbetung Gottes’, mhd. gotsdienst, Zusammenrückung aus der schon ahd. bezeugten Genitivverbindung zi gotes thionōste (9. Jh.). Gottesfurcht f. ‘Ehrfurcht vor Gott’ (Ende 15. Jh.), Zusammenrückung der seit ahd. Zeit als Übersetzung von lat. timor deī bestehenden Genitivverbindung gotes forhta (um 1000). gottesfürchtig Adj. ‘von Ehrfurcht vor Gott erfüllt’ (17. Jh.), älter mhd. gotevorhtec; vgl. ahd. gotafor(a)htal (9. Jh.). Gotteshaus n. ‘Kirchengebäude, Tempel’, ahd. goteshūs (Hs. 12. Jh.), mhd. gothūs, got(e)shūs, frühnhd. Gothaus, im 17. Jh. Gotteshaus; vgl. die Genitivverbindung ahd. gotes hūs (9. Jh.) und got. gudhūs. gottlob Interjektion Ausruf der Erleichterung; aus Fügungen wie ahd. gilobōt sī got (um 1000), mhd. dem gote sī lop, nhd. Gott sei Lob (16. Jh.) entwickelt sich die Kurzform mhd. gote lop, zusammengerückt mhd. gotelop, -lob. gottlos Adj. ‘Gott leugnend, nicht achtend, ruchlos’, mhd. gotlōs (vereinzelt), geläufig seit Anfang des 16. Jhs.; vgl. anord. goðlauss, got. gudalaus; Gottlosigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
elysisch (lit.) · ↗elysäisch · göttlich · ↗herrlich · ↗himmlisch · ↗paradiesisch

Typische Verbindungen zu ›göttlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›göttlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›göttlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wissen legitimiert sich nun nicht mehr aus gottlicher Offenbarung an den Künstler, sondern aus menschlicher Vernunft.
Die Zeit, 23.01.1950, Nr. 04
Am Ende stellt er in diesem Text das Purgatorium der „Gottlichen Komödie“ einer „sphärischen“ Struktur der Joyceschen Prosa gegenüber.
Die Zeit, 12.05.1989, Nr. 20
Der Vorstand der Gewerkschaft der Textil-, Bekleidungs- und Lederarbeiter beschloß laut Wiener Zeitung, den Vizepräsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Gottlich Fiala (Kommunist), aus der Gewerkschaft auszuschließen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1950]
Zitationshilfe
„göttlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/g%C3%B6ttlich>, abgerufen am 10.08.2020.

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