gaffen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggaf-fen
Wortbildung mit ›gaffen‹ als Erstglied: ↗Gafferei  ·  mit ›gaffen‹ als Letztglied: ↗angaffen · ↗hinausgaffen · ↗hineingaffen · ↗nachgaffen
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp unverwandt, neugierig starren, Maulaffen feilhalten
Beispiele:
müßig, blöde gaffen
die Menge steht und gafft
alle Leute gafften nach dem Gefährt
da hatte sie an dem Gaffen und Glotzen des Hofes gemerkt, daß ihre Geheimnisse alle bekannt waren [SeghersSiebtes Kreuz4,329]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gaffen · vergaffen · Gaffer
gaffen Vb. ‘neugierig starren’, mhd. gaffen, mnd. nd. mnl. gāpen ‘den Mund (staunend) aufsperren, mit offenem Munde (voll Verwunderung) sehen’ (vgl. ahd. geffida ‘Betrachtung’, 10./11. Jh.), nl. gapen ‘den Mund aufmachen, gähnen, gaffen, klaffen’, anord. gapa ‘den Mund aufmachen, schreien’ (woraus engl. to gape ‘gähnen, starren, offenstehen’). Vgl. anord. gap ‘gähnende Öffnung, Schrei, Ruf’ und wohl hier anzuschließendes ↗jappen, ↗japsen ‘mit offenem Mund nach Luft schnappen’ (s. d.), mhd. kapfen ‘verwundert schauen’. Verwandtschaft mit griech. cháskein (χάσκειν) ‘gähnen, klaffen’ und der Wortgruppe von ↗gähnen (s. d.) ist wahrscheinlich. vergaffen Vb. reflexiv ‘sich verlieben’, spätmhd. vergaffen ‘sich in starres Anschauen verlieren’. Gaffer m. ‘neugieriger Zuschauer’ (Anfang 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
gaffen · ↗starren · ↗stieren  ●  Augen machen  ugs. · ↗glotzen  ugs.
Synonymgruppe
anstarren · ↗bestaunen · starren auf  ●  ↗angaffen  ugs. · ↗anglotzen  ugs. · gaffen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • wie das Kaninchen auf die Schlange starren · wie gebannt anstarren
Synonymgruppe
gaffen  ●  ↗spannen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Menge angaffen staunen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gaffen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht gaffen die auch immer so, und sonst hat man nicht darauf geachtet!
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 434
Aber die meisten sind Touristen wie ich, die bloß gaffen wollen.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 221
Ich komme nicht davon los, ihr ins Dekollete zu gaffen.
Lebert, Benjamin: Crazy, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999 [1999], S. 66
Da wurde am Straßenrand aber gegafft und die Videokameras in Stellung gebracht.
Die Welt, 28.06.2004
Selbstverliebte können sich oben galant über das Geländer beugen und auf das restliche Publikum gaffen.
Bild, 07.12.2001
Zitationshilfe
„gaffen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gaffen>, abgerufen am 22.10.2019.

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