galoppieren

GrammatikVerb · galoppierte, ist/hat galoppiert
Worttrennungga-lop-pie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›galoppieren‹ als Letztglied: ↗angaloppieren · ↗aufgaloppieren · ↗dahergaloppieren · ↗davongaloppieren · ↗fortgaloppieren · ↗nachgaloppieren · ↗vorbeigaloppieren · ↗vorgaloppieren · ↗vorübergaloppieren
eWDG, 1967

Bedeutung

im Galopp laufen, besonders von Pferden
Beispiele:
das Pferd galoppierte quer durch die Arena
sie hörten das Geräusch galoppierender Pferde
umgangssprachlich galoppierende Schwindsucht (= schnell zum Tode führende Schwindsucht)
In langen Sprüngen stürzte alles davon und galoppierte in die verschiedenen Einteilungen [WerfelMusa Dagh431]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Galopp · galoppieren · vergaloppieren
Galopp m. ‘aus Sprungbewegungen bestehende Gangart beim Tier’ (besonders beim Pferd). Galoppo wird Mitte des 16. Jhs. von gleichbed. ital. galoppo übernommen, das aus afrz. galop, walop (einer Rückbildung aus galoper, waloper, s. unten) entlehnt ist; die heutige Form setzt sich im 17. Jh. während des Dreißigjährigen Krieges unter Einfluß von frz. galop durch. galoppieren Vb. ‘im Galopp laufen, reiten’, im 16. Jh. aus gleichbed. ital. galoppare entlehnt, das auf afrz. galoper, waloper ‘galoppieren’ zurückgeht, dem wiederum anfrk. *wala hlaupan ‘gut springen’ zugrunde liegen könnte (s. ↗wohl und ↗laufen; vgl. auch mnl. lōpen ‘springen, galoppieren’). Knobloch in: Symbolae linguisticae in honorem Georgii Kurilowicz (1965) 173 f. erschließt dagegen mit guten Gründen (vgl. auch Knobloch in: Sprachdienst (1991) 55) als Ausgangsform germ. *walhlaup- ‘das Laufen, Springen, Stürmen auf bzw. über den Kampfplatz’ (vgl. ahd. wal ‘Kampfplatz’, s. ↗Walstatt). Die älteren Formen mhd. galopieren, kalopieren, walopieren, walapieren ‘galoppieren’ und mhd. walap ‘Galopp’ werden mit der Verbreitung französischer ritterlicher Kultur und Reitkunst in höfischer Zeit (um 1200) unmittelbar aus gleichbed. afrz. galoper, waloper bzw. galop, walop entlehnt, geraten aber mit dem Verfall des Rittertums in Vergessenheit. Die umgangssprachliche Wendung galoppierende Schwindsucht ‘letztes, schnell zum Tode führendes Stadium der Lungentuberkulose’ kommt um 1800 auf. vergaloppieren Vb. reflexiv ‘in die Irre geraten, zu falschen, vorschnellen Schlüssen kommen’ (18. Jh.), vgl. gleichbed. nl. zich vergaloppeeren.

Thesaurus

Synonymgruppe
eilen · galoppieren · ↗hasten · ↗hechten · ↗hetzen · ↗huschen · ↗pfeifen · ↗rasen · schnell laufen · ↗schnellen · ↗sprinten · ↗stieben  ●  ↗fegen  fig. · ↗laufen  Hauptform · ↗rennen  Hauptform · ↗schießen  fig. · Gummi geben  ugs. · Hackengas geben  ugs. · ↗dahinpreschen  ugs. · die Beine in die Hand nehmen  ugs., fig. · ↗düsen  ugs. · ↗fetzen  ugs. · fitschen  ugs., ruhrdt. · ↗fliegen  geh., fig., literarisch · ↗flitzen  ugs. · ↗jagen  ugs. · ↗pesen  ugs. · ↗preschen  ugs. · ↗sausen  ugs. · ↗spurten  ugs. · ↗stürmen  ugs. · ↗wetzen  ugs. · ↗zischen  ugs.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
  • (sich) fortbewegen · von A nach B kommen
Unterbegriffe
Assoziationen
  • in schneller Gangart · schnellen Schrittes  ●  mit kurzen, schnellen Schritten  militärisch · eilenden Schrittes  geh. · hurtigen Schenkels  ugs., ironisch · im Sauseschritt  ugs. · im Schweinsgalopp  ugs.
  • langsam laufen · ↗schnüren (z.B. Füchse) · ↗traben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gaul Hengst Hoppegarten Horner Inflation Koppel Pferd Pony Prärie Reiter Rennbahn Schimmel Stute Vollblüter Zebra Ziellinie angaloppieren davongaloppieren entgegengaloppieren entlang herangaloppieren hergaloppieren herumgaloppieren los losgaloppieren reiterlos traben vorbeigaloppieren zugaloppieren zusammengaloppieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›galoppieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oft stehe ich sogar schon um 5 Uhr auf und galoppiere los.
Bild, 03.01.2004
Vor allem auch durch indogermanische Religionen galoppiert es gleichsam zuhauf.
Die Zeit, 06.06.1975, Nr. 24
Manchmal galoppierte er kilometerweit über die Hänge, kehrte jedoch als kluges Tier stets zurück.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 186
Ich mußte mich in mein Schicksal fügen und kam mir vor wie einer, der das Gehen lernen soll und doch schon galoppieren kann.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8322
Pedro galoppierte also an jenem Tage zum Hof des Nachbarn.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 106
Zitationshilfe
„galoppieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/galoppieren>, abgerufen am 22.08.2019.

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