Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

gang

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [gaŋ]
Mehrwortausdrücke  gang und gäbe
eWDG

Bedeutung

gang und gäbe seinüblich sein
Beispiele:
das ist hier, bei uns gang und gäbe
[ein Manöver, das] nach stillschweigender Übereinkunft in der Geschäftswelt gang und gäbe ist [ Th. MannBuddenbrooks1,540]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Gang1 · gängeln · Gängelband · gang · gangbar · gängig
Gang1 m. ‘das Gehen, Bewegung, Verlauf, Weg zu einem bestimmten Zweck, abgegrenzter (überdachter) Weg, Flur, mit Gestein oder Mineralen ausgefüllte Spalte der Erdrinde, Gericht einer Speisenfolge, Übersetzungsstufe des Schaltgetriebes bei Kraftfahrzeugen’, ahd. (8. Jh.), asächs. gang, mhd. mnd. mnl. ganc, nl. aengl. gang (mengl. gang wohl aus dem Anord.), anord. gangr, schwed. gång, got. gagg sind Verbalabstrakta (germ. *ganga-) zu dem gemeingerm. Verb, das in ahd. gangan (8. Jh.) vertreten ist (s. gehen). Sie bezeichnen in vielfältiger Ausprägung sowohl den Vorgang des Gehens, Sich-Fortbewegens wie die Erstreckung (Erzgang) als auch (im Got. ausschließlich) den Ort des Gehens. – gängeln Vb. ‘bevormunden’, frühnhd. gengeln ‘beim Gehen führen’, eigentlich ‘wiederholt gehen lassen’, Iterativbildung zum jan-Verb mhd. gengen (s. gehen); Gängelband n. eigentlich ‘Leine, an der man Kinder hält, die noch nicht richtig laufen können’ (Anfang 18. Jh.), heute nur in der Wendung am Gängelband führen, halten, ‘bevormunden’ gebräuchlich. gang Adj. älter gäng(e), nur in der festen Verbindung gang und gäbe ‘üblich, geläufig’, mhd. genge und gæbe; mhd. genge ‘unter den Leuten umlaufend, verbreitet, gewöhnlich, leicht gehend, rüstig’, ahd. gengi ‘gangbar, gebräuchlich, gewöhnlich’ (um 1000), Verbaladjektiv (germ. *gangja-) zu ahd. gangan ‘gehen’, daher eigentlich ‘fähig zu gehen’, entsprechend mhd. gæbe ‘annehmbar, willkommen, lieb, gut’, Verbaladjektiv zu geben (s. d.), daher eigentlich ‘was gegeben werden kann, was sich leicht geben läßt’, ursprünglich von Münzen und Waren im Sinne von ‘im Umlauf befindlich’. gangbar Adj. ‘begehbar, gängig, üblich, gültig’ (16. Jh.); vgl. mhd. ungancbære. gängig Adj. ‘gangbar, gebräuchlich, verbreitet, gut gehend (von Waren)’, mhd. gengec, für älteres gleichbed. mhd. genge (s. oben); vgl. ahd. missigengīg ‘fehltretend’.

Gang2 · Gangster
Gang2 f. ‘organisierte Gruppe, kriminelle Bande’. In den 30er Jahren des 20. Jhs. wird gleichbed. amerik.-engl. gang übernommen. Das Wort entspricht (vgl. aengl. mengl. gang) etymologisch nhd. Gang1 m. (s. d.), bedeutet daher eigentlich ‘das Gehen, Art und Weise des Gehens, Gang’, bezeichnet dann den ‘gemeinsamen Weg zu einem bestimmten Zweck’, das ‘gemeinsame Handeln einer Gruppe’, die ‘Arbeitskolonne’, schließlich die ‘kriminelle Bande’. Gangster m. ‘Mitglied einer organisierten Bande von (Schwer)verbrechern’, anfangs auch ‘Schmuggler’; heute auch für den ‘kriminellen Einzelgänger’; Übernahme (30er Jahre 20. Jh.) von gleichbed. amerik.-engl. gangster.

Typische Verbindungen zu ›gang‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gang‹.

Zitationshilfe
„gang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gang>.

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