garstig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennunggars-tig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›garstig‹ als Erstglied: ↗Garstigkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

abscheulich, unangenehm
Beispiele:
ein garstiges Wesen, Benehmen
garstiges Wetter
ein garstiger Geruch
ein garstiges (= ungezogenes) Kind
sei nicht so garstig (= eklig, unleidlich)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

garstig Adj. ‘abscheulich, widerwärtig, unleidlich’. Das seit dem 15. Jh. belegte Adjektiv ist eine Weiterbildung zu erst spät bezeugtem mhd. garst Adj. ‘ranzig, verdorben schmeckend oder riechend’, Subst. ‘ranziger, stinkender Geschmack oder Geruch’, zu dem auch ahd. gerstī ‘Haß, Groll, Garstigkeit’ (10. Jh.), anord. gersta ‘ärgern, böse machen’ und gerstr ‘bitter, unwillig, mürrisch’ gehören. Seine unmittelbaren Entsprechungen hat das Adjektiv in mnd. garstich (neben garst), mnl. garstich (neben gherstich, gherst), nl. garstig. Die Etymologie ist unsicher. Vielleicht besteht Verwandtschaft mit lit. grasà ‘Androhung, Strenge’, grasùs ‘unausstehlich, widerwärtig’, armen. garšim ‘habe Abscheu’, so daß von ie. *ghers-, *ghres- ‘Widerwille, Abscheu, Ekel’ ausgegangen werden kann. Die alte Bedeutung ‘ranzig, verdorben’ hält sich bis ins 18. Jh., allein in nl. garstig ‘unschmackhaft, verdorben’ ist sie bis heute erhalten geblieben.

Thesaurus

Synonymgruppe
mürrisch · nicht nett · ↗unfreundlich · ↗unterkühlt  ●  garstig  ugs. · kurz angebunden  ugs. · ↗muffelig  ugs. · ↗mufflig  ugs. · ↗pampig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
arglistig · ↗boshaft · ↗bösartig · ↗böse · ↗fies · garstig · ↗gehässig · ↗gemein · ↗hinterfotzig · ↗hundsgemein · ↗niederträchtig · ↗perfid · ↗perfide · ↗ruchlos · ↗schuftig · ↗schurkisch · ↗schäbig · ↗schädlich · ↗tückisch · ↗verabscheuenswert · ↗verabscheuungswürdig · ↗verwerflich  ●  hundig  österr. · ↗verrucht  veraltend · ↗infam  geh. · ↗mies  ugs. · ↗schofel  ugs. · ↗übel  ugs. · über Leichen gehend  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bemerkung Ding Gerücht Graben Kommentar Lied Populismus Weib Wetter Wind Witterung Wort besonders gar garstig kalt klingen manchmal ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›garstig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Je garstiger es draußen stürmt, desto besser schmeckt drinnen der Cream Tea.
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2001
Davon kann auch der jordanische Monarch ein garstiges Lied singen.
Die Zeit, 16.05.1986, Nr. 21
Heute frage ich mich, wie konnte ich nur so garstig zu Dir sein.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 22.04.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber es ist nicht garstig gemeint, Du verstehst mich doch?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 17.05.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Sie hockten teilnahmslos auf einem öden, garstigen Stück Land und warteten auf den Tod.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 294
Zitationshilfe
„garstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/garstig>, abgerufen am 24.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Gärspund
Garrotte
Garrigue
Gärprozeß
Garouille
Garstigkeit
Gärstoff
Gart
Gärtchen
gärteln