gaukeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennunggau-keln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›gaukeln‹ als Erstglied: ↗Gaukelkunst · ↗Gaukelspiel · ↗Gaukelwerk
 ·  mit ›gaukeln‹ als Letztglied: ↗herangaukeln · ↗herumgaukeln · ↗hineingaukeln · ↗umgaukeln · ↗vorgaukeln · ↗vorübergaukeln · ↗weggaukeln
eWDG, 1967

Bedeutung

hin und her flattern
Beispiele:
der Schmetterling gaukelt von Blüte zu Blüte
das lautlose Gaukeln der Libellen
der gaukelnde Flug der Fledermäuse
übertragen spielende Bewegungen machen
Beispiel:
rief der Alte, indem er mit dem Briefe ihr vor den Augen gaukelte [Storm6,25]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gaukeln · gokeln · kokeln · Gaukler · Gaukelei · Gaukelspiel
gaukeln Vb. ‘flattern, schwankend fliegen, auf spielerische Art täuschen, Zauberei treiben’, ahd. gougalōn (10. Jh.), mhd. gougeln, jünger goukeln ‘Zauberei, Taschenspielerkünste, Possen treiben’, mnd. gȫkelen, nl. goochelen gehören zu einem Substantiv, das in ahd. gougal (11. Jh.), mhd. gougel, goukel ‘Zauberei, Taschenspielerei, närrisches Treiben’ belegt ist. Nebenformen begegnen in omd. nordd. gokeln, kokeln Vb. ‘unvorsichtig mit Licht und Feuer spielen’. Die Herkunft ist unbekannt. Als wahrscheinlich verwandte Formen (teilsweise ablautend) können verglichen werden mnl. gūchelen, nl. guichelen ‘spotten’, guich ‘Grimasse’, ferner ahd. gougarōn (um 800), mhd. gougern ‘umherschweifen’, mhd. gogel Adj. ‘ausgelassen, lustig’, Subst. ‘ausgelassener Scherz, Possen’, gogen, gogelen ‘sich ausgelassen gebärden, hin und her gaukeln, flattern’, giege(l) ‘Narr, Betörter’ (öst. Gigerl ‘Kleidernarr’). Gaukler m. ‘Taschenspieler, Zauberkünstler, wer einem anderen etw. vormacht’, ahd. gougalāri (9. Jh.), mhd. gougelære, goukelære; vgl. auch aengl. gēog(e)lere, das allerdings von afrz. jogleor ‘Spaßmacher’ (s. ↗Jongleur) beeinflußt sein kann. Gaukelei f. ‘Taschenspielerei, Vorspiegelung, Vortäuschung’ (Anfang 16. Jh.), vgl. mnd. gōkelīe (1. Hälfte 14. Jh.). Gaukelspiel n. ‘Vorspiegelung, Vortäuschung’, mhd. gougel-, goukelspil.

Thesaurus

Synonymgruppe
erdichten · ↗erlügen · ↗fingieren · gaukeln · ↗heucheln · ↗vorgaukeln · ↗vorgeben · ↗vorschützen · ↗vortäuschen  ●  ↗ersinnen  geh. · ↗türken  derb
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Schmetterling Traum herumgaukeln vor vorgaukeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gaukeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fröhlich, heiter gaukelten sie dahin und dennoch flogen sie in den Tod.
Rangnow, Rudolf: Tropenpracht und Urwaldnacht, Braunschweig: Gustav Wenzel & Sohn 1938 [1938], S. 28
Ihr habt vor mir gegaukelt und habt mich glauben lassen, auch ich könnte wie ihr.
Rubiner, Ludwig: Die Gewaltlosen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16644
Sie werden immer um das Licht des Ruhmes gaukeln und sich verbrennen.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 03.03.1911
Einerseits ist es beruhigend, gaukelt es einem die heile Welt vor, dass man im Sport Siege und Titel nicht so einfach kaufen kann.
Die Welt, 26.08.2000
Das Bild der Breuner scheine ihm vor den Augen zu gaukeln.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 811
Zitationshilfe
„gaukeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gaukeln>, abgerufen am 26.04.2019.

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