Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ge-

Grammatik Affix
Aussprache [gə]
Wortbildung  mit ›ge-‹ als Erstglied: Gealber · Gealbere · Gebabbel · Gebalge · Geballer · Geballere · Gebarme · Gebastel · Gebauer · Gebelfer · Gebell · Gebelle · Gebettel · Gebibber · Gebilde · Gebimmel · Gebinde · Gebirge · Geblaff · Geblaffe · Geblase · Geblinzel · Gebläse · Geblödel · Geblök · Geblöke · Gebolze · Gebr. · Gebrabbel · Gebraus · Gebrause · Gebreit · Gebreite · Gebrodel · Gebrumm · Gebrumme · Gebrummel · Gebräu · Gebröckel · Gebrüder · Gebrüll · Gebrülle · Gebuhe · Gebums · Gebumse · Gebälk · Gedinge · Gedränge · Gedrängel · Gedröhn · Gedröhne · Gedudel · Gefabel · Gefackel · Gefahre · Gefasel · Gefaser · Gefauch · Gefauche · Gefege · Gefeilsche · Gefeixe · Geficke · Gefiedel · Geflatter · Geflehe · Geflenn · Geflenne · Geflimmer · Geflirr · Geflirre · Geflitz · Geflitze · Gefluch · Gefluche · Geflunker · Geflöte · Geflügel · Geflüster · Gefolge · Gefrage · Gefrickel · Gefuchtel · Gefummel · Gefunkel · Gefurz · Gefurze · Gefältel · Gefüge · Gegackel · Gegackele · Gegacker · Gegeifer · Geglitzer · Geglucks · Gegluckse · Gegrinse · Gegrunz · Gegrunze · Gegröl · Gegröle · Gegrübel · Gegurr · Gegurre · Gehabe · Gehader · Gehampel · Gehaste · Geheck · Gehege · Gehetze · Geheul · Geheule · Gehilfe · Geholze · Gehoppel · Gehoppele · Gehopse · Gehudel · Gehupe · Gehuste · Gehämmer · Gehänge · Gehänsel · Gehänsele · Gehäuse · Gehöhne · Gehüpf · Gehüpfe · Gejammer · Gejauchz · Gejauchze · Gejaul · Gejaule · Gejodel · Gejohl · Gejohle · Gekakel · Gekasper · Gekeif · Gekeife · Gekeuch · Gekeuche · Geklage · Geklapper · Geklatsch · Geklatsche · Geklaue · Geklimper · Geklingel · Geklopfe · Gekläff · Gekläffe · Geklöne · Geknall · Geknalle · Geknatter · Geknirsch · Geknirsche · Geknutsche · Gekodder · Gekoddere · Gekoddre · Gekotz · Gekotze · Gekrabbel · Gekrach · Gekrache · Gekrakel · Gekratz · Gekratze · Gekrauche · Gekreisch · Gekreische · Gekringel · Gekritzel · Gekrächz · Gekrächze · Gekräusel · Gekungel · Geküsse · Gelabber · Gelache · Gelalle · Gelaufe · Gelege · Geleier · Geleiere · Geleite · Gelispel · Gelump · Gelumpe · Gelächter · Gelänge · Gelärm · Gelärme · Geläut · Geläute · Gemansche · Gemaul · Gemaule · Gemauschel · Gemecker · Gemeckere · Gemeckre · Gemenge · Gemetzel · Gemotze · Gemuffel · Gemummel · Gemunkel · Gemurmel · Gemurr · Gemurre · Gemähre · Gemäre · Gemäuer · Gemümmel · Geniese · Genist · Genuschel · Genäsel · Genöle · Genörgel · Gepfeife · Gepicke · Gepiepe · Gepiepse · Geplauder · Geplänkel · Geplärr · Geplärre · Geplätscher · Gepoche · Gepolter · Gepose · Geprahl · Geprahle · Geprassel · Gepräge · Gepränge · Gequak · Gequake · Gequassel · Gequatsch · Gequatsche · Gequengel · Gequiek · Gequieke · Gequietsch · Gequietsche · Gequäk · Gequäke · Geraffel · Gerangel · Gerank · Geranke · Gerappel · Geraschel · Gerassel · Geratter · Geraufe · Geraun · Geraune · Geraunz · Geraunze · Gerausche · Gerede · Gereime · Gerenne · Geriesel · Geringel · Gerinne · Gerippe · Geruckel · Gerufe · Gerumpel · Geröchel · Gerödel · Gerümpel · Gerüst · Gerüttel · Gesaufe · Gesause · Gescharr · Gescharre · Geschaukel · Gescheide · Geschepper · Geschiebe2 · Geschiebe1 · Geschiele · Geschieße · Geschimpf · Geschimpfe · Geschlabber · Geschleck · Geschlecke · Geschleif · Geschleife · Geschleppe · Geschlinge1 · Geschlinge2 · Geschlotter · Geschluchz · Geschluchze · Geschluder · Geschlurfe · Geschlürfe · Geschmatz · Geschmatze · Geschmause · Geschmeichel · Geschmetter · Geschmier · Geschmiere · Geschmunzel · Geschmus · Geschmuse · Geschnalze · Geschnarch · Geschnarche · Geschnatter · Geschnaube · Geschnäuze · Geschnörkel · Geschnüffel · Geschoss · Geschoß · Geschrammel · Geschreibe · Geschrill · Geschrille · Geschwabbel · Geschwafel · Geschwall · Geschwalle · Geschwatze · Geschwirr · Geschwirre · Geschwurbel · Geschäker · Geschüttel · Geseiere · Geseire · Gesenke · Geseufze · Gesinge · Gesitze · Gesperre · Gespiel · Gespiele2 · Gesprudel · Gespärre · Gestammel · Gestampf · Gestampfe · Gestehe · Gestichel · Gestirn · 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ZDL-Basisartikel

Bedeutungen

1.
drückt Zusammensein oder Vereinigung aus
Grammatik: in Verbindung mit Substantiven, Adjektiven und Verben
Beispiele:
Gefährte (= (wörtlich) der auf gemeinsame Fahrt geht)
Geselle (= (wörtlich) der den Saal teilt)
gemein (= zusammen, gemeinsam)
gerinnen (= zusammenrinnen)
veraltetGespiele (= Spielkamerad)
2.
drückt Zusammenfassung, viele Exemplare derselben Kategorie aus
Grammatik: in Verbindung mit Substantiven im Genus Neutrum
Beispiele:
Gebirge (= Berge zusammengefasst)
Geflecht (= etwas Geflochtenes)
Geflügel (= alle Arten Vögel)
Gestirn (= Sternbild)
a)
meist abwertend drückt die (störende) Wiederholung einer Handlung aus
Grammatik: deverbal
Beispiele:
Gebrüll(e) (= wiederholtes, mehrfaches Brüllen)
Gemecker (= dauerndes Meckern)
Geschrei(e) (= Durcheinanderschreien)
Getöse (= lautes Tösen)
b)
drückt das (aus Einzelteilen bestehende) Ergebnis einer Handlung aus
Grammatik: deverbal
Beispiele:
Gedeck (= Teller und Besteck auf dem Tisch)
Gedicht (= gedichtete Verse)
Geflecht (= Flechtwerk)
Gestell (= worauf man etw. stellen kann)
3.
drückt den Beginn, das Ende oder die Punktualität einer Handlung aus
Grammatik: in Verbindung mit Verben
Beispiele:
gebären (= niederkommen)
genesen (= gesund werden)
gestehen (= ein Schuldbekenntnis ablegen)
gewinnen (= erlangen)
ohne erkennbare Eigenbedeutung
Beispiele:
gebieten
gehören
geraten
gereichen

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ge- gemeingerm. unbetontes Präfix *ga-, ahd. ga- (8. Jh.), gi- (9. Jh.), abgeschwächt ge- (im 11. Jh. vorherrschend), mhd. ge-, asächs. gi-, mnl. ghe-, nl. ge-, aengl. ge-, älter gi-, später (als Folge von Palatalisierung, vgl. afries. je-) i-, engl. i- (in handicraft ‘Handwerk’), y- (in everywhere ‘überall’), e- (in enough ‘genug’), anord. g- (in granni ‘Nachbar’), got. ga- (in garazna ‘Nachbar’). Die Bedeutung geht im Germ. von dem Begriff des Zusammenseins, der Zusammengehörigkeit, der Vereinigung aus, am deutlichsten erkennbar in Substantiven, die teilnehmende Personen bezeichnen (Gefährte, Genosse, Geselle, Gespiele, Gevatter), seltener in Adjektiven (gemein) und Verben (gefrieren, gerinnen, eigentlich ‘zusammenfrieren’, ‘zusammenrinnen’). Zusammengehörigkeit führt zu der Verwendung von ge- in neutralen Kollektivbildungen (Gebilde, Gebirge, Geflügel, Gerippe, Gestirn, Getier, Gezweig), teils auch mit Anlehnung an Verben (Gebäck, Gedeck, Gedicht, Geflecht, Gestell, Getöse); ferner drückt ge- das Ergebnis des im zugehörigen Verb bezeichneten Vorgangs aus (Gebinde, Gefüge, Gespinst, Gewölbe) oder bildet Vorgangsbezeichnungen (Gebrüll, Geflüster, Geschrei, Geschwätz, Gewühl). Oft ist ge- wohl bloßes (gelegentlich verstärkendes) Ableitungsmittel. In verbalen Zusammensetzungen wird durch ge- das momentane Geschehen ausgedrückt, das entweder den Beginn oder den Abschluß eines Vorgangs bezeichnet (gebären, gebühren, gedeihen, gefallen, gehören, gelingen, genesen, geschehen, gestehen, gewähren, gewinnen, gewöhnen). Simplex und Präfixverb können auch nebeneinanderstehen, wobei sich meist ein Bedeutungsunterschied herausgebildet hat wie bei bietengebieten, brechengebrechen, horchengehorchen, hörengehören, ratengeraten, reichengereichen, stehengestehen. Aus der perfektivierenden Funktion von ge- entwickelt sich der Gebrauch beim Part. Prät., der Vollendungsform des infiniten Verbs (gearbeitet, gefunden, gegeben, gekommen), wie auch die Verwendung bei der Bildung von Adjektiven (gelaunt, gestirnt, gewitzt). Die Herkunft des Präfixes ist nicht geklärt. Semantische Berührung besteht mit dem Präfix lat. com- (s. kon-) und der Präposition lat. cum ‘mit, zusammen mit, zugleich mit’ sowie mit damit verwandtem griech. koinós (κοινός) ‘gemeinsam’ (aus *κομι̯όϛ ‘miteinander gehend’), der Präposition air. con- ‘mit’, dem Präfix air. gall. com- ‘(zusammen) mit’. Diese führen auf ie. *kom (Adv. Präfix und Präp.) ‘neben, bei, mit’, das germ. *ham- ergeben müßte, so daß germ. *ga- lautlich nicht hierher zu gehören scheint; es sei denn, man führt germ. g- im unbetonten Präfix über χ auf ie. k- zurück und nimmt Nasalschwund an.
Zitationshilfe
„ge-“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ge->.

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