gebären

GrammatikVerb · gebärt, gebar, hat geboren
Grammatikgehoben, veraltend Verb · gebiert, gebar, hat geboren
Aussprache
Worttrennungge-bä-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›gebären‹ als Erstglied: ↗Gebärklinik · ↗Gebärmaschine · ↗Gebärmutter · ↗Gebärstuhl · ↗gebärfreudig · ↗gebärfähig
 ·  mit ›gebären‹ als Letztglied: ↗ausgebären · ↗fehlgebären · ↗hineingebären · ↗nachgebären · ↗wiedergebären · ↗zweitgeboren
 ·  mit ›gebären‹ als Grundform: ↗Gebärende · ↗geb. · ↗geboren
eWDG, 1967

Bedeutung

ein Kind zur Welt bringen
Beispiele:
sie hat ihr erstes, zweites Kind geboren
gehoben, veraltend sie gebar (ihm) eine Tochter, einen Sohn
der Gebärenden ärztlich zur Seite stehen
Sie hat ein Kind geboren, / Zu höchster Lust in tiefstem Leid [Hebbel6,179]
geboren werdenzur Welt kommen
Gegenwort zu sterben
Beispiele:
er wurde in Berlin, Dresden geboren
umgangssprachlich der Mann, der das zustande bringt, muss noch geboren werden (= den gibt es nicht)
umgangssprachlich wann sind Sie geboren?
umgangssprachlich er ist an einem Sonntag geboren
umgangssprachlich sie ist am 1. 1. 1941 geboren
umgangssprachlich hier, in L bin ich geboren
gehoben, übertragen etw. hervorbringen
Beispiele:
Tod gebiert Tod
der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer
diese Idee, dieser Gedanke wurde in einer denkwürdigen Stunde geboren
Das eben ist der Fluch der bösen Tat, / Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären [SchillerPiccolominiV 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gebären · Gebärmutter · ausgebären
gebären Vb. ‘(ein Kind) zur Welt bringen, hervorbringen, erzeugen’, ahd. (8. Jh.), asächs. giberan ‘hervorbringen, erzeugen, gebären’, mhd. gebern, mnd. gebēren, aengl. geberan, got. gabaíran bedeutet eigentlich ‘zu Ende tragen’ (s. ↗ge-) und ist zu dem im Nhd. untergegangenen Simplex ahd. beran (8. Jh.), mhd. bern ‘Frucht tragen, hervorbringen, gebären’, asächs. beran, mnd. bēren, mnl. beren, aengl. beran, engl. to bear, anord. bera ‘tragen, führen’, schwed. bära ‘tragen, bringen, ertragen’, got. baíran ‘tragen, bringen, hervorbringen, gebären’ gebildet. Dieses Verb gehört mit den Verwandten aind. bhárati ‘trägt’, griech. phérein (φέρειν) ‘tragen, bringen’, lat. ferre ‘tragen, bringen’, air. berid ‘trägt’, aslaw. bьrati ‘sammeln, nehmen’, russ. brat’ (брать) ‘nehmen’ zur Wurzel ie. *bher(ə)- ‘tragen, bringen’ (auch ‘Leibesfrucht tragen’), dann auch ‘er-, aufheben’ (s. ↗empören). Mit gebären sind u. a. verwandt Geburt, Gebärde, gebaren, Gebühr, gebühren, Bahre, entbehren (eigentlich ‘nicht tragen’) und das Suffix ↗-bar (s. d.), z. B. fruchtbar, eigentlich ‘Frucht tragend, bringend’. Gebärmutter f. weibliches Geschlechtsorgan, in dem sich das befruchtete Ei entwickelt (Ende 16. Jh.), älter frühnhd. bermuoter (14. Jh.), Bärmutter (Anfang 16. Jh.), mnl. baermoeder, nl. baarmoeder. Zu ahd. mhd. muoter im Sinne von ‘gebärender Körperteil’, zur Verdeutlichung zusammengesetzt mit gebären. Vgl. auch ahd. giburtmuoter (Hs. 12. Jh.). Selten ausgebären Vb. ‘hervorbringen’, spätmhd. ūzgebern.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Baby bekommen · ↗entbinden · entbunden werden (von) · gebären · in den Wehen liegen · ↗kreißen · ↗niederkommen (mit) · zur Welt bringen  ●  (einem Kind) das Leben schenken  ugs. · auf die Welt bringen  ugs. · ein Kind in die Welt setzen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Junges bekommen · gebären · ↗jungen · ↗kalben (Kuh, Wal, Elefant ...) · ↗werfen (Säugetier)  ●  Junge bekommen  Hauptform
Assoziationen
  • (ein) Baby bekommen · ↗entbinden · entbunden werden (von) · gebären · in den Wehen liegen · ↗kreißen · ↗niederkommen (mit) · zur Welt bringen  ●  (einem Kind) das Leben schenken  ugs. · auf die Welt bringen  ugs. · ein Kind in die Welt setzen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baby Berg Dorf Elternteil Held Idee Junge Kalb Kind Maus Mutter Mythos Mädchen Not Nähe Schlaf Sohn Star Stern Tochter Ungeheuer Zoo Zwilling aufwachsen erziehen kreißen leben promovieren sterben studieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gebären‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denken Sie manchmal, zehn Jahre zu früh geboren zu sein?
Die Zeit, 09.06.2012, Nr. 24
Der Berg kreißt, und er gebiert eine Maus nach der anderen.
Die Welt, 02.09.2004
Er hätte verdient, in einem andern Lande geboren zu sein.
Tucholsky, Kurt: An Fritz Tucholsky, 19.08.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16537
Nach dem Gesetz gilt jedes während der Ehe geborene Kind als ehelich.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 66
Geboren brauchen Sie dazu nicht zu sein, Sie können sich aber eine solche Fertigkeit angeeignet haben.
Friedländer, Hugo: Ein »Ritualmord«-Prozeß. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 25787
Zitationshilfe
„gebären“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gebären>, abgerufen am 11.12.2018.

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