gebrechen

GrammatikVerb · gebricht, gebrach, hat gebrochen
Aussprache
Worttrennungge-bre-chen (computergeneriert)
Grundformbrechen1
Wortbildung mit ›gebrechen‹ als Grundform: ↗Gebrechen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben es gebricht jmdm. an etw.etw. fehlt jmdm.
Beispiele:
es gebricht, gebrach ihm an Zeit, Geld, an Mitteln, an allem
es gebricht ihm an Mut, Ausdauer, Begabung, Phantasie, gutem Benehmen
es gebrach ihm an nichts
Instetten ... sah doch deutlich, daß es ihr an aller Lust und Freude gebrach [FontaneBriestI 4,359]
veraltet etw. gebricht
Beispiele:
Das Heer war zum Erbarmen, jede Notdurft, jede / Bequemlichkeit gebrach – der Winter kam [SchillerPiccolominiII 7]
daß der Entrüstung ... der rechte Schwung gebrach [Th. Mann11,132]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen ↗Brache, ↗Bruch m. und ↗Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. ↗Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(es) fehlen lassen (an) · ↗(jemandem) abgehen · ↗(jemandem) fehlen · nicht verfügen über · vermissen lassen  ●  ↗(einer Sache) ermangeln  geh. · (einer Sache) gebrechen  geh., veraltet · (jemandem) nicht zu Gebote stehen  geh. · kranken an  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arm Bann Bein Damm Deich Eis Genick Handgelenk Knie Knochen Knöchel Lanze Monopol Nasenbein Rekord Rippe Rückgrat Schlüsselbein Schweigen Stab Sturz Tabu Versprechen Vorherrschaft Waffenruhe Waffenstillstand Wahlversprechen Weltrekord Widerstand Zaun

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gebrechen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er habe ihr das Herz gebrochen, ließ sie damals verlauten.
Die Zeit, 06.05.2011 (online)
Dem Österreicher war 1000 Meter vor dem Ziel von Angers der Lenker gebrochen.
Süddeutsche Zeitung, 12.07.2004
Der Mann mit der gebrochenen Nase kam an ihren Tisch.
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 338
Die großen blauen Augen waren gebrochen, glanzlos wie tauendes Eis.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 26
Aber er war ein gebrochener Mann; nur die Arbeit hielt ihn aufrecht.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7591
Zitationshilfe
„gebrechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gebrechen>, abgerufen am 16.10.2019.

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