gebrechlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ge-brech-lich
Wortzerlegung  Gebrechen -lich
Wortbildung  mit ›gebrechlich‹ als Erstglied: Gebrechlichkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. mit Gebrechen behaftet, hinfällig
  2. 2. [selten] zart, zerbrechlich
eWDG

Bedeutungen

1.
mit Gebrechen behaftet, hinfällig
Beispiele:
ein gebrechlicher Körper
eine kleine gebrechliche Frau
er wurde alt und gebrechlich, ist schon etwas gebrechlich
gebrechlichen Mitbürgern helfen
ein zartes, gebrechliches (= schwaches) Wesen
2.
selten zart, zerbrechlich
Beispiele:
gebrechliches Material
wo der ... Tisch reizend von Silber, feinem Porzellan und gebrechlichen Gläsern schimmerte [ Th. MannKrull8,345]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen Brache, Bruch1 m. und Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
brüchig · gebrechlich · hinfällig · kraftlos · kränklich · labil · mürbe · schlapp · schwach · schwächlich
Assoziationen
Synonymgruppe
altersschwach · gebrechlich · greis · greisenhaft · senil · sklerotisch · vergreist  ●  alt und klapprig  ugs. · geriatrisch  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›gebrechlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gebrechlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›gebrechlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gebrechlich ist der Wolf mit seinen 400 Jahren jedoch noch lange nicht, er leidet höchstens an Übergewicht.
Süddeutsche Zeitung, 16.09.1995
Er ist ein gebrechlicher alter Mann geworden, eigentlich zu gebrechlich für 69 Jahre, geht schwer am Stock.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1936. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1936], S. 96
Allerdings wird nie eine Dame einem männlichen Gast in den Mantel helfen, es sei denn, es handelt sich um einen sehr alten, gebrechlichen Herrn.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 18988
Kein Patient, der gebrechlich oder bettlägerig war, blieb bisher unversorgt.
Die Welt, 22.09.2003
Und wenn er nicht gerade gebrechlich oder kriegsversehrt ist, muß er dazu aufstehen.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 74
Zitationshilfe
„gebrechlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gebrechlich>, abgerufen am 20.09.2021.

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