gedeihen

GrammatikVerb · gedieh, ist gediehen
Aussprache
Worttrennungge-dei-hen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›gedeihen‹ als Letztglied: ↗angedeihen
eWDG, 1967

Bedeutung

wachsen, sich (gut) entwickeln
Beispiele:
das Kind ist prächtig, zusehends gediehen
das Kalb ist zu einem starken Bullen gediehen
die Kartoffeln gedeihen in diesem Jahr gut
ohne Wasser können Tier und Pflanze nicht gedeihen
nichts gedeiht auf diesem Boden
scherzhaft wachse, blühe und gedeihe! (= Wunschformel)
wir wünschen gutes Gedeihen
sprichwörtlich unrecht Gut gedeiht nicht
übertragen
Beispiel:
gehoben daraus gedeiht (= erwächst) nichts Gutes
in seiner Entwicklung fortschreiten
Beispiele:
der Bau ist noch nicht über die Grundmauern hinaus gediehen
die Verhandlungen, Dinge sind inzwischen soweit gediehen, dahin gediehen, dass ...
wie weit bist du mit deinen Studien gediehen?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gedeihen · gediegen · Gedeih · Gedeihlichkeit · gedeihlich
gedeihen Vb. ‘wachsen und zunehmen, sich gut entwickeln’, ahd. githīhan (10. Jh.), mhd. gedīhen ‘geraten, Fortschritte machen’, aengl. geþēon, mnd. gedīen, mnl. ghedīen, nl. gedijen, got. gaþeihan sind Präfixbildungen zu einem (im Nhd. untergegangenen) Simplex ahd. thīhan (8. Jh.), mhd. dīhen ‘wachsen, geraten, Fortschritte machen’, asächs. thīhan, aengl. þēon, mnd. mnl. dīen, nl. dijen, afries. thīgia, got. þeihan. Die Verben schließen sich an die Wurzel ie. *tenk- ‘(sich) zusammenziehen, fest, dicht werden’ an, zu der auch verwandtes ↗dicht (s. d.) gehört. Der n-Ausfall im Germ. (ursprünglich germ. *þinhan, *þenhan) hat zu Ersatzdehnung des Stammsilbenvokals geführt; vgl. noch den Plur. Prät. aengl. þungon sowie das Part. Prät. aengl. geþungen. Auf grammatischen Wechsel von h und g weist (wie die genannten aengl. Formen) auch das Part. Prät. ahd. githigan, mhd. gedigen, das heute noch in dem isolierten gediegen Part.adj. ‘rein, echt, dauerhaft, solide’ weiterlebt (ahd. githigan ‘bejahrt, vollkommen, ernst’, 9. Jh., mhd. gedigen ‘reif, gehaltvoll’), während das h im Part. Prät. nhd. gediehen durch Ausgleich mit dem Präsens eingetreten ist. Gedeih m. ‘das Gedeihen’ (15. Jh.), nur noch in der Wendung auf Gedeih und Verderb(en) ‘unter allen Umständen, bedingungslos’, wohl aus nordd. Rechtssprache, vgl. mnd. gedy und verderf. Gedeihlichkeit f. (Anfang 17. Jh.), später bezeugtes gedeihlich Adj. ‘ersprießlich, fördernd’ voraussetzend.

Thesaurus

Synonymgruppe
entfalten · ↗entwickeln · gedeihen · ↗prosperieren · ↗wachsen · ↗zunehmen  ●  ↗ausprägen  fachspr.
Synonymgruppe
(gut) vorankommen · (sich) erfreulich entwickeln · (sich) gut entwickeln · ↗aufwärts · es geht aufwärts (mit) · ↗florieren · gedeihen · ↗gut gehen (Geschäfte) · gut laufen (es) · ↗prosperieren · wachsen, blühen und gedeihen · wächst, blüht und gedeiht
Assoziationen
Antonyme
  • gedeihen
Synonymgruppe
(jemandem) geht es gut · (jemandem) geht es prächtig · (sich) gut entwickeln · gedeihen · gut wachsen  ●  ↗aufblühen (Mensch)  fig.
Synonymgruppe
aufschießen · ↗aufsprossen · ↗aufwachsen · ↗emporschießen · ↗emporschießen · ↗emporsprießen · gedeihen · hochwachsen · hochwachsen · ↗schossen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Boden Gemüse Getreide Gewächs Gewächshaus Humus Kartoffel Klima Mais Nährboden Palme Pflanze Pilz Rebe Sandboden Schatten Traube Unkraut Vorarbeit Vorbereitung Weizen angedeihen bestens blühen hinausgedeihen prächtig vortrefflich wachsen weitergedeihen üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gedeihen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie der britische "Observer" schreibt, sind die Vorbereitungen für einen entsprechenden Einsatz schon weit gediehen.
Süddeutsche Zeitung, 19.04.1999
Am weitesten gediehen ist die Entwicklung einer gentechnisch modifizierten Stärke für die Industrie.
Der Tagesspiegel, 17.06.1998
Bevor eine Pflanze den Garten schmücken kann, muß sie erst einmal gedeihen.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 196
Ich bin sehr reserviert, und was mir nicht gefällt, gedeiht nicht lange bei mir.
Tucholsky, Kurt: An Fritz Tucholsky, 05.08.1933. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1933], S. 9730
Dort lebt er auf, dort gedeiht er, dort wird er er selbst!
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6256
Zitationshilfe
„gedeihen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gedeihen>, abgerufen am 16.07.2019.

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